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Geithain Ballendorf: Investieren in Milchvieh-Stall und Biogas-Anlage
Region Geithain Ballendorf: Investieren in Milchvieh-Stall und Biogas-Anlage
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12:05 28.07.2010
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. Das ist auch wichtig, denn am Betriebssitz in Ballendorf muss investiert werden.

Dass ein kühles, nasses Frühjahr der Landwirtschaft eine gute Ernte verheißt, natürlich kennt Arnd Mothes diese Bauernregel. Allerdings: „Der Juni war zu trocken." Trotzdem behauptet sich das Getreide auf den Schlägen am Rand der Kurstadt. 200 Hektar Gerste sind bereits vom Halm. Die Qualität sei gut, der Ertrag durchschnittlich, so der Geschäftsführer. Demnächst sind Raps und Weizen an der Reihe, Kulturen, die auf jeweils mehr als 450 Hektar reifen. „Auch hier rechnen wir, ungeachtet der Trockenheit, mit guten Erträgen", sagt der 53-Jährige. Nicht zu vergessen Einnahmen aus Vermehrungsgras zur Saatgutgewinnung. Sein Tenor: verhaltene Zuversicht. Zumal der Milchpreis sich von seinem Tief im vergangenen Jahr, als die Ballendorfer im Schnitt gerade mal 24,8 Cent pro Liter erzielten, auf immerhin 32 Cent gerappelt hat. „Damit müssen wir erstmal zufrieden sein. Wir könnten mehr Milch liefern, wenn wir den Bestand nicht reduziert hätten." Dem Milchpreis jenseits aller Schmerzgrenzen Rechnung tragend, hatte das Unternehmen die Zahl der Milchkühe im vergangenen Jahr von 230 auf 200 verringert. Mothes rechnet mit 8300 Litern Milch pro Kuh in diesem Jahr, eine ordentliche Leistung.

Befindet sich der Betrieb in relativ ruhigem Fahrwasser, erfolgt im Management ein perspektivischer Umbau. Nach dem Tod von Geschäftsführer Gerold Kurth Anfang Juli steht Arndt Mothes, seit 2002 ebenfalls Geschäftsführer mit dem bisherigen Schwerpunkt Tierproduktion, nun allein an der Spitze des 20 Mitarbeiter zählenden Unternehmens. „Das Wissen von Gerold Kurth ist nicht so einfach zu ersetzen", meint Mothes. Immerhin war Kurth seit knapp 45 Jahren an der Spitze der Ballendorfer LPG und dann der Agrargesellschaft Bad Lausick, zu deren Gesellschaftern unter anderem Kurth und Mothes zählen. „Junge, gut ausgebildete Leute wachsen in den nächsten Jahren in unser Unternehmen hinein", blickt Mothes nach vorn. Seine Tochter Nadja und Kurths Enkelin Lisa etwa studierten und könnten das Management bald verstärken. Auf sukzessive Verjüngung setzt Mothes nicht nur hier; er will und muss dringend nötige Investitionen auf die Reihe bringen. Vor allem geht es um den Aus-, besser wohl aber um eine Neubau des Milchviehstalls samt Melkstand. „Außerdem planen wir den Bau einer Biogas-Anlage mit mehr als 500 Kilowatt Leistung", sagt er. Die sei nötig, um den Betrieb wirtschaftlich breiter aufzustellen. Denn auch bei erheblich schwankenden Milchpreisen und Getreideerträgen müsse der Betrieb wirtschaftlich sein: „Wir haben schließlich auch eine Verantwortung für unsere Mitarbeiter."

Gebaut werden soll möglichst 2011, auch, um die Betriebsabläufe zu effektivieren. Für Arnd Mothes eine nicht zu unterschätzende Chance, um Kosten zu senken. Gerade weil in der Landwirtschaft die Kosten von zahlreichen äußeren Faktoren abhingen, ganz abgesehen von der Witterung. „Nehmen wir den Düngerpreis. Vor einem Jahr mussten wir plötzlich mehr als doppelt so viel bezahlen", nennt er ein Beispiel. Ab September bildet das Unternehmen eine junge Frau im Kuhstall aus. Die Lehrlingsausbildung hält Mothes für ausbaufähig, denn: „Das Durchschnittsalter unserer Leute ist recht hoch. Da können wir perspektivisch junge Fachkräfte gebrauchen, auch im Ackerbau."

Ekkehard Schulreich

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