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Bad Lausicker Berufemesse führt Schüler und Wirtschaft zusammen

Orientierung für Oberschüler und Eltern Bad Lausicker Berufemesse führt Schüler und Wirtschaft zusammen

Geballte, profunde, anschauliche Information: Das bot die Berufemesse, zu der die Oberschulen Bad Lausick und Geithain am Dienstag in die Kurstadt eingeladen hatten. Mehr als drei Dutzend Firmen und Bildungseinrichtungen nutzten diese renommierte Plattform, um Kontakt aufzunehmen mit den Azubis und Mitarbeitern von morgen.

Sie zeigten den Gästen die Richtung an: Emmelie, Marlen, Eric und Dominik gehörten zu jenen Schülern der Neunten, die als Lotsen agierten. Die Zehntklässler kümmerten sich statt dessen um einen Imbiss.

Quelle: Jens Paul Taubert

Bad Lausick. Fündig zu werden, zumindest Anregungen zu bekommen, das fiel am Dienstagabend in der Bad Lausicker Oberschule nicht schwer: Mehr als drei Dutzend Firmen, Institutionen und weiterführende Schulen präsentierten sich auf der Berufsmesse. Die Veranstaltung gibt es seit mehr als einem Jahrzehnt, gemeinsam organisiert von den Oberschulen Bad Lausick und Geithain in jährlichem Wechsel in einer der beiden Städte ausgerichtet. „Etwas Technisches“ sollte es sein, beschrieb etwa Leon Borowski seine noch nicht allzu konkret ausgeprägten Vorstellungen von einem künftigen Beruf. Der Neuntklässler aus Bad Lausick traf auf verschiedene Unternehmen, die entsprechende Ausbildungsrichtungen bieten – global agierende Konzerne wie Siemens, aber auch zahlreiche Mittelständler aus der Region. Sie alle nutzten die Möglichkeit, sich Schülern verschiedenen Alters und ihren Eltern zu präsentieren und um den dringend benötigten, fachlich versierten und motivierten Nachwuchs zu werben.

„Geeignete Bewerber zu finden, ist nach wie vor schwierig“, sagte Nicole Liebernickel vom AEL Apparatebau GmbH Leisnig. Das Unternehmen, erstmals auf dieser Berufsmesse zugegen, entwickelt und produziert Ölversorgungsanlagen und Wärmeübertrager, ist international aufgestellt. Zur Ausbildungsofferte gehören Anlagen- und Zerspanungsmechaniker, aber auch Produktdesigner.

Am Stand der Technischen Dienste Espenhain (TDE) informierte Theresa Müller auf Augenhöhe die Heranwachsenden über Profile und Entwicklungschancen. Selbst Industriekauffrau im dritten Lehrjahr, gelang es ihr gut, „meine eigenen Erfahrungswerte nahezubringen. Das kommt bei den Schülern sehr gut an.“ TDE bildet in 20 verschiedenen Berufen aus, vom Elektroniker bis zum Werkzeugmechaniker – „vor allem für den Eigenbedarf, aber auch für unsere Kooperationspartner in der Region“.

Auf den Berufsmessen nicht nur in Geithain und Bad Lausick, sondern im gesamten Leipziger Raum so gut wie zu Hause ist die Elektro Beckhoff GmbH Grimma. „Wenn unter 20, die sich hier für unsere Angebote interessieren, einer wirklich dabei bleibt, dann ist doch schon etwas gewonnen“, sagte Frank Borgwardt. Er sehe durchaus Potenzial bei den Bewerbern, doch das entbinde die Unternehmen nicht von der Pflicht, offensiv auf sich aufmerksam zu machen. „Wir bilden vor allem für den eigenen Bedarf aus, in erster Linie Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik“, so Borgwardt. Drei bis fünf Lehrlinge pro Jahr seien das Ziel, besser „der Idealfall“.

„Gut, dass man hier so viele Informationen bekommt und Ansprechpartner findet“, meinte Betty Berger aus Frankenhain, die ihren Sohn Jonas an diesem Abend begleitete. Der Achtklässler schaute sich vor allem nach einem Praktikumsplatz um: „Was ich mal werden will, davon habe ich noch keine richtigen Vorstellungen.“ Noch zeitiger als er machte sich Paul-Lukas Kipping aus Buchheim in die Spur. Der Siebtklässler möchte, so viel sei schon klar, etwas Handwerkliches erlernen. Eine Richtung haben auch schon Tabea Petzold und Gina Kästner, die die Klasse 7 der Geithainer Paul-Guenther-Schule besuchen: Etwas Soziales sollte es sein, Erzieherin möglicherweise.

Die Bad Lausicker Neuntklässler agierten am Dienstag vor allem als Lotsen für ihre Gäste. Die Messe hielt Pia Schulze für eine gelungene Sache, „wir können hier viele Kontakte knüpfen“. Das bekräftigte Vanessa Herrmann: „Hier bekommt man einen guten Überblick. Ich selbst werde nach der Zehnten auf das Berufliche Gymnasium wechseln.“

Unmittelbar nach der Berufsmesse in Bad Lausick lädt am heute die Oberschule Frohburg zu ihrem 4. Tag der Ausbildung ein. Zahlreiche Unternehmen präsentieren sich am Vormittag in der Bildungseinrichtung. Nicht nur das Interesse der Schüler sei groß, auch das der Wirtschaft, sagt Jürgen Schlecht, der für die Organisation verantwortlich zeichnet. Schüler, Eltern und Lehrer können sich an diesem Gründonnerstag zwischen 8.30 und 13 Uhr über Ausbildungsbetriebe aus der Region und verschiedene Berufsbilder informieren.

Von Ekkehard Schulreich

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