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Bad Lausicker Schüler erforschen Schicksal von Max Lohmann – Zeitzeugen gesucht

Stolperstein-Projekt Bad Lausicker Schüler erforschen Schicksal von Max Lohmann – Zeitzeugen gesucht

Das Bad Lausicker Stolperstein-Projekt wird fortgesetzt. Im Juni nächsten Jahres wollten sie an das Schicksal des verfolgten SPD-Mitglieds Max Lohmann erinnern. Vor dem Haus Reichersdorfer Straße 1, wo er zuletzt lebte, soll ein Stolperstein verlegt werden. Die Projektgruppe sucht Zeitzeugen, die Max Lohmann oder andere politische Verfolgte aus Bad Lausick kannten.

Stolpersteine erinnern in Bad Lausick bereits an Mitglieder der jüdischen Familie Hirsch.

Quelle: Julia Tonne

Bad Lausick. Das Bad Lausicker Stolperstein-Projekt wird fortgesetzt. „Nachdem im vergangenen Jahr in der Straße der Einheit 40 die ersten sieben Stolpersteine für die jüdische Familie Hirsch verlegt werden konnten, recherchiert derzeit die 10. Klasse der Werner-Seelenbinder-Oberschule in Zusammenarbeit zu politischen Opfern der NS-Diktatur aus Bad Lausick“, sagt Henry Lewkowitz vom Leipziger Verein Erich-Zeigner-Haus, der die Schüler bei dem Projekt unterstützt.

Im Juni nächsten Jahres wollten sie an das Schicksal des verfolgten SPD-Mitglieds Max Lohmann erinnern.

Max Lohmann (1896 - 1971)

Max Lohmann (1896 - 1971).

Quelle: Erich-Zeigner-Haus

Vor dem Haus Reichersdorfer Straße 1, wo er zuletzt lebte, soll ein Stolperstein verlegt werden. Für das Projekt recherchiert die Gruppe um Lehrerin Anke Schneider im Staatsarchiv Leipzig und im Archiv des Internationalen Suchdienstes Bad Arolsen sowie in Onlinearchiven. Der Geschichtsverein Bad Lausick leistet Unterstützung. Ermöglicht wird die Recherche zudem durch Unterstützung der F. C. Flick Stiftung gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Intoleranz.

Max Lohmann, 1896 geboren, war Elektromonteur. Obwohl er noch im Ersten Weltkrieg kämpfte und das Eiserne Kreuz 2. Klasse trug, wurde das SPD-Mitglied als „Volksschädling“ und wegen „staatsfeindlicher Gesinnung“ 1938 inhaftiert. Im Konzentrationslager Buchenwald erlitt er schwere gesundheitliche Schäden. Nach seiner Haftentlassung wurde ihm die Wohnung gekündigt, er stand weiterhin unter Aufsicht der Geheimen Staatspolizei. Der kinderlose Max Lohmann verstarb 1971.

Die Projektgruppe sucht Zeitzeugen, die Max Lohmann oder andere politische Verfolgte aus Bad Lausick kannten. Wie im vergangenen Jahr wird aus den gesammelten Informationen ein Flyer entstehen, mit welchem die Schüler öffentlich um Spenden für den Stolperstein sammeln werden. „Mit diesem Folgeprojekt wollen wir gezielt auch anderen Opfergruppen aus Bad Lausick gedenken und so unseren Beitrag für eine Erinnerungskultur in Bad Lausick leisten, die alle NS-Opfer berücksichtigt“, so Lewkowitz.

Kontakt zu dem Projekt per Telefon 0341/8709507 oder E-Mail an die Adresse kontakt@erich-zeigner-haus-ev.de

Von Ekkehard Schulreich

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