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Bad Lausicker Geflügelzüchter feiern 90-jährigen Geburtstag ihres Vereins

Bad Lausicker Geflügelzüchter feiern 90-jährigen Geburtstag ihres Vereins

Auf 90 Jahre organisierte Geflügelzucht blickt man in diesem Jahr in Bad Lausick zurück. 1922 schlossen sich Rassegeflügelzüchter aus der Kurstadt und der Region zusammen.

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Die Geflügelzucht hat seit 90 Jahren in Bad Lausick eine Heimstatt.

Quelle: Ekkehard Schulreich

Bad Lausick. Das Jubiläum wird am 18. Februar, dem Vorabend des Gründungstages, in Etzoldshain gefeiert. Dabei sind dann auch zwei Männer, die zwei Drittel dieser Vereinsgeschichte mitgeschrieben haben: Gerhard Rühle und Horst Kurth.

„Die nächsten 90 Jahre werden schwieriger, vermutlich schon die nächsten zehn bis zum 100-jährigen Bestehen unseres Vereins", sagt Matthias Kortenhof vom Vorstand. 35 Mitglieder zählt der Rassegeflügelzüchterverein in seinem Jubiläumsjahr. Es fehle nicht nur am Nachwuchs. Die Ungewissheit über den künftigen Ausstellungsort - die traditionell genutzte Turnhalle an der Mittelschule will die Stadt baldmöglichst durch einen Neubau ersetzen, der dann so kaum noch zur Verfügung steht -, aber auch zunehmende behördliche Reglementierungen setzten den Züchtern zu. Viele im Verein seien inzwischen Mitte 40, Mitte 50, ein erheblicher Teil noch älter, ergänzt der Vorsitzende Konrad Müller. Damit sei der Verein relativ stabil, aber mit Blick auf die Zukunft brauche man neue Mitstreiter.

Als Gerhard Rühle zum Verein stieß, 1951, waren die Zeiten andere. „Wir Jungs waren doch auf die Kleintierhaltung fixiert", sagt der 74-Jährige aus Bernbruch. Mit 14 Jahren in den Verein zu gehen, sei Usus gewesen; die Jugendgruppe, die damals entstand, zählte an die zehn Köpfe. Auch Horst Kurth, der Bad Lausicker, ist seither dabei. Inzwischen sind die Jungen von einst Urgesteine des Vereins. Dessen Anfänge liegen in den gar nicht so goldenen zwanziger Jahren, dien Jahren nach dem ersten Weltkrieg, geprägt von Hunger, Arbeitslosigkeit, Krisen. Dass der Verein bei einem 1922 festgesetzten Monatsbeitrag von zwei Mark schon bald Millionär war - und die Beitragshöhe monatlich angepasst werden musste -, wirft ein bezeichnendes Licht auf die inflationären Verhältnisse im Land. Denen zum Trotz findet im Dezember 1923 die erste Allgemeine Rassegeflügelschau des Bad Lausicker Vereins statt - im Gasthof zur Sonne in Reichersdorf. In der Anfangszeit wurden im Schnitt 180 bis 250 Käfige aufgestellt.

In den dreißiger Jahren stiegen Mitgliederzahlen und Aktivitäten, gab es auch gemeinsame Vergnügen und Ausflüge. Der Zweite Weltkrieg bedeutete einen herben Einschnitt. Doch die Geflügelzucht erholte sich schnell - als Freizeitbeschäftigung, aber auch aus wirtschaftlichen Erwägungen heraus. „Anfang der fünfziger Jahre zählte der Verein schon bis zu 70 Zuchtfreunde", sagt Kortenhof. Ein Jahrzehnt später waren Schauen mit 700 Tiere keine Seltenheit mehr. Horst Kurth kümmerte sich ab 1966 explizit um die jungen Züchter.

Eine Zäsur brachte auch die politische Wende 1989/90, doch der Verein, nun losgelöst vom Verband der Kleingärtner, Siedler und Kleintierzüchter, startete neu durch. Im Laufe der Jahrzehnte gab es zahlreiche Zuchterfolge und Preise auch auf internationalem Ausstellungsparkett. „Besonders bemerkenswert ist die Herauszüchtung Schwarzer Mittelhäuser, die Hugo Pommerening gelang", sagt Kortenhof.

„Unsere Jubiläumsschau findet am Ende des Jahres statt", blickt der Vorsitzende Konrad Müller voraus. Eingebunden werden soll dabei auch die 22. Strasser-Schau mit rund 400 Tieren. Und natürlich wolle der Club der Chabos, der seit 1993 die Ausstellungen bereichere, wieder mit dabei sein: „Das aber hängt davon ab, ob wir einen geeigneten Ausstellungsort finden."

Ekkehard Schulreich

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