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Bad Lausicker Museum ehrt Bildhauer Gustav Tschech-Löffler

Bad Lausicker Museum ehrt Bildhauer Gustav Tschech-Löffler

Als der Dirigent Franz Konwitschny Abschied nahm vom Leipziger Gewandhausorchester, schenkte ihm die Stadt eine Beethoven-Büste. Geschaffen hatte sie der Bildhauer Gustav Tschech-Löffler, der bis zu seinem Tod 1986 in Bad Lausick lebte.

Bad Lausick. Köpfe Beethovens, Händels, Pestalozzis, Schillers, von Tschech-Löffler geformt, sowie Tierplastiken des Künstlers sind ab Mittwoch im Bad Lausicker Kur- und Stadtmuseum zu sehen.

„Ich freue mich, dass diese Ausstellung zustande kommt“, sagt Sigrid Tschech-Löffler, die fast 80-jährige Witwe des Bildhauers, die in Bad Lausick lebt und die dessen künstlerisches Erbe pflegt. Anders als manch andere mit Tschech-Löfflers Kunst für den öffentlichen Raum umgegangen sind: Die große Rotwild-Gruppe, die in der Grünanlage gegenüber des Bahnhofes stand, wurde von Unbekannten mehrfach beschädigt und am Ende irreparabel zerschlagen. Dagegen ist der Fischbrunnen auf dem Untermarkt, den der Künstler Ende 1948 der Stadt schenkte, längst restauriert und nach wie vor eine Bereicherung des Stadtbildes. Dasselbe trifft zu auf die Fassadengestaltung zu Ehren Friedrich Schillers am Eckhaus Schillerstraße/ Wiesenstraße im Neubaugebiet. „Mein Mann hätte gern zu Lebzeiten eine größere Ausstellung in der Stadt gemacht, etwa im Kurbad“, sagt Sigrid Tschech-Löffler, überzeugt davon, dass er sich über die kleine Schau im Kur- und Stadtmuseum ebenfalls freuen würde.

Dort wird in dem Raum der Dauerausstellung, der sich der Bad Lausicker Kultur und den Vereinen widmet, an Gustav Tschech-Löffler erinnert. In einer Vitrine sind Kleinplastiken zu sehen. In unmittelbarer Nachbarschaft würdigt das Museum zwei Bad Lausicker Maler, Friedrich Rudolf Reese und Friedrich Kaufmann. „Reese und Tschech-Löffler haben vieles gemeinsam gemacht, haben zusammen ausgestellt. Sie waren populär“, sagt Museumsmitarbeiter Jürgen Zschalich. „Wir zeigen vor allem seine mit viel Liebe zum Detail geschaffenen ausdrucksstarken Tierplastiken“, sagt er. Die Witwe des Künstlers stellte aus dem Nachlass eine ganze Reihe von Arbeiten zur Verfügung. Thematisch ergänzt werden sie durch besagte Denker-Büsten. Gustav Tschech-Löffler, 1912 in Böhmen geboren und nach dem Zweiten Weltkrieg in die Kurstadt gekommen, gestaltete, gleichwohl er sich, wie er einmal sagte, nicht als Marxist verstand, zahlreiche politische Köpfe für Schulen und Einrichtungen. Während sein Karl Marx, der auf dem heutigen Dr.-Schützhold-Platz aufgestellt war, nach der Jahrtausendwende bei einer Aufräum-Aktion aus Bad Lausick verschwand, bewahrt die Frohburger Mittelschule seinen Maxim Gorki, die Frankenhainer die von ihm gestaltete Erinnerungsstätte an Hans Coppi. Darüber hinaus sind Plastiken auf Schmuck- und Spielplätzen in Leipzig, Kitzscher, Gnandstein anzutreffen, aber auch in manchem Bad Lausicker Vorgarten.

Zwei Jahre vor Tschech-Löfflers 100. Geburtstag lenkt seine Wahlheimatstadt mit dieser Schau wieder den Blick auf diesen Bildkünstler. Besichtigt werden kann sie ab heute bis zum 13. Juni. Der Geschichtsverein Bad Lausick lädt am 14. Mai, 16 Uhr, zu einer kleinen Vernissage ein, zu der Sigrid Tschech-Löffler kommen will. Vielleicht, überlegt sie, stellt sie gegen Ende des Jahres dem Museum leihweise jene Krippe zur Verfügung, die ihr Mann gestaltete und die sie nach seinem Tod zu jedem Weihnachtsfest in der Stube aufstellt.

Ekkehard Schulreich

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