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Bad Lausicker Kilianskirche: 900 Jahre altes Kunstwerk ist nun gesichert

Bad Lausicker Kilianskirche: 900 Jahre altes Kunstwerk ist nun gesichert

Bad Lausick hat nicht nur die mit 900 Jahren älteste Stadtkirche Sachsens. Das Bauwerk birgt in der Apsis das älteste bekannte Malerei-Fragment im Freistaat. Die Malerei wird zeitlich früher eingeordnet als jene in der Bornaer Kunigunden-Kirche.

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Restauratorin Diana Berger-Schmidt bei der Arbeit.

Quelle: Jens Paul Taubert

Restauratorin Diana Berger-Schmidt hat das Bild seit dem Sommer gesichert, gereinigt und konserviert. Unmittelbar vor Weihnachten fiel das Gerüst, ist der Blick nun wieder frei auf ein faszinierendes Kunstwerk.

„Es ist einfach professionell gemalt, oft mit einem Pinselschwung. Es gibt kaum Korrekturlinien." Diana Berger-Schmidt ist begeistert von jener Malerei in der Bad Lausicker Kilianskirche, um deren Sicherung sie sich seit dem Frühsommer intensiv kümmerte. Das rund 900 Jahre alte Malerei-Fragment in der Wölbung über dem Altar hatte sich im Laufe der Jahrhunderte von seinem Untergrund abgelöst. Die Tausenden kleinen Schollen drohten abzustürzen. Diese Gefahr ist nun gebannt. „Mit 22 Kilogramm Spezialmörtel wurde alles hinterfüllt", sagt die Diplom-Restauratorin, um zu präzisieren: „Die Hinterfüllung erfolgte schrittweise mittels Injektionsspritzen." Das Netzwerk der Risse ist verschlossen, Ergänzungen, die die Vorfahren vornahmen, wurden nach zeitgemäßer Restaurierungsmethode angeglichen. Zudem wurden oberflächige Verunreinigungen abgetragen. Die vergangenen drei Wochen waren vor allem mit Retuschen angefüllt; Sonia Cardenas und Mareike Schmidt, Restauratorinnen aus Berlin und Leipzig, halfen der gebürtigen Breitenbornerin mit schmalem Pinsel, die Risse und kleine Fehlstellen kaum mehr sichtbar sein zu lassen. Der nun im roten Porphyrfarbton lasierte Apsisbogen gibt der Apsismalerei eine geeignetere Rahmung.

„Der beste Eindruck ergibt sich mit einigem Abstand", sagt Diana Berger-Schmidt. Etwa, wenn man vor dem Altarraum steht und den Blick in die Höhe richtet. Christus in segnender Geste, eingefasst von einer Mandorla, einer ovalen Aura. Zu seinen Seiten die vier Symbole der Evangelisten: Adler, Stier, Löwe und der Engel. Außen zwei geflügelte Figuren, eine mit einer Weltenkugel, die andere einen Botenstab. „Kilian, der Namenspatron der Bad Lausicker Kirche, ist im erhaltenen Malereiprogramm nicht zu finden", sagt die Restauratorin und widerlegt eine These vom Beginn der Arbeiten. Kilian würde einen gebogenen Bischofsstab und eine Bischofsmütze tragen. Die Malerei zu bewerten, wird Aufgabe von Kunsthistorikern sein, welche für Anfang Januar eingeladen wurden.

Pünktlich zum Weihnachtsfest konnte das Gerüst über dem Altar abgebaut werden. Abgeschlossen ist die Arbeit für die Restauratorin damit aber noch nicht. Jetzt geht es an die Dokumentation aller Ergebnisse und die Fertigstellung der Umzeichnung des Bestandes am Computer: „Mit einer derartigen, digitalen Darstellung soll versucht werden, eindeutig nachvollziehbare Fehlstellen in der Malerei zu schließen." Weil das historischen Dokument bewahrt werden soll, wird es auf der Wandfläche selbst keinerlei Bildergänzungen geben. Kirchenbesucher werden aber die digitale Umzeichnung in die Hand bekommen und können damit auf Spurensuche gehen.

Der Förderverein St. Kilianskirche hatte zudem erwogen, ein ergänztes Bild bei Bedarf auf die Apsis zu projizieren. Auf jeden Fall unterstützt der Verein die Sicherungsarbeiten an diesem wertvollen Bild mit 10 000 Euro. Das beschloss er auf seiner Jahreshauptversammlung, auf der Diana Berger-Schmidt über ihre Arbeit berichtete. Trotz der Gelder, die die Kirchgemeinde und die Denkmalpflege gebe, werde die Summe wohl nicht reichen, fürchtet Fördervereinsvorsitzender Manfred Schön: „Wir brauchen deshalb dringend weitere Unterstützung, damit die Sanierung abgesichert und die bedeutende Malerei bald ins passende Licht gerückt werden kann. Hierzu muss sie möglichst gleichmäßig und in warmem Lichtton ausgeleuchtet werden".

Ekkehard Schulreich

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