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Geithain Bad Lausicker "Waldfrieden" ist seit zehn Jahren Kindertagesstätte
Region Geithain Bad Lausicker "Waldfrieden" ist seit zehn Jahren Kindertagesstätte
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12:43 07.03.2011
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Bad Lausick

Das Jubiläum war am Sonnabend Anlass für ein kleines Fest.

Dass die Arbeiterwohlfahrt Mulde/Collm vor einem Jahrzehnt mit der Neueröffnung einer Kindertagesstätte in Bad Lausick neues Leben in das ehemalige Kinderheim brachte, war für Geschäftsführerin Eva Scharmann eine goldrichtige Entscheidung: „Gar keine Frage!" Das Vorhaben in Schwung gebracht hatte damals das Ende des evangelischen Kindergartens in der Stadt. Während die von der Schließung betroffenen Eltern nach einer Alternative suchten, die einen religionspädagogischen Ansatz weiterführt, wünschte sich der Verein einen neuen Nutzer für das unmittelbar am Wald gelegene Haus. Dass gerade die Arbeiterwohlfahrt sich kirchlichen Aspekten in der Bildungs- und Erziehungsarbeit öffnete, sorgte bei manchem für Verwunderung, vor allem aber für Zuspruch. „Und wir praktizieren das noch immer und mit großer Freude", sagt Ina Knofe, die das Haus seit Beginn an leitet. Christliche Werte und die Feste im Jahreskreis spielten ebenso eine Rolle wie die wöchentliche Kinderandacht. „Den Kinder gefällt es, und die Eltern wissen das zu schätzen", sagt sie. Die Mädchen und Jungen gestalten seit Jahren auch Gottesdienste, etwa zu Ostern und zum Erntedankfest, in den umliegenden Kirchen mit, demnächst wieder am 1. Mai in Ballendorf.

Ein zweiter Schwerpunkt ist die beinahe täglich praktizierte Naturnähe auf den Naturspielgeräten des Spielplatzes, und auf Spaziergängen durch den Wald, der unmittelbar hinter dem Komplex beginnt. „Wir sind viel draußen. Ein Waldkindergarten sind wir aber nicht", betont Knofe. Und lacht, wenn Eltern oder Besucher sagen: „Bei euch ist es ja wie im Urlaub." Ein ambitioniertes Vorhaben, das 2001 stand, ließ sich nicht durchhalten: das spielerische Erlernen des Englischen durch einen Muttersprachler. Als die Förderung durch das Landesjugendamt auslief, legten die Eltern noch für ein halbes Jahr zusammen. Dann ging es nicht mehr. Ganz abgeschrieben hat Ina Knofe dieses Vorhaben nicht, doch um es erfolgreich umzusetzen, brauche es einen Muttersprachler, der einen in Deutschland anerkannten Erzieher-Abschluss habe.

60 Mädchen und Jungen hat das Erzieherinnen-Team im zurückliegenden Jahrzehnt zur Schulreife geführt, mehr als 500 Kinder in diesen Jahren betreut. Gab es zunächst 32 Plätze zunächst nur im Erdgeschoss, wurde ausgebaut, sodass die Kapazität heute bei 56 Plätzen liegt. Der Anteil mit 23 Krippenplätzen ist erheblich. Kümmerten sich zuerst drei Erzieherinnen und die Kinder, sind es heute acht; darunter sind mit Susanne Haasler und Claudia Bindig zwei junge Frauen, die einst hier ein Praktikum absolvierten. Neben Knofe, die berufsbegleitend ihren Abschluss als Diplom-Sozialpädagogin machte, gehört Reinigungsfrau Ingrid Berger zu denen der ersten Stunde. Die AWO hat den Komplex über Erbbaupacht von der Stadt Bad Lausick übernommen und in den vergangenen zehn Jahren eine Menge Geld, darunter Fördermittel, investiert.

Zu einem nicht unerheblichen Teil brachten sich auch die Eltern ein mit Geld, Sachleistungen und Körperkraft. Im Herbst 2010 organisierten sie sogar ein großes Benefizkonzert, um eine Dachreparatur zu ermöglichen. „Da war sie wieder, diese Aufbruchstimmung wie in der Anfangszeit", sagt Knofe, dankbar für das Engagement so vieler Mütter und Väter.

Die AWO selbst möchte, wenn die Gelder zur Verfügung stehen, die Fassade des Hauses sanieren. „Das haben wir mittelfristig im Blick", sagt Eva Scharmann. Knofe träumt zudem davon, eines Tages auch die Etage unter dem Dach nutzen zu können; weil fünf oder zehn Zentimeter Raumhöhe fehlen, schließe das der Gesetzgeber zurzeit aus. Einige zusätzliche Plätze könnten hier entstehen und nicht zuletzt die Betriebskosten günstiger gestalten: „Vor allem aber ist die Nachfrage da. Wir sind seit Jahren ausgebucht."

Ekkehard Schulreich

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