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Geithain Bad Lausicks Weinberg ist wiederbelebt
Region Geithain Bad Lausicks Weinberg ist wiederbelebt
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17:00 19.05.2015
Morgen startet der Verschönerungsverein wieder einen Arbeitseinsatz am Weinberg in Bad Lausick. Quelle: Jens Paul Taubert

1878 erstmals und 1993 wieder gegründet, feiert er Ende August Doppelgeburtstag: den 145. und den 20. Ein guter Grund, das Weinbergfest des Vereins etwas größer ausfallen zu lassen.

Verschönerungsverein - das klingt nach Wege harken, Bänke streichen, Blumen pflanzen. Als Lausigker Bürger anno 1878 einen Verein dieses Namens gründeten, hatten sie ungleich mehr im Sinn. "Er hat die Gestaltung unserer Kuranlagen maßgeblich mitgeprägt", sagt Bürgermeister Josef Eisenmann (CDU). Sein Amtsvorgänger Eduard Fabian, der damals mehr als vier Jahrzehnte an der Spitze des Kurstädtchens stand, kommt das Verdienst zu, das am Boden liegende Badegeschäft neu belebt und ausgebaut zu haben, die unverzichtbare Infrastruktur inklusive. Ein "Sinnbild bürgerschaftlichen Engagements" nennt Eisenmann diesen Verschönerungsverein. Was lag näher, als nach der Wende an diese Tradition, die seit dem Kriegsende abgerissen war, anzuknüpfen?

24 Bad Lausicker gründen den Verein im Frühsommer 1993, unter ihnen der Bürgermeister und Stadtangestellte; weitere sieben, die der Versammlung ferngeblieben waren, hatten vorab schon schriftlich ihre Mitgliedschaft angekündigt. Bauhof-Chef Roland Klingner stellte sich an die Spitze. Ein verheißungsvolles Remake. "In den ersten Zeiten kamen zu den Arbeitseinsätzen 30, 40 Leute. Da haben wir sonnabends vier Stunden geschuftet, mindestens", erzählt Andreas Kahl, fast von Beginn an dabei. Der Rosengarten wurde wieder hergerichtet, am Steingrundbach, im Schamonchental starteten Pflegearbeiten. Der Verein initiierte, dass das hölzerne Tor zum Stadtpark nach historischen Fotografien neu entstand. Vor allem aber entdeckte er den Weinberg im Kurviertel als sein Objekt - und hat es bis heute in Obhut. "Damals waren die alten Terrassen kaum noch erkennbar. Es gab keine Wege, aber viel wucherndes Grün", sagte Kahl, der als Hausmeister in Kindereinrichtungen arbeitet. Die Vereinsmitglieder packten es an: Eine Pergola, finanziert durch die Stadt, wurde aufgestellt. Wege entstanden, wurden gepflastert. Eine gepflegte grüne Oase entstand. Seit ihrer Übergabe 1995 findet hier das Weinbergfest statt, das Fest des Vereins für den Verein und für die ganze Stadt. Von den Erlösen, so Kahl, finanziere man die Unterhaltung der Anlage.

"Als wir nach der Neugründung auf die Bad Lausicker und die Unternehmen zugingen, waren viele bereit, uns zu unterstützen", sagte Josef Eisenmann. Das Erfreuliche: Viele trügen diese Verantwortung bis heute, durch eine fördernde Mitgliedschaft etwa oder indem sie Vorhaben unterstützten. Manche Mitglieder, die keine Zeit hätten, an den monatlichen Arbeitseinsätzen teilzunehmen, kümmerten sich stattdessen um ein Stück Stadtgrün vor der eigenen Haustür, Frank Wittig am Untermarkt etwa und Klaus-Dieter Fekete im Neubaugebiet.

Die Wiederbelebung des Weinbergs gelang. Ideen wie ein Irrgarten wurden - zumindest bisher - nicht umgesetzt. "Wir haben längst gemerkt, dass wir an Grenzen stoßen", bilanziert Andreas Kohl. Viele seien beruflich zu stark eingespannt, und die Initiatoren aus den Neunzigern seien zwei Jahrzehnte älter geworden: "Wir haben wie alle Vereine Nachwuchssorgen." Nur in wenigen Fällen seien die Kinder von damals in die Fußstapfen ihrer im Verein engagierten Eltern getreten. Deshalb konzentriere man die Kräfte auf den Weinberg. Hier wird am 30. und 31. August gefeiert - "mit ein paar mehr Attraktionen, vor allem für die Kinder". Ein Streichelzoo mit Alpakas ist engagiert, es gibt Livemusik, ein Unterhaltungsprogramm mit Kabarett und ein Feuerwerk.

Der nächste Arbeitseinsatz der Mitglieder und Freunde des Vereins findet am 24. Mai ab 17 Uhr auf dem Weinberg statt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 23.05.2013

Ekkehard Schulreich

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