Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Geithain Beton-Brecher stößt in Tautenhain auf Skepsis
Region Geithain Beton-Brecher stößt in Tautenhain auf Skepsis
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:34 01.11.2018
Die Reif Baugesellschaft, hier eine Baustelle im nahen Elbisbach, will auf ihrem Tautenhainer Betriebsgelände künftig Beton-Recycling aufbereiten. Quelle: Jens Paul Taubert
Frohburg/Tautenhain

Eine Anlage, die Betonreste von firmeneigenen Baustellen zerkleinert, will die Reif Baugesellschaft GmbH auf ihrem Tautenhainer Betriebsgelände betreiben – allerdings nicht dauerhaft, sondern nur an ganz wenigen Tagen im Jahr, wie Niederlassungsleiter René Brand betont. Darüber hinaus sollen auf dem Areal am westlichen Dorfrand Recyclingmaterial gelagert werden. Dafür ist eine immissionsschutzrechtliche Genehmigung erforderlich. Das Verfahren beim Landratsamt ist noch nicht abgeschlossen. Einige Anwohner, die in der Nähe ihr zu Hause haben, sorgen sich um mögliche Beeinträchtigungen durch Lärm und Staub und fürchten einen Wertverfall ihrer Grundstücke.

Anwohner sind skeptisch

„Wenn es wirklich so kommt, wie uns Herr Brand sagte, könnte man ja damit leben“, sagt Bernd Jurk, dessen Haus nicht weit vom Betriebsgelände entfernt liegt. Er meint die Aussage, dass die Brecher-Anlage nur wenige Tage im Jahr – wenn überhaupt – angeworfen werde. Auf der jüngsten Sitzung des Frohburger Stadtrates hatten er und mehrere Mitstreiter auf ihre Bedenken hingewiesen und um nähere Informationen gebeten.

Die bekamen sie danach im Bauamt der Stadt, führten inzwischen aber auch ein Gespräch mit dem Niederlassungsleiter. Skeptisch bleibe man, denn vieles sei für den Laien nur schwer nachvollziehbar. Anliegen sei es, dass von der Anlage keine größeren Beeinträchtigungen für Einwohner Tautenhains ausgehen dürften. Rücksicht genommen werde müsse im Besonderen auf den Käufer des alten Bahnhofsgebäudes. Das Haus, das jetzt endlich saniert und zu Wohnzwecken umgebaut werden solle, liege der Anlage schließlich am Nächsten, sei von ihr nur durch die Bahntrasse und eine Zeile Bürogebäude getrennt. Um auf Nummer sicher zu gehen, werde man sich in dieser Woche auch im Landratsamt kundig machen.

Betriebsleiter: kein Brecher für immer

Damit habe er, sagt René Brand, kein Problem. „Wir möchten in begrenztem Umfang von unseren eigenen Baustellen Recyclingmaterial nach Tautenhain bringen, es hier aufbereiten und selbst auch wieder verbauen“, sagt er. Man erfülle damit das Kreislaufwirtschaftsgesetz, das die Aufbereitung einer Deponierung vorziehe. Die Anlage, die man aufstelle, sei eine mobile, und sie komme nur zum Einsatz, wenn sich genügend Material angesammelt habe: „Es wird kein dauerhafter Brecher installiert.“ Wie oft er laufe, hänge von Umfang und Art der Aufträge ab, die Reif abarbeite. Das könnten zwei, drei Tage im Jahr sein; in anderen Jahren ruhe die Anlage vielleicht ganz, so Brand. Die maximale Durchsatzmenge von 12 000 Tonnen im Jahr sei eine Obergrenze; wahrscheinlich werde man deutlich darunter liegen.

Frohburg verhängt Auflagen

„Die Stadt Frohburg hat dem Antrag unter Auflagen zugestimmt“, sagt Bauamtsleiterin Anke Vogel: „Es handelt sich um ein Gewerbegebiet, da ist solch ein Vorhaben aus unserer Sicht zulässig.“ Allerdings müsse der Lärmpegel, der für ein solches Mischgebiet gelte, eingehalten werden. Die katholische Kapelle, die sich in unmittelbarer Nachbarschaft befinde, genieße besonderen Schutz. Drittens solle die Gebäudereihe zur Bahnstrecke zu erhalten werden, weil sie eine schützende Barriere für das Dorf darstelle. Der Eulataler Ortschaftsrat, so Vogel, trage diesen Standpunkt der Stadt mehrheitlich mit.

„Das Unternehmen hat Anfang Juli einen Antrag für die Errichtung und den Betrieb einer Anlage zur Lagerung und Behandlung von nicht gefährlichen Abfällen gestellt“, sagt Brigitte Laux, Sprecherin des Landkreises Leipzig. Die nachgeforderten Unterlagen seien Mitte September beim Landratsamt eingegangen. „Derzeit findet die abschließende Prüfung durch die beteiligten Fachbehörden statt.“

Betriebsgelände wird aufgewertet

René Brand hofft, die Genehmigung zu erhalten. Für alles, was hier geschehe, gebe es strenge Regularien: für die Betriebszeit des Brechers, für den Transport und die Lagerung des Materials. Die Stoffe würden vor und nach der Aufbereitung kontrolliert. Man werde sich peinlich genau an die Auflagen halten, wolle keinen Konflikt mit dem Dorf – im Gegenteil. „In den vergangenen Jahren haben wir ein bisschen Struktur in das Betriebsgelände reingebracht, in dem auch andere Firmen Immobilien nutzen. Wir haben die alte BHG abgerissen, die Zufahrt an der Bahnhofstraße neu gestaltet“, sagt Brand. Dieser Bereich werde noch mit neuen Lampen aufgewertet. Es gehe um geordnete Verhältnisse, und zu denen trage auch ein transparentes Genehmigungsverfahren bei.

Von Ekkehard Schulreich

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Es ist beliebter Brauchtum in der Region – zu Halloween werden Kürbisse zu Monstern geschnitzt, viele Kinder gehen kostümiert auf Süßigkeiten-Jagd. Viele Einrichtungen laden noch bis zum Wochenende zu Grusel-Partys ein.

29.10.2018

Nach Svend Gunnar Kirmes ist seit Freitag auch Georg-Ludwig von Breitenbuch Direktkandidat für die Christdemokraten bei der Wahl Anfang September. Der Kohren-Sahliser wurde mit 100 Prozent der Stimmen nominiert.

28.10.2018

Viel Musik und zahlreiche Aktionen der Händler kommen bei den Besuchern gut an – der Gewerbeverein Frohburg ist mit der diesjährigen Auflage des Einkaufsabends im Fackelschein wieder sehr zufrieden.

27.10.2018