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Geithain Baumängel an der Krippe Storchennest: Frohburg zieht vor Gericht
Region Geithain Baumängel an der Krippe Storchennest: Frohburg zieht vor Gericht
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18:00 12.12.2016
Fassadenschäden an der Krippe „Storchennest“ in Frohburg ziehen sich so und ähnlich rund um das neu errichtete Gebäude. Jetzt geht die Stadt vor Gericht. Quelle: Jens Paul Taubert
Frohburg

Immer wieder Probleme mit Baumängeln an ihrer Krippe Storchennest muss die Stadt Frohburg konstatieren: „Wegen Mängeln an der Fassade befinden wir uns seit Januar 2014 mit dem Ingenieurbüro und drei Firmen im Rechtsstreit“, sagte Bürgermeister Wolfgang Hiensch (BuW) auf der Sitzung des Stadtrates. Die Auseinandersetzung erreiche jetzt eine neue Qualität, denn die Stadt habe nun Klage beim Landgericht in Leipzig eingereicht.

Es gehe um einen Streitwert von knapp 140 000 Euro. Planer und bauausführende Firmen außergerichtlich zum Einlenken und zur Mängelbeseitigung zu bringen, sei nicht gelungen. Es werde möglicherweise mehrere Jahre dauern, ehe das Gericht ein Urteil fälle. Das sei in höchstem Maße unbefriedigend: „Eltern und Erzieherinnen fragen mich regelmäßig nach dem Sachstand.“

Die neue Krippe am Wyhrabogen auf dem einstigen Betriebsgelände der Wäscheunion war im September 2009 bezogen worden. Zwei Monate nach der Eröffnung das erste Malheur: Aufgrund einer undichten Leitung strömten 100 Kubikmeter Wasser ins Haus. Bis ins nächste Frühjahr hinein mussten die Kinder in ein Interim im Hort in der Von-Falkenstein-Straße umziehen. Vor knapp drei Jahren dann seien die Probleme mit der Fassade offenkundig geworden, so Hiensch: „Nachdem unsere Bemühungen um eine einvernehmliche Einigung über Monate nicht fruchtete, wurde von uns ein gerichtliches Beweisverfahren angestrengt.“ Das habe nach zig Gutachten im Herbst ein Ende gefunden, zur Festsetzung des genannten Streitwertes geführt – und die Stadt bis heute rund 10 000 Euro gekostet. Geld, das die Kommune als Geschädigte habe vorschießen müssen, so der Bürgermeister. Derart in Vorkasse gehen zu müssen, sei eine Zumutung; Privatleute wären daran sicher gescheitert und müssten versuchen, mit den Mängeln zurechtzukommen.

Die Frohburger Strategie aber sei eine andere, so Hiensch: die aus seiner Sicht berechtigten Ansprüche durchzusetzen, auch wenn dieser Weg beschwerlich sei und Jahre in Anspruch nehme: „Es bleibt nun abzuwarten, wie lange das Gericht bis zu einer Entscheidung benötigt.“ Und ob der Unterlegene das Urteil akzeptiere oder danach die nächste Instanz anrufe.

Von Ekkehard Schulreich

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