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Geithain Bad Lausicker „Riff“-Galerie lädt ein zu Wanderungen durch Bild- und Seelenwelten
Region Geithain Bad Lausicker „Riff“-Galerie lädt ein zu Wanderungen durch Bild- und Seelenwelten
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12:27 02.03.2016
Robert Mortenson mit „Picknick am Wegesrand“ (links). Quelle: Jens Paul Taubert
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Bad Lausick

Auf „Wanderungen“ begleiten können die Besucher der Bad Lausicker „Riff“-Galerie in den nächsten Wochen den in Leipzig lebenden Maler Robert Mortenson. Dabei begegnen ihnen nicht nur stille Landschaften, sondern auch expressive Charaktere und Arrangements, von denen einige auf den ersten Blick – und nach einem zweiten, der auf den Titel des Bildes gerichtet ist – Rätsel aufgeben. Für den 42-Jährigen durchaus absichtsvoll: „Ich schaffe das Bild – mit einer Motivation, die sich dem Betrachter nicht zwingend erschließen muss.“ Entscheidend sei das Bild, das aus der Betrachtung, einer ebenso schöpferischen Leistung, entstehe. Auch in diesem Spannungsfeld sieht er seine „Wanderungen“ durch Räume und Seelenzustände verortet.

Ein wenig bewegtes Meer im Abendlicht, ein Wiesenstück mit Mohn, Pferde in sattem Grün zeigt ein Teil der Schau, Menschen, Physiognomien, Allegorisches ein anderer. Das Doppelbödige reize ihn, sagt Mortenson, Architekt, der viele Jahre im Büro des Bad Lausickers Axel Höer tätig war – deshalb diese Beziehung zur Kurstadt. War es berufsgemäß zuerst das Zeichnerische, das seine Bilderwelten bestimmte, greift er seit anderthalb Jahrzehnten auf Öl und Acryl zurück, arbeitet großformatiger auf Leinwand. „Von Kindheit an haben mich die alten Meister fasziniert“, sagt er, meint die Holländer, meint die Vieldeutigkeit der biblischen Symbole, der Kontexte, der Geschichten hinter dem Offenbaren. Farbe betrachtet er dabei als „eine Art menschliches Wahrnehmungsprivileg“, seine Bilder „als Entdeckungsreise in die scheinbar schwer fassbaren Zustände des Seins“. Als Zeugnisse einer Selbstvergewisserung und gleichermaßen als Gesprächsangebot an ein Publikum, das er seit Jahren in Ausstellungen der kleinen Form findet. Die Botschaften, die er mit der Kraft der Bilder transportieren will, sind keine gestanzten Wahrheiten; sie nehmen erst im Kopf des Betrachters gültig Gestalt an.

„Manchmal lege ich einfach los, improvisiere, bin von dem Ergebnis selbst überrascht“, sagt er. Andernmals ist die Bildidee fertig im Kopf, drängt darauf, möglichst präzise auf Fläche übertragen zu werden. Die Titel der Bilder finden sich im Nachhinein, weniger als Erklärung, eher als Tipp, innezuhalten. „Tafelsilber der Byzantiner“ heißt eines der Werke, das ein Vertiefen verlangt, Tafelsilber, das angesichts der Griechenland-Krise allenfalls Abglanz noch ist, kritisch aus dem Bildwinkel betrachtet von einem Mann im Profil, den politisch Aufgeschlossene als den hellenischen Ex-Finanzminister Yanis Varoufakis personifizieren. Das „Picknick am Wegesrand“ zeigt eine aus Leibern geformte Landschaft, zugleich aber neue, fiktive Räume, lehnt es sich doch an den 1971 entstandenen Science-Fiction-Roman der Russen Arkadi und Boris Strugazki an, längst ein Klassiker der SF-Literatur.

Von Ekkehard Schulreich

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