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Geithain Beschädigung von Wahlplakaten im Landkreis Leipzig „so schlimm wie noch nie“
Region Geithain Beschädigung von Wahlplakaten im Landkreis Leipzig „so schlimm wie noch nie“
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00:21 23.09.2017
Aufkleber, Schmierereien oder die gänzliche Entfernung und Zerstörung von Wahlplakaten: Die Beschädigungen nehmen parteiübergreifend zu. Quelle: Andreas Döring
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Landkreis Leipzig

Am Sonntag wird in Deutschland gewählt. Überall kämpfen die Parteien um Stimmen – unter anderem mit groß angelegten Plakatkampagnen. Dass die Plakate überklebt, beschmiert oder gar herabgerissen werden, ist nichts neues. Doch in diesem Jahr nimmt die Beschädigung neue Dimensionen an, heißt es von der hiesigen CDU rund um den Kreisvorsitzenden und Landtagsabgeordneten Georg-Ludwig von Breitenbuch. „Es handelt sich hierbei nicht um Jungendstreiche, sondern um Straftaten“, macht der Politiker deutlich.

Nicht nur die Christdemokraten sind betroffen. Der Fraktionsvorsitzende der Leipziger SPD Christopher Zenker teilt den Eindruck, dass die Beschädigung von Wahlkampfplakaten zugenommen hat. „Etwa ein Drittel unserer Großflächenplakate im Landkreis wurden besprüht oder abgerissen.“ In der Stadt Leipzig seien es sogar bis zu 50 Prozent. Zwar seien die Plakate nicht wahlentscheidend, dennoch würde Aufmerksamkeit für die Partei verloren gehen, so Zenker. „Außerdem zeugt das von einem mangelnden Demokratieverständnis der Täter.“

Daniel Knorr, Kreisgeschäftsführer der Linkspartei im Landkreis Leipzig, fand es besonders am Anfang extrem. „In den ersten Tagen nachdem wir die Plakate angebracht hatten, waren die Beschädigungen massiv. Jede einzelne Großfläche wurde zerstört, insgesamt 20 Stück.“ Besonders schlimm war es demnach in Neukieritzsch, wo gleich mehrfach demoliert wurde. Besonders ins Auge gefallen sei zudem eine Aktion in der Coburger Straße in Markkleeberg. „Flächendeckend wurden dort ganz akribisch Plakate mit fremdenfeindlichen Parolen beschmiert“, so Knorr. Viele Schmierereien seien menschenverachtend und von Hass getrieben. „Aber wenn wir darüber zu laut jammern, geben wir den Tätern zu viel Aufmerksamkeit“, zeigt Knorr Kante. Folgen für den Wahlkampf befürchtet auch er nicht. „Aber daran wird die Verschärfung im Umgang miteinander deutlich.“

Den Eindruck teilt der AfD-Direktkandidat Lars Hermann, dessen Partei ebenfalls von großflächigem Vandalismus betroffen sei. Die Partei kämpfe im Landkreis außerdem nicht nur mit Beschädigungen. „Teilweise werden Plakate einfach umgehängt. Und zwar an Orte, an denen wir keine Genehmigung haben“, so Hermann. Damit wolle man der Partei aktiv schaden. Als Ärgernis empfinde er außerdem die damit einhergehende Umweltverschmutzung. „Für die Anwohner ist das sehr ärgerlich“, betont er.

„Es ist auffällig in diesem Jahr“, sagt auch Anja Jonas, Kreisvorsitzende der FDP im Landkreis. Bereits beim Plakatieren seien Ehrenamtliche verbal angegriffen worden. „Außerdem sind besonders unsere Großflächen in Großpösna und Böhlen beschädigt worden.“ Auch am vergangenen Wochenende wurden beschädigte Plakate ersetzt. „In der Genehmigung enthalten ist die Aufforderung, alles ordentlich zu halten“, erklärt sie. Sie glaubt, dass sich in den Beschädigungen nicht nur eine politische Auseinandersetzung widerspiegelt, sondern auch eine generelle Unzufriedenheit.

Von den Grünen heißt es auf LVZ-Anfrage zum Thema nur: „Wir haben Klage geführt und einen Rechtsanwalt damit beauftragt unsere Interessen zu vertreten.“

Bis zum Sonntag säumen die Plakate noch die Straßen des Landkreises. Dass die nachplakatierten Flächen in dieser Zeit unbeschädigt bleiben, glaubt kaum jemand. So unterschiedlich die politische Gesinnung der Parteien, so einstimmig fällt die Bewertung der Beschädigungen aus: Destruktiv und demokratiefeindlich.

Von Nathalie Helene Rippich

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