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Geithain Begegnungen am Netz: Sport für faires Miteinander in Geithain
Region Geithain Begegnungen am Netz: Sport für faires Miteinander in Geithain
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15:00 06.03.2016
Internationales Team: Die Hobby-Volleyballer der Paul-Guenther-Schule gewannen beim diesjährigen Turnier der Begegnung in Geithain. Quelle: Foto: Verein
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Geithain

Pritschen, baggern, blocken: In der Geithainer Mehrzweckhalle ging am vergangenen Sonnabend das mittlerweile fünfte vom Verein Weltoffenes Geithain ausgerichtete „Volleyball-Turnier der Begegnung“ übers Netz. Von Routine kann allerdings in Zeiten der Flüchtlingsströme keine Rede sein.

Und deshalb spielte naturgemäß das Thema auch am Sonnabend abseits der drei Volleyball-Spielfelder eine zentrale Rolle. Zumal sich vor einigen Tagen Eltern mit einem Brief an die Schulleitung der Geithainer Paul-Guenther-Schule gewandt hatten, in dem sie sich kritisch über die ihrer Meinung nach kurzfristige Einrichtung einer DaZ-Klasse (Deutsch als Zweitsprache) äußern.

„Ich habe den Brief allerdings nicht bis zum Ende gelesen“, deutete Mathe- und Physiklehrer Gunter Neuhaus an, was er von dem Schreiben hält. Die Mitglieder seiner Schülermannschaft, die sich am Turnier beteiligten, hätten dies jedenfalls aus freien Stücken getan. „Unter der Schülerschaft habe ich bislang keinerlei Ressentiments gespürt. Ich glaube vielmehr, dass schwerpunktmäßig die älteren Jahrgänge ein Problem mit dieser Sache haben“, sagt der Pädagoge.

Ressentiments, die sich indes in Geithain, wo aktuell 25 Asylsuchende im Schillerpark untergebracht sind, noch nicht bemerkbar gemacht haben. „Es hat noch keinerlei Probleme gegeben, wir sind sehr froh über die diesbezügliche Ruhe“, bestätigt Thomas Lang, Mitglied im Verein Weltoffenes Geithain, der deshalb auch den jüngsten Elternbrief nicht überbewerten mag. „Das ist nach meiner Einschätzung nicht mehr und nicht weniger als eine Meinungsäußerung“, so der Turnierorganisator, der sich in diesem Jahr über eine Rekordbeteiligung von 14 Teams freuen konnte.

„Wir haben mit sechs Teams angefangen, die positive Entwicklung ist unverkennbar“, freute sich Lang, der am Sonnabend Mannschaften und Einzelspieler unter anderem aus Waldheim, Kohren-Sahlis, Borna, Elbisbach und Rochlitz in der Geithainer Mehrzweckhalle begrüßen konnte.

Aus der zuletzt genannten Muldestadt waren die „Roten Rüben“, ein loser Zusammenschluss von Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die sich die Integration und Begleitung von Asylsuchenden auf die Fahnen geschrieben haben, nach Geithain gekommen. „Ausländer ist ein weiter Begriff, meine Urgroßmutter etwa stammt aus der tschechischen Republik, insofern fließt auch durch meine Adern ausländisches Blut“, stellte Mannschaftsleiter Sören Schulz klar, was er von den seit einigen Monaten bisweilen hochemotional geführten Debatten rund um das Thema Einwanderung hält.

Viel hält der 26-Jährige dafür von Aufklärung. „Jene Leute, die sich negativ über Ausländer äußern, treibt die Angst vor dem Fremden“, ist Schulz überzeugt. Eine Angst, die sich in seiner Heimatstadt analog zu Geithain bislang jedoch gottlob noch nicht in Form von entsprechenden Meinungsäußerungen oder gar Aktionen bemerkbar gemacht habe. „Ich will aber nicht ausschließen, dass es unterschwellig auch in unserer Stadt eine Vielzahl von Ressentiments gibt.“

Von Roger Dietze

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