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Geithain Bad Lausick greift Tradition auf: Blumen und ein Tusch für engagierte Mitbürger
Region Geithain Bad Lausick greift Tradition auf: Blumen und ein Tusch für engagierte Mitbürger
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16:17 03.05.2017
Das sind die Preisträger des Ehrenamtspreises 2017: Hannelore Gläser, Doris Rüge, Martina Ohlenroth, Annelies Lehmann und Wilfried Wesener (von links). Quelle: Foto: Thomas Kube
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Bad Lausick

Nach Jahren der Pause belebte Bürgermeister Michael Hultsch (parteilos) den Bad Lausicker Ehrenamtspreis. Anders als jene Ehrung, die sein Amtsvorgänger vor Jahren im Matthessaal des Kurhauses vorgenommen hatte, fand die Auszeichnung diesmal vor einer größeren Öffentlichkeit statt – im Rahmen der Kurkonzert-Saison-Eröffnung unter dem „Schmetterling“ im Kurpark.

„Fast jeder ist in irgendeiner Weise ehrenamtlich tätig. Doch wo fängt Ehrenamt an? Ist es das Einkaufen für eine Nachbarin oder die jahrelange Betreuung von Senioren, das Gestalten von Veranstaltungen oder das Integrieren von Menschen aller Altersklassen in der Stadt und aus den Ortsteilen? Unter uns gibt es Menschen, die sich über dieses Maß hinaus engagieren. Um diese in besondere Weise zu ehren, sind wir heute hier“, sagt Hultsch zwischen den Auftritten der Stadtmusik Bad Lausick, den Männerchören Bad Lausick und Buchheim, dem Frauenchor Bad Lausick und dem gemischten Chor Neukieritzsch. Bereits im vergangenen Jahr waren per Aufruf Vorschläge gesammelt worden. Aus denen wurden vier Frauen und ein Mann ausgewählt. Sie erhielten einen Keramikkrug mit dem Stadtwappen, Blumen und einen Präsentkorb. Hultsch nahm die Ehrung gemeinsam mit Henry Heibutzki, dem Geschäftsführer der Kur GmbH, vor.

So richtete sich die Aufmerksamkeit auf Doris Rüge, die sich namens der Volkssolidarität seit vielen Jahren um die Betreuung der Älteren im Neubaugebiet kümmert. Monat für Monat organisiert sie Veranstaltungen. „Ihr offenes Ohr wird sehr geschätzt. Sie nimmt sich immer die Zeit für ein freundliches Gespräch, hilft mit viel Liebe und Engagement. Dabei nimmt sie auf sich selbst nur wenig Rücksicht“, so der Bürgermeister.

Mit Hannelore Gläser wurde eine Ballendorferin aufgerufen. Sie kümmere sich seit vielen Jahren aufopferungsvoll um die dörfliche Entwicklung, sagte Hultsch: „Sie organisiert Veranstaltungen für die Senioren, Sommerfeste und vieles mehr.“ Sie kümmere sich um das Dorfgemeinschaftshaus, das aus dem ehemaligen Kindergarten entstand, engagiere sich in der Ballendorfer Landfrauengruppe für den Zusammenhalt.

An Hultsch war es auch, den einzigen Mann der Runde zu ehren: Wilfried Wesener, Mitbegründer und Leiter der Bad Lausicker Wandergruppe. 2013 initiiert, zähle die Gruppe heute mehr als 40 Mitglieder und strahle dank der vielen Halbtags- und Ganztagswanderungen weit über die Grenzen Bad Lausicks hin aus. „In einer Zeit, in der Vereine mit Mitgliederschwund zu kämpfen haben, ist dies ein Beispiel dafür, dass es sich lohnt, in Vereine und Gruppen zu investieren.“ Profiteure seien auch Bad Lausicker Kurgäste, die gern die Wanderungen nutzten.

„Ihr Herz schlägt für die Musik“, beschrieb Henry Heibutzki, was Martina Ohlenroth auszeichnet. Vor mehr als zwei Jahrzehnten habe die Bad Lausickerin einen Singekreis in der Medianklinik gegründet, singe sonntags regelmäßig mit den Kurgästen der Median- und Sachsenklinik. Darüber hinaus leite die agile Frau Tanzkurse für Senioren in Bad Lausick und Leipzig und organisiere Konzert- und Kulturfahrten für einen weiten Kreis von Interessenten.

Tief eingetaucht in Bad Lausicks Stadtgeschichte ist dagegen Annelies Lehmann, seit sie vor vielen Jahren zum Geschichtsverein stieß. Längst Mitglied, habe sie sich maßgeblich eingebracht in die Systematisierung der historischen Bestände. „Besonders engagierte sie sich für die Digitalisierung der Nachrichten für Lausigk, jener Zeitung, die ein wertvoller Fundus unserer Stadtgeschichte ist, so Heibutzki, selbst Vereinsmitglied: „Sie ist die gute Seele des Geschichtsvereins.“

Der Ehrenamtspreis der Stadt Bad Lausick soll im nächsten Jahr erneut ausgelobt werden.

Von Ekkehard Schulreich

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