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Bad Lausicker Firmen immer wieder Ziel von Einbrechern

Bad Lausicker Firmen immer wieder Ziel von Einbrechern

Sie fahren mit Lastern vor und packen sie voll. Sie steuern Lieferwagen in die Ladentür und bedienen sich: Diebe langen bei Unternehmen hemmungslos zu. Zwei Bad Lausicker Firmen waren in den vergangenen Monaten immer wieder Ziel von Einbrechern.

Bad Lausick. Ermittelt oder gar verurteilt ist noch keiner der Täter. In den Betrieben wächst die Verunsicherung, vor allem aber die Wut – auch auf die Staatsmacht, die diesem Begriff nicht gerecht zu werden scheint. „Das ist doch eine Bankrotterklärung der Gesellschaft“, sagt Gerd Lehmann. Mit einer Regelmäßigkeit ist sein Elektro- und Baubetrieb in Bad Lausick das Ziel von Dieben – Dutzende Male in den vergangenen Jahren. Sie haben es vor allem auf Kabel abgesehen – allein im letzten Vierteljahr im Wert von 50 000 Euro –, nehmen gern aber auch Maschinen. Sie kommen nachts, an den Wochenenden. Um die Beute transportieren zu können, fahren sie mit Lastwagen vor, durchtrennen Zäune und laden auf, schneiden tonnenweise Kabelstränge zum Teil noch auf handliche Längen. „Das ist keine Sache von fünf Minuten. Die sind stundenlang beschäftigt, in unmittelbarer Nähe von Wohnhäusern“, ist Lehmann beeindruckt von der Unverfrorenheit, mit der die Täter vorgehen. „Das sind keine Kleinkriminelle, das sind Banden“, ist er überzeugt. Und kann nicht verstehen, dass die Polizei ihnen nicht das Handwerk legen kann. Vor zwei Jahren hatte Lehmann gemeinsam mit der Polizei drei Männer erwischt. Vor Gericht standen sie bisher nicht, was der Unternehmer mit Kopfschütteln quittiert. „Im Prinzip ist es immer dasselbe: Sie fahren mit dem Auto rückwärts in die Türe rein und nehmen mit, was sie zu fassen kriegen“, erzählt Torsten Weißflog, der seit 2007 in Bad Lausick das Gartentechnik-Geschäft Motorland betreibt. Banden seien das wohl kaum, das mache die Sache allerdings nicht besser. Der letzte Einbruch ist nicht lange her; die Tür ist noch nicht erneuert. Allerdings liegt ein sperriger Betonring als Sperre davor. „Im Januar hatten wir gerade eine neue Tür eingebaut. Eine Woche hat die gehalten“, sagt Weißflog. Dass Mitstreiter der Branche ähnliche Erfahrungen machen müssen, tröstet ihn nicht. Vier Einbrüche seit dem vergangenen Sommer, Stehl- und Sachschäden von jedesmal 6000 Euro oder mehr – „das schüttelst du nicht so aus dem Ärmel“. Und die Versicherung – die nur abschlagsweise zahlt, so lange die Polizei noch ermittelt – will inzwischen, dass Weißflog aufrüstet: mit starken Gittern, mit ausgefeilterer Sicherheitstechnik. Das kostet nochmal. Weißflog ist ratlos, doch es muss weitergehen. „Wir wissen durchaus um die Brisanz dieser Straftaten“, sagt Polizeisprecherin Ilka Peter. Die Ermittlungen zu den genannten Straftaten dauerten an. Ob es sich um bandenmäßiges Vorgehen handele, ob die Täter immer dieselben seien – all das wisse man erst, wenn man sie habe. Die Polizei prüfe die Fälle mit ähnlichen ab, so Peter: „Dabei sehen wir durchaus über die Grenzen unseres Direktionsbereiches Westsachsen hinaus.“ „Die Staatsanwaltschaft Leipzig hat im Mai vergangenen Jahres gegen zwei Beschuldigte im Alter von 25 und 28 Jahren aus Leipzig Anklage wegen versuchten gemeinschaftlichen Diebstahls erhoben“, sagte Ricardo Schulz, Sprecher der Staatsanwaltschaft, auf LVZ-Nachfrage. Im Strafverfahren gegen beide im November vor dem Amtsgericht in Grimma wurde das Verfahren allerdings eingestellt, „da die in der vorliegenden Sache zu erwartende Strafe hierzu nicht erheblich ins Gewicht gefallen wäre“. Der dritte Mann (23) steht zur Fahndung. „Das Ermittlungsverfahren gegen ihn wurde vorläufig eingestellt, da der Beschuldigte unbekannten Aufenthalts ist“, so Schulz. Gerd Lehmann will nicht weiter tatenlos warten. Dass zwei Jahre nach der Festnahme von drei Tatverdächtigen noch immer kein Urteil gesprochen ist, kann er nicht verstehen. Im Dezember setzte er eine Prämie von 3000 Euro aus für Hinweise auf die Diebe. das hatte nicht den erhofften Erfolg. Deshalb erhöht Lehmann jetzt den Einsatz auf 5000 Euro. Wer zur Aufklärung beitragen kann, wendet sich an Gerd Lehmann (Telefon 0163/7 23 00 00). Lehmann: „Die Einbrüche können doch kein Dauerzustand werden.“

Ekkehard Schulreich

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