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(Bau-)Platz für junge Familien in Breitenborn

(Bau-)Platz für junge Familien in Breitenborn

Junge Familien, die in Breitenborn bauen wollen, haben schlechte Karten. Es mangelt an Parzellen, sodass manche schon in Nachbarorte ausweichen. Das soll sich jetzt ändern.

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Baufreiheit wird zurzeit in Breitenborn geschaffen. Das Peniger Unternehmen Eberherr kümmert sich um den Abriss der maroden Gebäude.

Quelle: Jens Paul Taubert

Breitenborn. Die Geithainer Landwirtschafts GmbH hat einen seit Jahren verfallenden Bauernhof gekauft. Wenn er abgerissen ist, soll hier Platz sein für zwei, drei Eigenheime.

 

 

Zuletzt haben einander allenfalls die Füchse gute Nacht gesagt in dem alten Vierseitenhof an der Breitenborner Dorfstraße. Seit Jahren stand das Anwesen leer. Ein Teil des Scheunendaches war längst eingestürzt. Jetzt sorgt ein Abrissbagger dafür, dass das marode Ensemble aus dem Dorfbild verschwindet. Erworben hat das Anwesen, zu dem neben dem 3200 Quadratmeter großen Grundstück zehn Hektar Ackerland gehören, die Geithainer Landwirtschafts GmbH. Es gehörte zuletzt einer Erbengemeinschaft.

Für den Kauf der Immobilie sieht Geschäftsführer Steffen Wittki mehrere gute Gründe. Der eine: "Wir haben das Land, das zum Hof gehört, seit Jahren in der Pacht. Jetzt können wir es als Eigentümer nutzen." Ein anderer: "Der Hof ist nicht mehr erhaltenswürdig. Wir wollen ihn aber nicht liegen lassen, sondern etwas daraus machen." Deshalb habe man Kontakt aufgenommen zu einem Immobilienbüro und zu Baufirmen aus der Region, um das Hofgrundstück umgehend einer neuen Nutzung zukommen zu lassen.

Ob auf der Fläche ein Eigenheim errichtet wird oder drei Parzellen mit je einem Wohnhaus entstehen, ist für Wittki unerheblich. "Das hängt von den Wünschen der Käufer ab. Auch Gewerbe ist grundsätzlich denkbar", sagt er. Einer Neubebauung komme zugute, dass das Grundstück voll erschlossen sei. Möglichst schnell solle hier etwas Neues entstehen. Deshalb begann das Unternehmen schon kurz nach dem Kauf, der zu Jahresbeginn erfolgte, mit dem Abriss der maroden Substanz.

Für Gert Roschütz, der für Breitenborn im Rochlitzer Ortsteilbeirat sitzt, eine gute Nachricht für das Dorf. "Bauplätze gibt es sonst keine. Das ist wirklich ein großes Problem." Bislang habe die Kommune darauf orientiert, zwischen den zum Teil recht weit auseinander liegenden Höfen innerhalb des Ortskerns Lücken zu schließen. Doch in der Realität zeige sich, dass es kaum möglich sei, hier ein Stück Bauland zu erwerben. "Wenn jetzt dort Platz ist für zwei, drei Familien, wäre es eine gute Sache", so Roschütz. Und für das Dorfbild sei es das ohnehin.

Natürlich sei es nicht Aufgabe eines Landwirtschaftsbetriebes, Eigenheim-Standorte zu entwickeln, sagt Steffen Wittki. Das Geithainer Unternehmen bewirtschaftet zwischen Rochlitzer Berg und Roda 1600 Hektar Felder. Es zählt ein Dutzend Mitarbeiter und baut Marktfrüchte an. Wenn das Breitenborner Vorhaben aber gelinge, sei durchaus eine Fortsetzung anderenorts denkbar: "Für uns ist das das erste Mal. Aber Grundstücke wie dieses gibt es in der Region ja einige."

"Wenn Missstände beseitigt werden, ist das immer gut", meinte Rochlitz' Oberbürgermeisterin Kerstin Arndt (FDP). Bei ihren kommunalpolitischen Frühschoppen in Breitenborn sei sie wiederholt mit dem Wunsch konfrontiert worden, doch Bauflächen für Eigenheime auszuweisen. "Wir möchten aber, dass im Ortskern gebaut wird", sagt Arndt. Das diene nicht zuletzt auch der Wahrung der gewachsenen dörflichen Struktur. Diesem Ziel trügen der Abriss des alten Gutes und die Schaffung von Bauland offenbar Rechnung.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 22.02.2013

Ekkehard Schulreich

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