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Bad Lausicker Schule bildet jetzt Erzieher berufsbegleitend aus

Bad Lausicker Schule bildet jetzt Erzieher berufsbegleitend aus

90 junge Frauen und Männer möchten im Sommer in Bad Lausick ihre Erzieher-Ausbildung beginnen. Doch die Evangelische Schule für Sozialwesen hat nur 50 Plätze - und muss auswählen.

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Kürzlich beim Tag der offenen Tür in der Evangelischen Schule: gute Stimmung selbst beim Küchenkollektiv.

Quelle: Jens Paul Taubert

Bad Lausick. Freie Kapazitäten gibt es dagegen noch für jene, die mit einem Mittelschul-Abschluss noch die Hochhochschulreife erreichen wollen. Die berufsbegleitende Ausbildung zum Erzieher, ab August erstmals in Bad Lausick angeboten, ist noch nicht ganz ausgebucht.

Dass drei Bewerber auf einen Ausbildungsplatz kommen - diese zumindest aus Schulsicht idyllischen Zeiten sind auch an der Evangelischen Schule für Sozialwesen Bad Lausick passee. Dennoch erfährt die Bildungseinrichtung, die seit mehr als einem halben Jahrhundert existiert und über Sachsen hinaus einen guten Ruf genießt, bei der Erzieher-Ausbildung noch immer einen Zuspruch, der ihre Möglichkeiten übersteigt. „Diese sehr erfreuliche Entwicklung war so zu Jahresbeginn gar nicht absehbar", freut sich Schulleiter Friedemann Rüger. Dass auf 50 Plätze 90 Bewerber kommen, nimmt er aus Bestätigung einer fundierten Arbeit seiner Lehrerschaft. Bei mehreren Bewerbertagen müsse jetzt eine Auswahl getroffen werden. Beleg für die anerkannten Leistungen der Absolventen sei, dass sie kaum Mühe hätten, eine Stelle zu finden: „Wir können im Grunde eine Arbeitsplatz-Garantie geben." Zur Vertiefung der Kontakte zwischen der Schule und den potenziellen Arbeitgebern trug kürzlich ein Träger- und Mentorentag bei, einer Art kleiner Messe für jene, die die Einrichtung in wenigen Wochen als staatlich geprüfte Erzieher verlassen.

Nicht nur sie werden dazu beitragen, den in der Branche prognostizierten Fachkräftemangel zu mildern. „Als Schule der Landeskirche wollen wir durch ein neues berufsbegleitendes Angebot dieser Entwicklung entgegenwirken", sagt Rüger. Zudem brauchten Menschen, die bereits erfolgreich mit Heranwachsenden arbeiteten, eine Qualifizierung, die sie nicht aus ihrem Arbeitsumfeld herauslöse. Dreieinhalb Jahre dauert die Ausbildung, für die es ab August erstmals 25 Plätze in Bad Lausick gibt. Für das Gros der Plätze gibt es bereits Interessenten, Frauen vor allem, wenige Männer, im Alter zwischen 30 und Anfang 40, die aus unterschiedlichen Professionen schließlich zur Arbeit mit Kindern fanden. Anderthalb Tage pro Woche, außerdem häufig sonnabends sowie mehrfach im Kompaktphasen werden sie in Bad Lausick lernen, in der anderen Zeit wie gewohnt arbeiten. „Das schafft eine Verzahnung von Unterricht und Praxis", nennt Friedemann Rüger einen entscheidenden Vorteil. Einige kurzfristige Bewerber könne man noch aufnehmen. Voraussetzung: Sie müssen in einer Kindereinrichtung angestellt sein.

Nachfragen lohnt sich auch noch für das Fachoberschul-Profil. Hier können Absolventen einer Mittelschule binnen drei Jahren die Fachhochschulreife erlangen und sich den Weg zu einem Studium ebnen. Zum Beispiel an der Evangelischen Hochschule in Dresden, mit der die Bad Lausicker Einrichtung demnächst einen Kooperationsvertrag abschließen wird, aber natürlich auch an anderen Fachhochschulen. Wider Erwarten wird dieser Bildungweg, den es in Bad Lausick seit 2003 gibt und der den Wegfall des Gymnasiums in der Stadt in Teilen kompensieren sollte, von jungen Bad Lausickern kaum genutzt, statt dessen rege aus dem Leipziger Umland und sogar aus dem Chemnitzer Raum.

Ekkehard Schulreich

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