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Geithain Bedauern über Aus für offene Jugendarbeit in Geithain
Region Geithain Bedauern über Aus für offene Jugendarbeit in Geithain
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09:02 27.09.2018
Schlauchboottour mit der Geithainer Feuerwehr im Freibad der Stadt. Man habe schon erste Ideen für ein Sommerferienprogramm 2019 mit Zeltlager und Open-Air-Kino im Freibad gehabt, erklärt Franziska Mascheck. Quelle: Franziska Mascheck
Geithain/Kohren-Sahlis

Das Drehen eines Films, eine Grafikwerkstatt, gemeinsames Kochen während Kulinarischer Wochen, ein Stummfilm-Projekt, ein Graffiti-Workshop in der Villa Leipzig: Alles in allem 16 Angebote und Projekte sieht Franziska Mascheck auf der Habenseite ihrer einjährigen Tätigkeit in Geithain und Kohren-Sahlis. Die Arbeiterwohlfahrt Leipziger Land hatte die 39-Jährige, die vor einigen Monaten ihr Studium Soziale Arbeit abschloss, eingestellt, um der offenen Kinder- und Jugendarbeit in beiden Städten neue Impulse zu geben.

Franziska Mascheck. Quelle: Sven Hagolani

War das Projekt erst einmal auf ein Jahr befristet, entschieden Bürgermeister Frank Rudolph (UWG) und der Träger, es nicht zu verlängern. Damit ist am 30. September Schluss. Rudolph begründet das mit zu geringem Bedarf und einer zu großen Gewichtung hin zu Kohren-Sahlis, Stadtteil von Frohburg, wofür Geithain nicht in der Verantwortung sei. Bürgermeister und AWO setzen statt dessen auf den Schulclub der Paul-Guenther-Schule, wo es seit Schuljahresbeginn deutlich mehr Betreuungszeit gibt.

Fast 700 Kinder und Jugendliche haben teilgenommen

Den Rückzieher der Kommune kann Franziska Mascheck, die im Frühsommer ein Konzept ihrer Arbeit vorlegte, nicht verstehen. „Insgesamt haben fast 700 Kinder und Jugendliche aus Geithain und dem Kohrener Land an den Projekten teilgenommen“, sagt sie in einem Resümee. Das Gros der Projekte habe dabei – anders als es der Bürgermeister wahrgenommen habe – in Geithain stattgefunden; lediglich drei habe sie in Kohren-Sahlis realisiert. Nicht nur zu vielen Heranwachsenden sei es in den vergangenen zwölf Monaten gelungen, Kontakt herzustellen, sie einzubinden.

Zahlreiche Kooperationspartner gefunden

Mit der Paul-Guenther-Schule, dem Schulclub, dem Freibad, dem Tierparkverein, der Stadtbibliothek, dem Heimatmuseum, dem Bildungsträger FAW habe sie viele Kooperationspartner gefunden. Dazu zählten auch der Kulturbahnhof Markkleeberg, das soziokulturelle Zentrum Villa in Leipzig und der Kinder- und Jugendring Landkreis Leipzig. Aus Maschecks Sicht habe die Zusammenarbeit mit dem Schulsozialarbeiter Nico Richter – wie sie selbst bei der AWO angestellt – funktioniert; es habe viele Synergien gegeben. Als das nach außen hin sichtbarste Projekt nennt sie die Stadtrallye zum Thema Menschenrechte, die das neu aufgelegte Stadt- und Vereinsfest bereicherte.

Neue Projekte waren schon in Planung

„Für das nächste Jahr waren langfristige Projekte in Planung, etwa ein Jugendaustausch zwischen Frankreich und Deutschland. Hierfür wurden bereits Fördergelder im fünfstelligen Bereich bewilligt, welche den Geithainer Oberschülern zugute gekommen wären“, sagt Mascheck. Mit dem Leiter des Geithainer Freibades Uwe Krause habe man erste Ideen für ein Sommerferienprogramm 2019 mit Zeltlager und Open-Air-Kino im Freibad entwickelt.

„Netzwerke sind entstanden“

Zum Thema regionale und gesunde Ernährung gebe es, inspiriert durch die Kelterei Schauß und in Kooperation mit der Paul-Guenther-Schule, erste Projektideen. Ebenso gebe es Pläne für einen Austausch mit dem Jugendhaus in Geithains fränkischem Partnerort Veitshöchheim. „Viele Grundsteine waren gelegt. Dabei sind mir die Kinder und Jugendlichen ans Herz gewachsen.“ Trag- und ausbaufähige Netzwerke seien entstanden. „Mehr Unterstützung und Fachkenntnis von Schulclub, Träger und Kommune wären zuträglich gewesen.“

„Einrichtung laut Fachplanung vorgesehen“

Laut Fachplanung des Jugendamtes des Landkreises Leipzig sei eine Einrichtung der offenen Kinder- und Jugendarbeit für Geithain vorgesehen, so Mascheck. Bemessungsgrundlage ist die Anzahl der Kinder und Jugendlichen im Alter zwischen zehn und 25 Jahren im Sozialraum Süd/ Kohrener Land. Laut Sozialgesetzbuch gebe es „eine klare rechtliche Verpflichtung öffentlicher Träger zur Bereitstellung solcher Angebote zur Förderung der Entwicklung junger Menschen“.

„Bunte Früchtchen“ setzt Schlusspunkt

Dem sei die durch die Stadt Geithain 2016 verfügte Schließung des Jugendhauses R9 zuwidergelaufen. Aktuell arbeite man an neuen Lösungen im Sozialraum. Die Veranstaltung „Bunte Früchtchen“ am Sonnabend von 14 bis 18 Uhr auf dem Gelände der Mosterei Geithain werde vorerst die letzte in diesem Rahmen der offenen Jugendarbeit sein.

Von Ekkehard Schulreich

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