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Bad Lausickerin zeigt in neuer Foto-Schau Reize und Brüche Südafrikas

„Riff“-Galerie Bad Lausickerin zeigt in neuer Foto-Schau Reize und Brüche Südafrikas

Neugierig machen auf Südafrika, das machen die Fotografien der Bad Lausicker Christl Teschke zweifellos. Sie zeigen ein Land voller Schönheit und Widersprüche. In der „Riff“-Galerie sind diese Bilder jetzt zu sehen.

Christl Teschke in ihrer neuen Ausstellung in der Bad Lausicker „Riff“-Galerie. Die Schau ist bis Ende Februar zu sehen.

Quelle: Jens Paul Taubert

Bad Lausick. Südafrika: Das ist die Sonne, die im Untergehen den Spiegel der See berührt. Ist die Seilbahn-Fahrt auf den Tafelberg hinauf, unter der Gondel Wolken, Fels, Meer. Südafrika sind exotische Tiere und Pflanzen. All das bemerkt Christl Teschke nicht minder, doch sie sieht mehr, betrachtet Schönheit nicht losgelöst. Ihre Fotografien, seit Beginn der Woche in der Bad Lausicker „Riff“-Galerie zu sehen, geben einen nachhaltigen Eindruck davon. Die kaum drei Dutzend Aufnahmen sind nur ein Bruchteil dessen, was die Bad Lausickerin auf ihren beiden Reisen in die Kap-Provinz, in Nationalparks, in das in sich abgeschlossene Königreich Lesotho fotografisch aufspürte und festhielt.

„Wenn ich in ein Land reise, will ich eintauchen in alte Kulturen, will ich ein Stück hinter die Kulissen sehen“, sagt Teschke. Vor allem Asien hat sie in den vergangenen Jahren intensiv bereist. Die Kamera ist immer dabei; seit 2011 setzt sie auf Digitalfotografie. Christl Teschke ist der soziale Kontext der Bilder wichtig, gerade auch in Südafrika, einem Land im Aufbruch, einem Land, zerrissen zwischen arm und reich, in dem Apartheid ein Vierteljahrhundert nach ihrem offiziellen Ende spürbar ist. „Man kann kein Land dokumentieren ohne seine Menschen“, sagt sie. In der neuen Ausstellung zeigt sie Porträts, die mehr sind als Illustration. Selbstbewusste Frauen zeigt sie, voller Energie und Zuversicht, ohne das schwierige gesellschaftliche Umfeld auszublenden. Und – natürlich – zeigt sie die Faszination, die ausgeht von den Landschaften des südlichen Afrikas. Sie deutet einen großen Bogen an, der den Betrachter der Schau entlässt mit dem Wunsch, unbedingt mehr zu sehen, mehr zu erfahren.

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Die Fotografin Christl Teschke hat viele Länder Asiens intensiv bereist, ehe sie Südafrika für sich entdeckte. In einer neuen Ausstellung in der „Riff“-Galerie macht sie neugierig auf ein Land voller Reize, spart Brüche und Widersprüche nicht aus. Landschaften zeigt sie, aber auch Menschen und beschreibt so in vielen Facetten ein Land im Aufbruch.

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„Wir sind uns oft gar nicht bewusst, wie gut es uns geht“, sagt Christl Teschke angesichts mitteleuropäischer Geborgenheit. Die Gefahr jäher, schmerzlicher Veränderungen ist latent, kann weit in Persönlichstes eingreifen, wie sie selbst beim schweren Unfall ihres Mannes Jürgen vor sieben Jahren erfahren musste. Über Jahrzehnte war das Fotografieren etwas, was beide einte, ein Kosmos. Sie gehörten zum Fotoclub des Braunkohlenwerkes Borna, wo beide in den DDR-Jahren arbeiteten. Die Diplomchemikerin sattelte um, wechselte ins Landratsamt, später zum Zweckverband Abfallwirtschaft Westsachsen, kümmerte sich für den Entsorgungsstandort Cröbern um die Öffentlichkeitsarbeit – etwas, das auch mit Fotografie, mit Präsentation zu tun hat. Über die Volkshochschule gestaltet sie Reiseberichte, denn sie möchte erzählen von dem, was sie aufnimmt – mit der Digitaltechnik wie mit dem Herz. Wenn sie ihren Mann im Geithainer Pflegeheim besucht, hat sie oft Fotografien dabei: „Wir tauschen uns aus. Ich freue mich, dass er auf diese Weise teilhaben kann.“

Bei Klassentreffen stellt Christl Teschke immer wieder fest: Viele Bilder, die die Mitschüler von einst in ihren Alben haben, stammen von ihrer Hand. Ein Beleg, dass zu fotografieren angestammter Teil ihres Lebens ist. Dass zur Eröffnung der neuen Ausstellung in Bad Lausick Mitstudenten kamen, zu denen sie seit Jahrzehnten keinen Kontakt hatte, freute sie besonders. Ihre Bilder sind Augenweiden, und sie sind Botschaften. Was bedeutet, dass sie auf einen Betrachter abzielen. Neben Ausstellungen ist ihr deshalb der Austausch innerhalb einer Internet-Gemeinschaft ( www.fotocommunity.de) wichtig. Und wenn sie auf Reisen geht, hält sie es mit dem Dichter Friedrich Schiller: „Nimm ein Stück Seele des Reiselandes in dir auf und lasse deine Wertschätzung in den Herzen der Menschen zurück.“ Ein Satz, den sie ganz bewusst über ihre „Facetten Südafrikas“ gesetzt hat. Die Schau ist bis zum 1. März 2016 zu sehen.

Von Ekkehard Schulreich

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