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Geithain Ballendorfer streiten über Radweg nach Buchheim
Region Geithain Ballendorfer streiten über Radweg nach Buchheim
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00:33 06.05.2018
Die von Ballendorf nach Buchheim führende Verbindung besteht seit Urzeiten. Für Radfahrer und Ausflügler soll sie nun ausgebaut werden. Quelle: LVZ-Archiv/Isabell Loidolt
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Bad Lausick

Ausflügler frequentieren die alte Landstraße, die Buchheim und Ballendorf über die Felder verbindet, häufig – gern allerdings nicht, denn der Weg befindet sich seit vielen Jahren in einem beklagenswerten Zustand. Die Stadt Bad Lausick ist willens, diesen Zustand zu ändern und den Weg auszubauen. Die Notwendigkeit wird weder von den Ortschaftsräten der Ortsteile noch von der Agrargesellschaft Bad Lausick, die beiderseits Flächen bewirtschaftet, in Frage gestellt. Übereingekommen ist man allerdings noch nicht darin, welche Art des Ausbaus die geeignete ist. Bürgermeister Michael Hultsch (parteilos) hatte deshalb sein Bauamt, die Ortsvorsteher und das Unternehmen zur Strategieberatung an einen Tisch geholt.

Ausbau mit Asphalt umstritten

Die ursprüngliche Variante sehe einen Ausbau mit Asphalt vor, sagt Bauamtsmitarbeiter Andreas Dathe: „Die Entwurfsplanung liegt vor. Wir könnten auf dieser Grundlage den Förderantrag stellen.“ Die Eigenmittel stünden im Haushalt bereit. „Im Gespräch aber zeigten sich Zweifel, was die Haltbarkeit des Asphalts betrifft.“

Landwirte, die den Weg tageweise mit ihren schweren Maschinen nutzen müssten, um an ihre Flächen zu gelangen, hielten ein drei Meter breites Asphaltband für wenig praktikabel, so Dathe. Sie regten an, eine belastbarere Ausbau-Variante zu suchen, eher in Richtung eines Wirtschaftsweges zu denken. Die Stadt prüfe deshalb jetzt diesen Vorschlag. Doch ein anderer Charakter des Weges bedeute auch, dass man nach einer anderen Fördermöglichkeit schauen müsse und dass die wahrscheinlich geringer ausfallen werde als die für einen touristischen Radweg. Fakt sei, gebaut werde der Weg 2018 auf keinen Fall mehr. Ziel sei es, das Vorhaben so weit vorzubereiten, um günstigenfalls im nächsten Jahr loszulegen.

Tonnenschwere Landmaschinen rollen über den Weg

Arnd Mothes, Geschäftsführer der Agrargesellschaft Bad Lausick mit Sitz in Ballendorf, hält das für vernünftig: „Wir müssen den Weg ja weiter nutzen können. Da reden wir von 20, 25 Tonnen, die dann hier rollen. Das muss der Weg ja verkraften.“ Es wäre schade, eine Menge Geld auszugeben, und dann halte er nicht.

Dass der Weg ausgebaut wird, steht für Gabriele Heibutzki, die Buchheimer Ortsvorsteherin, außer Frage. Er werde nicht nur von Ausflüglern genutzt, sondern auch von den Einheimischen. Zudem sei die Verbindung für die Besucher der Buchheimer Jugendherberge wichtig. Wenn statt Asphalt Gittersteine und Pflaster verwendet würden, gehe das auch in Ordnung, wenn Radfahrer ordentlich rollen könnten. „Die Stadt ist da jetzt dran, und ich kann nur sagen: Wir freuen uns drauf.“

Versiegelte Fläche ist Affront gegen Naturschutz

Einer aus dem Buchheimer Ortschaftsrat indes hält von einem Ausbau mit versiegelter Fläche nichts: Für Christian Hagmaier, Vorsitzender der Buchheimer Initiative für Natur- und Umweltschutz, stünden die Naturschutzinteressen entgegen.

„Der Weg wird gebraucht. Doch wie der Ausbau erfolgen soll, da gehen die Meinungen im Dorf auseinander“, sagt Christoph Lange, der Ortsvorsteher von Ballendorf. Kosten und Nutzen müssten unter einen Hut gebracht werden. Vorteile brächte eine solide Fuß- und Radwegverbindung hinüber nach Buchheim auf jeden Fall.

Von Ekkehard Schulreich

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