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Bad Lausick wird zur geteilten Stadt: Knapp ein Jahr soll die Staatsstraße 11 gesperrt sein

Großbaustelle Bad Lausick wird zur geteilten Stadt: Knapp ein Jahr soll die Staatsstraße 11 gesperrt sein

Kein Durchkommen mehr vom Bad Lausicker Stadtzentrum Richtung Norden: In wenigen Tagen eröffnet das Landesamt für Straßenbau und Verkehr eine Großbaustelle. Sie wird bis zum Frühjahr 2018 für erhebliche Behinderungen sorgen. Für Unmut sorgt obendrein: Viele halten den Kreisverkehr an dieser Stelle für überflüssig, ja kontraproduktiv.

An der Stelle des künftigen Kreisverkehrs in Bad Lausick wird Baufreiheit geschaffen.

Quelle: Jens Paul Taubert

Bad Lausick. Ein zweiter Kreisverkehr wird jetzt im Zuge der Staatsstraße 11 in Bad Lausick gebaut. Für Autofahrer bedeutet das ab Mitte/Ende Mai, weitere Umwege in Kauf zu nehmen, denn während der bis zum Frühjahr 2018 dauernden Bauzeit ist die Leipziger Straße voll gesperrt. Von dieser Sperrung unmittelbar betroffen sind mehrere Bad Lausicker Unternehmen, die im Gewerbegebiet ihren Sitz haben, aber auch die Star-Tankstelle und die Bad Lausicker Spedition Krötzsch. Linienbusse müssen einen längeren Weg über Etzoldshain nehmen. Die Feuerwehr steht im Fall eines Falls vor Herausforderungen. Und Anwohner fürchten, dass der Kreisverkehr nach seiner Fertigstellung für mehr Verkehrslärm und Abgase sorgt.

„Für mich ist nicht nachvollziehbar, warum an diese Stelle ein Kreisverkehr hin muss“, sagt Udo Goerke, CDU-Fraktionschef im Bad Lausicker Stadtrat. 90 Prozent der Fahrzeuge wollten an dieser Einmündung die Staatsstraße gar nicht verlassen. Der Kreisel halte sie nur auf und erhöhe die Belastzungen. Die Bedenken der Stadt seien allerdings schon vor Jahren am Landesamt für Straßenbau und Verkehr abgeprallt.

„Ich weiß gar nicht, wie wir das Bad Lausick drohende Chaos bewältigen sollen“, meint Tim Barczynski, Stadtrat der Linken und zugleich Stadtwehrleiter. Die Großbaustelle schneide den nördlichen Teil der Stadt vom übrigen ab. Die Feuerwehren wüssten nicht, wie sie in der nötigen Zeit das Gewerbegebiet Angerwiesen und die Ortsteile Lauterbach und Steinbach erreichen könnten. Abgesehen davon: Bad Lausick vom Verkehr zu entlasten, würde nur eine Umgehungsstraße durch das Gewerbegebiet bringen: „Ich versteh’s nicht!“

„Die Konsequenzen, die die lange Sperrung für uns haben wird, sind noch nicht absehbar“, sagt Mirko Helle, Pächter der Star-Tankstelle an der Zufahrt zu den Angerwiesen. Über ein knappes Jahr dürfte ein erheblicher Teil der Kundschaft ausbleiben. Umsatzeinbrüche lägen auf der Hand – „aber wir kennen nicht mal den Bauablauf“.

Dass es zumindest zu Beginn nur eine Teilsperrung geben würde, darauf hatte Marko Krötzsch, Mit-Gesellschafter der an nördlichen Stadtrand ansässigen Spedition, gehofft. „Die lange Vollsperrung kostet uns Zeit und viel Geld. Die LKW haben ja viel größere Umwege als die PKW.“ Viele Touren gingen in Richtung Geithain, Rochlitz, Chemnitz. Die erheblichen Mehr-Kilometer müsse das Unternehmen selbst ausgleichen, da helfe keiner. Krötzsch, der für die CDU im Stadtrat sitzt, erneuert seine grundsätzliche Kritik am Kreisel-Bau: „Wir haben uns wie Anwohner auch dagegen gewehrt, doch wir konnten das nicht abwenden.“ Die Landesbehörde habe da „erheblichen Druck aufgebaut“.

Vorsorge trafen inzwischen die Busunternehmen. „Unser Umleitungsfahrplan mit um wenige Minuten veränderten Zeiten wird ab Montag, spätestens Dienstag an den Haltestellen ausgehängt“, sagt Rita Schnabel, bei der ThüSac für den Fahrbereich Sachsen verantwortlich. Gelten soll er ab 17. Mai. Die Busse der Linie 277 nähmen den Weg über Etzoldshain. Gewendet werde auf einer provisorischen Schleife in Wüstungsstein. Die Wendestelle nutzt auch das Bad Lausicker Unternehmen Ludwig, das die Linien 610 und 611 im Auftrag der Regionalbus Leipzig GmbH bedient. Disponentin Susann Ronneberger erwartet allenfalls geringe Fahrzeitverlängerungen. Das meint auch Regionalbus-Sprecher Thomas Fröhner: „Der Kunde, der im Bus sitzt, wir kaum etwas merken.“

Das Landesamt für Straßenbau und Verkehr investiert wie berichtet rund eine Dreiviertel Million Euro in den Ausbau der Einmündung Leipziger Straße/Käthe-Kollwitz-Straße in einen Kreisverkehr. Der hat 34 Meter Durchmesser. Die Stadt muss sich mit 160 000 Euro beteiligen.

Von Ekkehard Schulreich

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