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Geithain Bad Lausicker Stadtmusik wird 15 - und lädt zu Jubiläumskonzert in die Bläserakademie
Region Geithain Bad Lausicker Stadtmusik wird 15 - und lädt zu Jubiläumskonzert in die Bläserakademie
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11:28 14.10.2011
Klaus Fischer bei einer Probe mit der Stadtmusik.
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Bad Lausick

Letzteren das Orchesterspiel zu ermöglichen, vor allem aber ein frisches, klangvolles Bad Lausicker Amateur-Ensemble zu haben, das sich der Bläsermusik in ihren Facetten verschreibt, waren die Intentionen.

Dass sich die Stadtmusik hören lassen kann, zeigt sie am 23. September bei einem Festkonzert in der Bläserakademie. „Musik zu machen, gefällt mir einfach. Und wenn unsere Musik beim Publikum ankommt, genieße ich es", sagt Antje Schindler. Die Lauterbacherin, die aus einer Musiker-Familie stammt, hat fast die gesamten anderthalb Jahrzehnte Bad Lausicker Stadtmusik miterlebt und mitgestaltet. „Die Älteren, die schon vorher Musik machten, bilden das Rückgrat", sagt die 39-Jährige, die Querflöte spielt und die selbst zu diesen Älteren gehört: Seit der 2. Klasse involviert, war sie vordem im Jugendblasorchester Kitzscher. Doch die üppige Jugendblasmusik-Szene des Leipziger Südraums, sie fiel nach der Wende auseinander. Kein Wunder, dass manche sich nach 1996 in der Bad Lausicker Stadtmusik wiedertrafen.

Das sieht Klaus Stegemann nicht anders.An die Stadtmusik-Anfänge erinnert sich der 54-Jährige gut und gern: „Gemeinsam mit Eberhard Fritzsche und Heiko Schulze haben wir in unserem Garten die Pläne geschmiedet." Mit Rockmusik habe er begonnen, immer Tanzmusik gemacht, sagt Stegemann: „Dennoch habe ich durch die Blasmusik viel gelernt und freue mich, das weitergeben zu können." In der Bad Lausicker Stadtmusik war Sohn Simon erster Nachwuchs-Schlagzeuger; heute ist er bekannt mit der Band „Triekonos".

Impulsgeber, ergänzt Schulze, heute Geschäftsführer von Sächsischer Bläserphilharmonie und Deutscher Bläserakademie, seien Joachim Czichos, Präsident der Privilegierten Schützengilde, und Bürgermeister Josef Eisenmann gewesen. Doch die Idee sei schnell über die eines bloßen Orchesters hinausgewachsen. „Wir wollten ein Podium für junge Leute, wollten Nachhaltigkeit", sagt Schulze. Das habe man zweifellos erreicht, und er, der die Stadtmusik im ersten Jahrzehnt leitete, freue sich zu sehen, „dass das Projekt weiterläuft. Das ist für mich der schönste Lohn."

Gegründet wurde die Stadtmusik als eine Abteilung des Kulturvereins Bad Lausick Creativ. Weitere Kultur- und Kunst-Initiativen sollten unter dessen Dach heimisch werden; das geschah nicht. Stattdessen wurde die Stadtmusik selbst zu einem Verein. Für Claus-Peter Steinbach, Vereinschef der ersten Stunde, Anlass, eine positive Bilanz zu ziehen. „Sieben Stadtmusikfeste bleiben unvergessen. Zahlreiche Konzerte in Nah und Fern sowie Probenlager haben die Musikergemeinschaft gefestigt", resümiert er. Mehr als 90 Musikerinnen und Musiker waren oder sind Mitglied des Vereins, 32 aktive Musiker spielen heute im Orchester. Die „Youngster Band" war der Nachwuchs, der aus der Musikschule kommenden jungen Musiker. Unter Klaus Fischer, seit Anfang 2008 künstlerischer Leiter, habe sich das Repertoire von der sinfonischen hin zur mehr Unterhaltungsmusik gewandelt. Und mit dem Umzug in den Neubau der Deutschen Bläserakademie habe des Ensemble endlich auch geeignete Probenräume und ein Büro.

„Ohren- und sinnenfreundlich" beschreibt Klaus Fischer sein künstlerisches Konzept. „Wir machen keine Musikschule mit erhobenem Zeigefinger, keine Experimente. Wir bieten unterhaltsame Kost." Ob Evergreens Musical-Melodien, Oldies, Klassiker-Titel - vieles von dem, was in den vergangenen anderthalb Jahrzehnten erarbeitet wurde, ist in Ausschnitten am 23. Oktober beim Jubiläumskonzert zu hören. Neues selbstverständlich inklusive, doch dazu schweigt sich Fischer, der auch Dirigent des Orchesters des Musikvereins Neukieritzsch-Regis ist, aus.

Seit es in Bad Lausick kein Gymnasium mehr gibt, junge Leute zu Schule und Ausbildung oft nach außerhalb fahren, ist es um den Orchester-Nachwuchs nicht mehr so üppig bestellt. Vielleicht, sagt Antje Schindler, finde ihre Tochter irgendwann einmal Zeit, das Ensemble zu verstärken. Die Gymnasiastin, die in Grimma zur Schule gehe und Klarinette spiele, schaffe es zurzeit aber nicht, abends noch zu Proben zu gehen.

Das Konzert der Stadtmusik am 23. Oktober beginnt 15 Uhr in der Bläserakademie. Der Erlös wird für die Anschaffung zweier dringend benötigten Pauken verwendet.

Ekkehard Schulreich

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