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Bad Lausick braucht 2,7 Millionen Euro für Feuerwehren

Bad Lausick braucht 2,7 Millionen Euro für Feuerwehren

Einen der wichtigsten Bad Lausicker Pläne für die nächsten fünf Jahre nennt Tim Barczynski (Linke) den Feuerwehr-Bedarfsplan. Als der Stadtwehrleiter und Stadtrat das Dokument im Stadtparlament vorstellte, holte er absichtsvoll etwas weiter aus, um seinen Kollegen Abgeordneten und der Verwaltung den Ernst der Lage zu verdeutlichen.

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Der Feuerwehrbedarfsplan für Bad Lausick macht deutlich: Viel Geld ist vonnöten.

Quelle: Feuerwehr

Bad Lausick. Denn allein um alle nötigen Investitionen in Fahrzeuge und Gerätehäuser zu tätigen, wären bis 2017 stattliche 2,7 Millionen Euro nötig. Dass die Anstrengungen um die Zukunftssicherung der Bad Lausicker Feuerwehren schleunigst intensiviert werden müssten, darauf stimmte bereits der Bad Lausicker Wehrleiter Tomy Klisch ein. „Wir soll es weitergehen? Warum werden nicht genügend Mittel zur Verfügung gestellt?“ Auf diese beiden Fragen forderte er von Bürgermeister Josef Eisenmann (CDU) eine Antwort. Offenkundig sei: Es würde seit Jahren zu wenig Geld in Ausrüstung investiert. Die Ausbildung erfolge nicht im nötigen Umfang. Es fehle selbst an Einsatzkleidung für die mehr als 200 Kameradinnen und Kameraden in Stadt und Ortsteilen. Die Fahrzeuge seien verschlissen und deshalb reparaturanfällig: „Wenn wir mit einem Thema durch sind, kommt das nächste.“ Eisenmann reagierte knapp: „Ich werde die Fragen schriftlich beantworten.“ Ein ungeschöntes Bild der Lage umriss Tim Barczynski. Was Brände betreffe, sei der Grundschutz für weite Teile des Territoriums sichergestellt. Anders sehe es aus bei der technischen Hilfeleistung nach Verkehrsunfällen. Die 20 Jahre alte Schneid- und Spreiztechnik, über die die Bad Lausicker Wehr verfüge, scheitere an Fahrzeugen moderner Bauart. Auf dem Stand der Technik seien die Ebersbacher, die dann hinzugezogen würden, so Barczynski. Es könne aber schlimmstenfalls passieren, dass beim Eintreffen des Rettungsdienstes wertvolle Zeit verstreiche, weil man an Unfallopfer nicht sofort herankomme. Apropos Technik: Die Etzoldshainer nutzten das mit 43 Jahren älteste Fahrzeug. 25 Jahre sei die Verschleißgrenze, so der Stadtwehrleiter: Sechs der Einsatzwagen lägen zum Teil deutlich darüber: „Mit diesen Fahrzeugen sind wir an der Schmerzgrenze.“ Selbst bei der 1996 beschafften Drehleiter müsste zwei Jahrzehnte nach dem Kauf eine Neuanschaffung zumindest geplant werden. An den Gerätehäusern fast aller Ortsteile gebe es baulichen Nachholebedarf. Die Gebäude in den Ortsteilen seien nicht LKW-tauglich. Andererseits fehle es allgemein an Maschinisten, die LKW fahren dürften. Probleme mit der Schaffung eines zweiten Rettungsweges aus Gebäuden gebe es aufgrund der Ausrüstung und der Einsatzzeiten in mehreren Ortslagen; in Beucha und Wüstungsstein sei der Grundschutz problematisch. Welche Lösungen zeigt der Brandschutz-Bedarfsplan auf? Was die Ortsteile betreffe, habe sich die Parallel-Alarmierung von Wehren bewährt. Um genügend Kameraden in der nötigen Zeit – 13 Minuten von der Entdeckung eines Feuers bis zum Eintreffen der ersten neun Köpfe starken Truppe – vor Ort zu haben, sei die Beschaffung kleinerer Löschfahrzeuge sinnvoll, die ausreichend Personal und Technik an Bord hätten. Verstärkung könnte binnen der folgenden sechs Minuten an Mannschaftstransporter heranführen. Um die Hilfsfristen in Beucha zu halten, wird vorgeschlagen, mit der Stadt Frohburg eine Vereinbarung zu treffen, sodass die Flößberger Wehr im Bedarfsfall mit herangezogen werden kann. Um die Misere bei den Gerätehäusern zu mildern, ist Bad Lausick dabei, gemeinsam mit der Wirtschaft vor Ort ein preisgünstiges Typenhaus zu entwickeln, das allen Anforderungen genügt und das, sagt Barczynski, sachsenweit Schule machen könnte; denn die Bad Lausicker Probleme hätten auch viele andere Kommunen. Dass Brandschutz und Gefahrenabwehr kein Luxus seien, den sich eine Kommune gönne oder nicht, machte der Stadtwehrleiter deutlich: Es gehe um die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen. Um denen Genüge zu tun, wäre es gut, die Stadt würde im nächsten halben Jahrzehnt zumindest „einige Fahrzeuge“ kaufen. Die Kosten wollte Bernd Neitsch (Dorfentwicklung) wissen – und: „Gibt es da überhaupt Ansätze in unserem Finanzplan?“ Allein die Investitionen würden 2,7 Millionen Euro umfassen. Selbst bei der höchstmöglichen Förderung blieben 1,4 Millionen Euro an der Stadt hängen. „Und da ist nichts anderes gekauft: keine Uniform, kein Schlauch, keine Spritze.“ Gerd Heinze (Linke) griff das Problem des hydraulischen Rettungsgerätes auf: „Das muss im nächsten Jahr in den Haushalt.“ Kostenpunkt 23 000 Euro.

Ekkehard Schulreich

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