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Geithain Ballendorf: Für Kläranlagen-Anschluss 5550 Euro Zuschuss zahlen?
Region Geithain Ballendorf: Für Kläranlagen-Anschluss 5550 Euro Zuschuss zahlen?
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10:41 02.04.2012
Keine gemeinsame Anlage ohne Zuschuss: Der Versorgungsverband weicht in Ballendorf nicht von seiner viel kritisierten Linie ab. Quelle: Ekkehard Schulreich
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Ballendorf

Doch die Chancen stehen nicht gut. 5550 Euro Zuschuss sollten die Grundstückseigentümer in diesen Fällen an den Versorgungsverband Grimma/Geithain zahlen. Das geht den Ortschaftsrat gehörig gegen den Strich.

„Herr Kunath ließ in der letzten Beratung die Katze aus dem Sack", sagt Hans-Günther Fischer, der Ballendorfer Ortsvorsteher. Die Katze heißt Baukosten-Zuschuss. Geld, das der Versorgungsverband von jenen auf dem Land fordern, die eine gemeinsame Kläranlage einer biologischen auf dem eigenen Hof vorziehen. Dass sie gemeinsam investieren möchten, hatten die Einwohner schon im vergangenen Jahr klar gesagt. Und auch, dass sie einen solchen Zuschuss als ungerecht und ungerechtfertigt betrachten. „Das ist eine Ungleichbehandlung von Land und Stadt. Das sehen wir nicht ein", sagt Fischer. Der Ortschaftsrat will sich deshalb an den sächsischen Umweltminister Frank Kupfer wenden: „Die Abwasserentsorgung ist eine kommunale Grundaufgabe. Die kann doch nicht in solchen Größenordnungen auf den Bürger abgewälzt werden."

Die Größenordnungen, von denen Fischer spricht, sind diese: 4500 Euro Zuschuss wären fällig, würden sich mindestens 80 Grundstücke an eine Dorfkläranlage entschließen lassen. Hinzu kämen 1050 Euro für den Grundstücksanschluss. Und - nicht zu vergessen -: Die Arbeiten auf dem eigenen Grundstück kosten auch noch einiges. „Unter diesen Bedingungen wird das Gros sagen: Da machen wir es selbst", schätzt der Ortsvorsteher. Das sei verständlich und enttäuschend zugleich. Viele hätten gehofft, eine gemeinsame Anlage komme zustande - oder sogar der Bau eines Kanals, das die Abwässer in die Bad Lausicker Anlage transportiert. Letzteres sei in den neunziger Jahren, beim Bau der Bad Lausicker Kläranlage, schließlich schon einmal ins Auge gefasst worden. „Und die Leute müssten dann nicht selbst Klärwärter sein", sagt Fischer mit Blick auf den erheblichen Betriebsaufwand, der für jeden mit einer bis zum Jahresende geforderten biologischen Grube auf dem Grundstück verbunden sei. Am 26. April wird es in Ballendorf eine Einwohnerversammlung geben, bei der alle Zahlen auf den Tisch kommen und Meinuingen gefragt sind.

Da tröstet es wenig, dass der Bad Lausicker Bürgermeister Josef Eisenmann (CDU) vor dem Stadtrat in Aussicht denkbare Synergieeffekte stellte: Das Unternehmen Mitnetz wolle eine Gasleitung nach Ballendorf bauen. Verkege man in denselben Graben einen Abwasserkanal, könnte die Überleitung vielleicht sogar noch ein paar Euro preiswerter werden.

Ekkehard Schulreich

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