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Bad Lausicker Fischer beklagt hohe Verluste

Bad Lausicker Fischer beklagt hohe Verluste

Eine erhebliche Menge des Fischs, den Udo Wolf produziert, landet nicht auf dem Teller. Er verschwindet in den Mägen von Kormoran, Graureiher, Silberreiher. Neuerdings tut sich gern der Fischotter gütlich.

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Udo Wolf beim Probefang mit dem Wurfnetz am Teich in Kleinbeucha. Er ist Fischer in dritter Generation.

Quelle: Jens Paul Taubert

Kleinbeucha. Alles andere als leicht fällt da die Bewirtschaftung der jahrhundertealten Teiche in Kleinbeucha, Eschefeld und Rohrbach. Wolf, Fischer in dritter Generation, trägt es mit Fassung. Zuerst die gute Nachricht: Als Udo Wolf Ende Mai die kleinen Karpfen einsetzte in die von seinem Betrieb gepachteten Teiche, stimmte die Wassertemperatur. Manche Gewässer füllten sich wegen des trockenen Frühjahrs erst recht spät. „Nun müssen wir die Fische erst mal über den Sommer bringen“, sagt Wolf. Bis zum Herbst reiften die Karpfen auf 40 bis 50 Gramm heran, nach drei Jahren seien sie groß genug, um verkauft zu werden. Doch dann wird sich nur noch ein Teil es heutigen Besatzes in den Gewässern befinden. „30 Prozent Verlust sind inzwischen völlig normal. Das bedeutet: Aller drei Jahre wird uns Fischern im Grunde ein Totalverlust zugemutet.“ Vor drei Jahren, als ihm das Vertreiben der Kormorane behördlich untersagt war, habe er sogar 80 Prozent seiner Ernte eingebüßt, sagt Wolf. Erfahrungen, die er mit vielen Berufskollegen teilt. Seit 1928 kümmert sich die Familie um Teiche im Bornaer Land. Udos Großvater Otto war Fischwirt, betreute im Auftrag von Krug von Nidda die Eschefelder Teiche. Udos Sohn Thomas arbeitet heute mit den Eltern und einem Festangestellten im Unternehmen. „Seit vier Generationen sind wir vor Ort. Aber wenn es so weiter geht, gibt es wohl keine fünfte“, sagt der 47-Jährige, der in der gesamten Region rund 140 Hektar Gewässer bewirtschaftet. Fisch Nummer eins ist der Karpfen. Darüber hinaus wachsen Hecht, Wels und Zander als Satzfische für Anglerverbände, zum Teil auch für Topf und Pfanne. „Der Waschbär hat das Zeug, der beste Freund des Fischers zu werden“, lacht Udo Wolf, doch es klingt nicht froh. Der Waschbär, der sich in der Region rasant ausbreitet, weil er keine natürlichen Feinde hat, räumt Nester leer – und dezimiert damit jene großen Vögel, die Wolf Mitesser nennt: Kormorane und Graureiher. Während er Kormorane vergrämen darf, etwa mit seiner Schrotflinte, genießt der Graureiher ganzjährig Schonzeit: „In allen Naturschutzgebieten ist die Jagd ohnehin verboten. Und das betrifft ja 90 Prozent unserer Flächen.“ Er höre nur immer, die Pflege der Teiche, der Erhalt der über Jahrhunderte gewachsenen Kulturlandschaft, die vielen Tieren einen Lebensraum biete, sei wichtig, sagt Wolf: „Aber wie wir das machen sollen, wenn uns so viele Fische verloren gehen, sagt uns keiner.“ Dass die Teichgebiete für viele Arten so attraktiv seien, hänge nicht zuletzt mit der großflächigen Landwirtschaft zusammen, die die Tiere ausweichen lasse. Bis in den September hinein ist der Wolf‘sche Fischverkauf in Kleinbeucha geschlossen, verheißt eine handgeschriebene Tafel. Dann, nach dem Sommer, beginnt die Zeit der Ernte. Dann weiß der Fischwirt, ob die Mühen der vergangenen Monate lohnten. Udo Wolf gibt sich zuversichtlich: „Im Moment jedenfalls sieht es gut aus. Das ist doch schon mal was.“

Ekkehard Schulreich

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