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Geithain Bad Lausicker Campus: Studie soll klären, was geht - und was nicht
Region Geithain Bad Lausicker Campus: Studie soll klären, was geht - und was nicht
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11:29 30.09.2011
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Bad Lausick

Dabei sollte es im Stadtrat nur um eines gehen, was die Grundlage einer solchen Diskussion bildet: eine Machbarkeitsstudie. Sie soll Campus und Sanierung der heutigen Grundschule vergleichbar machen. Grundschule wie geplant sanieren, Campus-Überlegungen abblasen, diese Forderung wollte die FDP-Fraktion vorgestern Abend im Bad Lausicker Stadtrat aufmachen. Und damit die Mehrheitsentscheidung von Ende August, bis Dezember die Campus-Idee zu prüfen und dann ja oder nein zu sagen, kippen. Denn die FDP hält die 10 500 Euro für eine Machbarkeitsstudie „für rausgeschmissen". Bürgermeister Josef Eisenmann (CDU) sah in diesem Ansinnen einen Verstoß gegen die sächsische Gemeindeordnung, denn neuerliche Anträge zum selben Thema dürften ohne geänderte Faktenlage erst nach einem halben Jahr gestellt werden. Das hielt den Unternehmer Gerold Trautner, der sich im Förderverein der Bad Lausicker Mittelschule intensiv für den Schulstandort Bad Lausick einsetzt, nicht davon ab, in der Fragestunde der Einwohner den Stadträten Denkanstöße mit auf den Weg der Entscheidung zu geben. Was geplant und gebaut werde, „muss 30 oder 50 Jahre Bestand haben", mahnte er Weitsichtigkeit an. Nicht um die kostengünstigste Variante dürfe es gehen, sondern um das fachlich Richtige. Und dabei müsse man Pädagogen und Eltern einbeziehen.

Er wolle alle einbeziehen, stellte Eisenmann klar. „Doch das kann ich erst, wenn ich etwas in der Hand habe, wenn ich einen Vergleich habe." Die Machbarkeitsstudie nämlich. Eine solche Vergleichsrechnung für die Investition und für den Betrieb fordere auch das Land, ehe es Fördermittel bereitstelle. Die Notwendigkeit der Studie bekräftigten Manfred Hönig (SPD) und Tim Barczynski (Linke). „Ich bin nicht der Typ, der meinen Mantel in den Wind hängt. Wir wollen eine saubere Entscheidung, nicht aus dem Bauch heraus, auch wenn sie Geld kostet", so Barczynski. Sein Fraktionskollege Mario Jakob nannte den Campus statt dessen eine „Lernfabrik", die die heute erreichte Qualität von Schule schmälern werde. Zudem forderte er, die Studie von einem neutralen Planer anfertigen zu lassen, damit sie nicht zu einer „Machbarkeits-Machung" gerate.

Das zielte auf Axel Höer, der als Mitglied der CDU-Fraktion für die Mittelschul-Sanierung bereits zwei Konzepte erarbeitete und der, so betonte es der Bürgermeister, allein schon aufgrund dieses Vorwissens die Machbarkeitsstudie zu dem günstigen Preis von rund 10 000 Euro erarbeiten könne. Cordula Drechsler (FDP) sah ebenfalls einen schweren Interessen-Konflikt, zog ihren Antrag, ein Neutraler solle die Studie machen, später aber zurück. Nicht zuletzt, weil Gerhard Köpping (Dorfentwicklung) und wie Höer vom selben Fach, die Position des Bürgermeisters unterstützte und auf die drängende Zeit verwies. Zudem sei viel wichtiger, den Personenkreis zu bestimmen, der aus der Studie dann die Konsequenzen ziehe und die Entscheidung des Stadtrates zum Jahresende für oder gegen einen Campus vorbereite.

„Die Diskussion leidet unter einem Mangel: Wir diskutieren ein Ergebnis, das die Studie erst erbringen soll", zog Udo Goerke (CDU) die Notbremse. Er nahm Axel Höer gegen die Vorwürfe ausdrücklich in Schutz. Dass die Studie sinnvoll sei - trotz vieler Zweifel, die die Eltern von Grundschülern gegen die Campus-Idee hegten -, bestätigte Ralf Müller, Sprecher des Grundschul-Elternrates: „Entscheiden sie danach, was das Beste ist für unsere Kinder. Dafür ist das Geld gut angelegt."

Der Stadtrat beschloss die Erarbeitung der Studie bei einer Enthaltung. Bürgermeister Josef Eisenmann benannte danach jene, die in die Auswertung der Studie einbezogen werden sollten: Schulausschuss, Schulleiter, Elternvertreter und den Elternrat der größten Bad Lausicker Kindertagesstätte „Schwanenteich". In dieser Frage gab es Übereinstimmung.

Ekkehard Schulreich

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