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Bad Lausick ist gefragt: Flächen für Eigenheime werden jetzt vorbereitet

Wohnungsbau Bad Lausick ist gefragt: Flächen für Eigenheime werden jetzt vorbereitet

Am Rand der Brache, auf dem sich bis vor zwei Jahrzehnten das Bad Lausicker Silika-Werk befand, sollen Wohnhäuser entstehen. Ein privater Erschließungsträger kümmert sich um die Bebaubarkeit des Areals mit Ein- und Zweifamilienhäusern. Der Stadtrat sieht vor Unterschrift des Vertrages allerdings noch mehrere offene Fragen.

Wo bis kurz nach der Wende produziert wurde, ist nun Wohnen angesagt. Der Erschließungsvertrag mit der Stadt soll im April unterzeichnet werden.

Quelle: Jens Paul Taubert

Bad Lausick. Zwei Jahrzehnte blieb das Areal, auf dem sich mit dem Silikawerk einer der größten industriellen Arbeitgeber in Bad Lausick befand, eine Wunde im Stadtbild. Zwar entstanden nach dem Abbruch des Anfang der Neunzigerjahre geschlossenen Betriebes am Ostrand des ansteigenden Areals die Hudelburg und eine kleine Wohnsiedlung. Doch dann dauerte es viele Jahre, ehe sich auf der Gegenseite in Richtung Stadt mit Netto und Rewe Einkaufsmärkte ansiedelten und die Drogeriekette Rossmann das unmittelbar vorhat. Der Neubau einer Straße sorgt zudem für eine bessere Erschließung.

Jetzt soll eine weitere Fläche städtebaulich entwickelt werden: Ein privater Erschließungsträger aus dem nordrhein-westfälischen Lippstadt will entlang der Erich-Weinert-Straße die Voraussetzung schaffen für den Bau von 18 Ein- oder Zweifamilienhäusern. Er kommt damit einer steigenden Nachfrage an Bauplätzen in der Kurstadt entgegen.

Der Erschließungsvertrag zwischen der Stadt Bad Lausick und der Deutsche Haus- und Grundholding GmbH wurde auf der jüngsten Sitzung des Stadtrates noch einmal von der Tagesordnung genommen. Es gehe um die „Klarheit über die Zuständigkeit von Erschließungsanlagen“, sagte Bürgermeister Michael Hultsch (parteilos): „Das ging ein bisschen hin und her. Inzwischen hat der Erschließungsträger unterschrieben.“ Die Präzisierung, die Inhalt des Beschlusses sein sollte, betraf die Errichtung und Begrünung eines Erdwalls, der das neue Wohngebiet zur Erich-Weinert-Straße hin abschirmen soll, die Herstellung von Grundstückszufahrten und die Ableitung des Oberflächenwassers in einem offenen Graben parallel zur Straße.

Axel Höer (CDU) vermisste indes einen ganz entscheidenden Punkt: die Verlegung eines Abwasserkanals, der in Höhe der Herderstraße eingebunden wird und der die Abwässer eines Teils der Baugrundstücke aufnimmt: „Der Kanal muss rein in den Vertrag, sonst sind die Grundstücke nicht erschlossen.“ Hultsch nannte das einen berechtigten Hinweis. Der Erschließungsträger werde sich diesbezüglich mit den Kommunalen Wasserwerken Grimma-Geithain verständigen.

„Wir müssen in den Vertrag einen Termin einziehen, bis wann die Grundstücke erschlossen sein müssen“, mahnte Udo Goerke (CDU). Es gelte sicherzustellen, dass es nicht weitere unvollendete Baugebiete gebe. In dieser Hinsicht habe man durchaus leidvolle Erfahrungen machen müssen, unterstützte das Tim Barczynski (Linke) – zum Beispiel nur wenige Schritte von dem neuen Baugebiet entfernt. Besagter Wall, sagte der Bürgermeister, sei bis 30. Dezember fertigzustellen. Er plädiere wegen der offenen Fragen aber dafür, den Beschluss zurückzustellen.

„Der Erschließungsvertrag wird in der Ratssitzung im April beschlossen“, zeigte sich Detlef Gründer, Kopf des Erschließungsträgers, zuversichtlich, alle Fragen kurzfristig zu klären. Jeweils zwei Grundstücke würden zusammen an die bereits vorhandene Leitung in der Erich-Weinert-Straße angeschlossen. „Damit ist die Erschließung gesichert, die weiteren Medien liegen bereits in der Straße.“ Am geforderten Wall baue man bereits, geplante Fertigstellung: Jahresende. Acht Grundstücke seien bereits verkauft, zehn noch zu haben. Bebaubar seien die Parzellen bauträgerfrei mit Ein-, Zweifamilien- oder Doppelhäusern. „Bauanträge können voraussichtlich ab Mai im Rahmen der Genehmigungsfreistellung eingereicht werden“, so Gründer.

Er bescheinigt Bad Lausick „einen hervorragenden und zukunftsträchtigen Wohnwert für junge Familien sowie für die Ü-50-Generation“. Die Infrastruktur und die günstige Nahverkehrsanbindung an die Stadt Leipzig mache die Kurstadt attraktiv. Die Deutsche Haus- und Grundholding GmbH ist seit den Mitte der Achtzigerjahren vorwiegend in Nordrhein-Westfalen als Erschließungsträger, Verkäufer und Vermieter aktiv.

Von Ekkehard Schulreich

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