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Bad Lausicks Thälmann ist kein Denkmal: Abfuhr für Engagement des AfD-Stadtrats

Denkmalpflege Bad Lausicks Thälmann ist kein Denkmal: Abfuhr für Engagement des AfD-Stadtrats

Es waren von Anfang an keine offenen Türen, durch die Horst Juhlemann zu gehen willens war: Der AfD-Stadtrat wollte – fern politischer Sympathie -, dass Gustav Tschech-Löfflers Thälmann-Denkmal als Denkmal anerkannt wird. Damit ist er nicht nur bei den Behörden gescheitert. Er holte sich auch im Stadtrat eine Abfuhr.


Quelle: privat

Bad Lausick. Augenblicke vor Schließung der Oktober-Sitzung des Bad Lausicker Stadtrates entspann sich am Donnerstagabend überraschend eine höchst politische Debatte: um das beinahe vergessene Thälmann-Denkmal, das der Bad Lausicker Bildhauer Gustav Tschech-Löffler vor einem halben Jahrhundert schuf. Horst Juhlemann, Stadtrat der AfD, setzt sich seit Monaten bei den Behörden auf Kreis- und Landesebene mit Nachdruck dafür ein, dass das Mahnmal aus rotem Porphyr auf die Denkmalliste kommt. Aufgestellt wurde es an der Wilhelm-Pieck-Straße/Ecke Bahnhofstraße. Seit der Wende nicht mehr gepflegtes Grün schließt es inzwischen förmlich ein, so dass dieser monumentale Stein kaum noch sichtbar ist.

„Ich möchte erreichen, dass man bewusster mit der Denkmalsubstanz umgeht“, hatte Juhlemann, dem man schlechterdings kaum Nähe zu dem von den Nazis ermordeten Vorsitzenden der Kommunistischen Partei unterstellen kann, im Frühjahr dieses Engagement in der LVZ begründet. Nun von CDU-Fraktionschef Udo Goerke darauf angesprochen, verwies Juhlemann außerdem auf die künstlerische Leistung Tschech-Löfflers, der über viele Jahre in Bad Lausick lebte und arbeitete. Er selbst habe in der Bürgerschaft allenthalben Zustimmung zu seinen Bemühungen um das Denkmal erfahren.

Bei Goerke fand er diese Zustimmung in entschiedener Weise nicht. Thälmann sei „ein Antidemokrat, ein Zerstörer der Weimarer Republik“ gewesen. Er verdiene es deshalb mitnichten, in irgendeiner Weise im Stadtbild geehrt zu werden. „Ich habe das von Anfang an für eine Schnapsidee gehalten“, sagte er. Und mit Verweis auf ein ablehnendes Urteil des Landesamtes für Denkmalpflege, das Juhlemann dem Stadtrat zur Kenntnis gegeben hatte, fügte er an: „Viel schöner konnte man es ihnen nicht sagen, dass das Ding dort nicht draufgehört.“ Auf die Denkmalliste.

„Nach Auswertung der historischen Quellen zur Entstehungsgeschichte des Objekts und einer Bestandsaufnahme vor Ort sind wir zu dem Ergebnis gekommen, dass es hier keine hinreichenden Gründe für eine Denkmalwürdigkeit (öffentliches Erhaltungsinteresse) gibt“, heißt es in besagtem Schreiben der oberen (Land) an die untere Denkmalbehörde (Kreis). Es bestehe keine direkte Beziehung zwischen Bad Lausick und Ernst Thälmann. Gustav Tschech-Löffler (1912-1986) sei in der Denkmalliste von Leipzig mit zwei Denkmalen vertreten: dem für die Opfer des KZ Abtnaundorf und dem Nikolai-Rumjanzew-Denkmal. „Bei der künstlerischen Qualität überzeugt insbesondere das Mahnmal für Abtnaundorf. Somit sehen wir den Bildhauer und sein Denkmalschaffen mit diesen beiden Objekten ausreichend und repräsentativ in der Denkmalliste vertreten.“ Das Denkmal in Bad Lausick brächte keinen wesentlichen Zugewinn. Es sei auf Initiative örtlicher Parteiveteranen und SED-Funktionäre aufgestellt worden und hätte kaum eine Wirkung über den lokalen Rahmen hinaus entfaltet. „Vor diesem Hintergrund wird kein Anspruch erkennbar, aus dem sich eine dokumentarische und exemplarische Bedeutung des Objekts für die Entwicklung und Geschichte der Denkmalkultur in der DDR ableiten ließe.“

Die Stadtratskollegen positionierten sich zu Goerkes Klarstellung ebenso wenig wie Bürgermeister Michael Hultsch (parteilos). Letzterer hatte zuvor schon darauf verwiesen, dass sich das Denkmal auf Privatgrund befinde: „Bis zum Schreiben von Herrn Juhlemann war das zu meiner Amtszeit noch kein Thema.“

Von Ekkehard Schulreich

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