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Geithain Bad Lausicker Brunnenfest trotzt mit Party und Lichterfee dem Regen
Region Geithain Bad Lausicker Brunnenfest trotzt mit Party und Lichterfee dem Regen
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14:50 03.07.2011
Christin Oertel präsentierte als Lichterfee das 42. Brunnenfest und führte auch den traditionellen Umzug durch das abendliche Kurviertel an. Quelle: Jens Paul Taubert
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Bad Lausick

Letztere trotzten dem Regen mit einigem Gleichmut. Und Lichterfee Christin ließ sich mitnichten abhalten, den traditionellen Fackelumzug am späten Sonnabend durch das Kurviertel anzuführen.

„Von dem Regen lassen wir uns nicht abhalten", stellen Michaela und Dr. Werner Jerusel klar. Mit Feierlaune hatte sie sich am Sonnabend Abend unter dem Dach des „Schmetterlings" niedergelassen. Die Lars-Wegas-Band und ihre Tänzerinnen versuchen, das Publikum in Stimmung zu singen und zu tanzen, durchaus mit Erfolg. „Ich war am Freitag zu ‚Lament‘ und habe deshalb heute Schnupfen", räume Steffen Hänsel ein. Dennoch sei das Brunnenfest ein Muss. Ebenso für René Vierig, der sich hier gern mit Freunden trifft und der froh ist, „dass wir hier so eine Bühne haben".

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Schon viele Jahre kommen Andrea Hiller und ihr Mann Lutz, ein gebürtiger Bad Lausicker, zum Brunnenfest. Ihre Motive: die Musik genießen und Bekannte wiedersehen. Außerdem: „Das Feuerwerk ist immer schön." Angesichts der Wetterkapriolen hat Lutz Hiller aber ein Problem: „Die Stadt schmückt sich mit dem Fest, doch das Risiko trägt der Veranstalter. Das ist nicht in Ordnung."

„Einfach eine harte Geschichte" nennt Ralf Opelt, Vorsitzender des Stadtfestvereins Bad Lausick, die meteorologische Gemeinheit. Für den Verein, der das Fest im Auftrag der Stadt organisiert, ist die geringere Besucherzahl ein Problem. „Wir als Verein können das nicht einfach wegstecken", sagt Opelt und an die Adresse von Rathaus und Stadtrat: „Die Stadt muss sich einfach stärker engagieren, wenn sie dieses Fest will. Schließlich ist schon die Miete, die wir für die Kurpark-Bühne an die Stadt zahlen müssen, erheblich." Er hoffe, dass der Verein wenigstens dieses Geld jetzt zurückgekomme, um den Schaden etwas zu begrenzen.

Julia Menschner ist vor allem wegen ihres Sohnes Janosch gekommen. Der Dreijährige ist Karussell gefahren und freut sich nun auf Lichterfee und Lampionumzug. Seine Mutter und ihre Freudin Isabel Scholz erinnern sich an Feste, als die Badstraße einbezogen war. „Etwas sehen, was man noch nicht kennt", formuliert Scholz für ein nächstes Mal. Während die Party unter dem weit gespannten Dach im dämmrigen Park Fahrt aufnimmt, mühen sich Feuerwehr und Jugendfeuerwehr, die obligatorischen Teelichte anzuzünden und am Brennen zu halten. 10 000 wie sonst werden es diemal nicht. „Wir versuchen es, hinzukriegen", sagt Christian Zschalich, ist aber nicht überzeugt: Mal tropft, mal schüttet es. Mitstreiter Sebastian Bräuer erinnert sich an glanzvolle Feste seiner Kinderzeit: „Da kamen Massen an Leuten." Aus Leipzig ist Marcel Becker angereist, sitzt mit Freunden auf einer Bank etwas abseits. „Bis jetzt gefällts mir", sagte er. Für Julia Manthey ist das Zusammensein mit Freunden wichtig; dafür bezahle sie fünf Euro für die Tageskarte, „obwohl das ganz schön viel ist".

„Zum Brunnenfest geht man, ob es regnet oder die Sonne scheint", sagt Marko Krötzsch, einer der Bad Lausicker Stadträte. Er zollt dem Verein Anerkennung für Organisation und Programm. Amelie (7) denkt derweil nur an die Lichterfee und ihr goldenes Kleid: „Das mag ich so." Ihre Eltern Kathrin und Kay Kansok bedauern, dass zeitgleich viele andere Feste in der Umgebung stattfinden. Das Brunnenfest sei ihnen wichtig: „Man trifft Leute, die man lange nicht gesehen hat."

Karin Fischler aus Althen und ihr Freudeskreis machen es sich nicht weit von der Bühne gemütlich. Hier zu feiern mit einem Dach über dem Kopf, sei kein Problem. Aber, merkt Enrico Dietrich an: „Für größere Kinder gibt es nichts." Das kleine Karussell reiche nicht. Über Losbude und Auto-Scooter hätte sich auch Ute Borowski gefreut und bedauert: „Unsere Kinder sind inzwischen heimgegangen."

Dann verstummen die Party-Hits, die Bühne ist in blaues Licht getaucht: Lichterfee Christin hat ihren Auftritt. Viele Kinderaugen-Paare sind auf sie gerichtet, viele Festbesucher folgen ihr, als sie am Brunnenhaus und an der Freitreppe bengalisches Feuer entzündet. Zahlreiche Kerzen sind noch immer nicht verlöscht, ein Anklang an die Brunnenfest-Atmosphäre. Begleitet von der Guggemusik der Hainer Seepiraten setzt sich der Fackel- und Lampionumzug in Bewegung. Die Party geht weiter. Der Regen auch.

Ekkehard Schulreich

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