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Besucherandrang zur Berufemesse

Besucherandrang zur Berufemesse

Großer Andrang von Besuchern bei der "Messe der beruflichen Möglichkeiten" Dienstagabend in der Geithainer Paul-Guenther-Schule. Mit 41 Ausstellern kamen sogar mehr, als sich angemeldet hatten.

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Am Stand der AOK berät Bildungsberater Tobias Markert (li.) Sophia Erler (re.) und ihre Mutter Martina Erler.

Quelle: Jens Paul Taubert

Geithain. Die meisten jungen Leuten sammelten zunächst Ideen für eine berufliche Perspektive. Vertreter von Firmen, Institutionen und Bildungseinrichtungen auf der Suche nach Auszubildenden hoben die guten Gespräche hervor.

 

 

Er könne sich eine Ausbildung bei Vattenfall vorstellen, bestätigte Justus Beck nachdem sich der Achtklässler aus Geithain ausführlich am Stand des Unternehmens informiert hatte. "Wir suchen für 2014 Auszubildende als Elektroniker in Betriebstechnik sowie Industriemechaniker, insgesamt rund 18 junge Leute", erklärte Lehrausbilder Michael Kirste. Sie würden ihre Ausbildung weiterempfehlen, bestätigten die beiden Geithainer Vincent Seitz und Matthias Rudolph. Der 18-Jährige lernt Industriemechaniker im Energiekonzern, der 22-Jährige Mechatroniker.

 

 

Oliver Voigt, Siebtkläsler aus Geithain, will voraussichtlich im kommenden Jahr ein Praktikum in der Puschendorf Textilservice GmbH in Geithain absolvieren. Er hat sich auf der Messe einen entsprechenden Gutschein mitgenommen. "Wir versuchen an jeder Berufsmesse teilzunehmen", erklärte Alke Trebs, Produktionsleiterin und Lehrausbilderin. Schon seit mehreren Jahren gelinge es nicht, Auszubildende zu gewinnen, bedauerte sie. Dabei hätten die sehr gute Übernahmechancen und Qualifizierungsmöglichkeiten. Intensiv nachgefragt sei dagegen die Ferienarbeit in der Niederlassung Getex Geithain. Rund 20 Schüler könnten im Laufe der Sommerferien jeweils in der Wäscherei arbeiten, die Nachfrage sei weit größer. Oliver will dieses Jahr in den Ferien zunächst beim Geithainer Unternehmen Ladenburger arbeiten. "Er soll das machen, was er gern möchte", sagte seine Mutter Mandy Voigt. Schön fände sie es, wenn er seine Ausbildung in Geithain absolviert.

 

 

Schwieriger sei es geworden die Lehrstellen zu besetzen, bestätigte Rainer Müllrich, Geschäftsführer der Textildruckerei Lunzenau GmbH in Langenleuba-Oberhain. Zwei Ausbildungsplätze als Produktveredler Textil für dieses Jahr sind zu vergeben. "Die Facharbeiterzeugnisse werden nicht verschenkt, wer den Anforderungen nicht entspricht, der fällt auch durch." Das werde den Ausbildungssuchenden zu wenig bewusst gemacht, findet Müllrich.

"Man muss heute mehr Aufwand betreiben, um Lehrlinge zu finden, die fürs Handwerk brennen", sagte Anke Claus von der gleichnamigen Bäckerei und Konditorei in Geithain. Allen falle als Erstes nur das zeitige Aufstehen ein. "Das Schöne an dem Beruf ist, wie kreativ man sein kann - das will ich aufzeigen." Schade wäre es, wenn kleinere Handwerksbetriebe keinen Nachwuchs finden würden, erklärte sie. Auch Cynthia Lori aus Prießnitz informierte sich an ihrem Stand, die Zehntklässlerin will im Herbst eine Ausbildung beginnen, eigentlich in der sozialen Richtung. "Ich will mal durchgucken, ob ich was Schönes finde", erzählte die Schülerin.

 

 

Die beiden Zehntklässlerinnen Sindy Späth aus Rathendorf und Julia Piotrowski aus Syhra interessierten sich für eine kaufmännische Ausbildung bei Mercedes-Benz. Nick Fiedler absolviert im Unternehmen eine Ausbildung als Automobilkaufmann. Aus den Messe-Gesprächen würden sich Praktika ergeben, war er überzeugt, und daraus dann vielleicht auch Ausbildungsverträge. Mercedes-Benz nahm erstmals an der Veranstaltung teil. "Wir sind nächstes Jahr wieder dabei, es macht echt Spaß, die Messe ist liebevoll organisiert, es gibt gute Gespräche", lobte Stefan Lorber, Verantwortlicher für die Technische Berufsausbildung im Unternehmen.

 

 

"Wir sind mit der Resonanz von Ausstellern und Besuchern sehr zufrieden", freute sich Sabine Paul - die Lehrerin an der Geithainer Schule hatte dieses Jahr die Fäden für die Messe in der Hand. Diese richten im jährlichen Wechsel die Geithainer und die Bad Lausicker Mittelschule aus - jeweils in Zusammenarbeit mit den Euro-Schulen Leipzig. "Das ist ein wichtiger Baustein in unserer Berufsorientierung, die wir ab Klasse sieben betreiben", betonte Mittelschulrektor Gunter Neuhaus.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 28.03.2013

INGE ENGELHARDT

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