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Geithain Bald fließt aus Bad Lausick Sonnenstrom
Region Geithain Bald fließt aus Bad Lausick Sonnenstrom
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15:47 24.11.2011
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. Die Solverde Bürgerkraftwerke GmbH, die erst im Frühherbst das endgültige Baurecht erhielt, setzt alles daran, bis zum Jahresende die 6360 Module betriebsbereit zu haben.

„Jetzt geht es so zügig, wie wir es uns erhofft haben", sagt Nicolai Zwosta. Der Geschäftsführer der Solverde Bürgerkraftwerke GmbH steht auf dem Gelände neben dem Bad Lausicker Betonwerk, auf dem einst Schamotte für die Industrie, für Gießereien und Hüttenwerke, hergestellt wurde. Das Areal ist planiert, der Schutt der Gebäude und der beiden im Sommer gesprengten Schornsteine bildet das Planum, auf dem die Reihen mit den Solarmodulen aufgestellt werden. Keine einzige Tonne davon habe man abtransportieren müssen, sondern alles verbaut, betont Zwosta. Im September hatten Brecher Ziegel und Beton vor Ort zerkleinert.

In der Spätherbstsonne läuft deren Montage auf Hochtouren. Im nördlichen Bereich der vier Hektar großen Fläche sind die Modulreihen bereits komplett. Auf Betonsockeln montieren Mitarbeiter der Firma Nüdling als Träger Aluminiumprofile. Die Module aufzusetzen, ist Sache eine Gruppe professioneller Bühnenbauer, die üblicherweise bei großen Konzerten und Events für Podien sorgen und mit denen Solverde seit Jahren schon kooperiert. „Die sind schnelles, effizientes Arbeiten gewohnt", sagt Zwosta.

Und auf beides kommt es an. Denn um noch die ungeschmälerte Einspeisevergütung für 2011 zu erhalten, muss die komplette Anlage bis Ende Dezember betriebsbereit sein. „500 Kilowatt montieren, das ist zu schaffen pro Woche", sagt der Geschäftsführer und hofft, dass das Wetter sich weiter von seiner besten Seite zeigt. Denn die Leitung, die den hier erzeugten Strom – er soll den Bedarf von 400 Haushalten decken – im Gewerbegebiet Angerwiesen in das Netz einspeist, muss noch unter die Erde.

2,85 Millionen Euro werden in das neue Bad Lausicker Solarkraftwerk investiert. Geld, das aus der Region und ganz Deutschland kommt. 200 Anleger habe man gewinnen können, erklärt Nicolai Zwosta: „Volumenmäßig ist die Beteiligung in Bad Lausick und der Region höher als in Leipzig." Das Gros des Kapitals komme indes aus den alten Bundesländern, denn Solarenergie sei „einfach ein bundesweites Thema". Rund ein Viertel der Anlage werde direkt an eine Gruppe von Bürgern verkauft: „Die gründen ihre eigene Betreibergesellschaft."

Dass sein Traum von einem Sport- und Wellness-Hotel mit Squash- und Tennishalle an der Stelle der Schamottewerks-Brache ausgeträumt ist, Matthias Meindel trägt es mit Fassung. Der Vorstand der Concept Hausbau AG Leipzig war um die Jahrtausendwende von der Bayrischen Landesbank mit der Verwertung des Areals, Teil einer Konkursmasse, beauftragt worden. Seine Vision erwies sich indes als nicht realisierbar. „Wenn ich sehe, was uns heute hier gelungen ist, bin ich schon beeindruckt. Fotovoltaik war damals ja noch kein Thema", sagt er. Sein Unternehmen werde in Zukunft als Projektentwickler für Solverde tätig.

Die Berliner gründeten deshalb in Leipzig inzwischen eine Niederlassung. Der Grund dafür, sagt Nicolai Zwosta, liege auf der Hand: „Die Akzeptanz von Sonnenkraftwerken auf alten Industrieflächen ist sehr hoch. Solche Konversionsflächen gibt es in Mitteldeutschland sehr viele. Da ist es gut für uns, vor Ort zu sein."

Ekkehard Schulreich

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