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Borna: Jugendhilfeausschuss contra Freistaat

Borna: Jugendhilfeausschuss contra Freistaat

Bei Jugendklubs und der Schulsozialarbeit, bei der Erziehungsberatung und den Streetworkern zu kürzen, das lehnt der Jugendhilfeausschuss rundweg ab. Überlegungen, bei der Jugendarbeit in den Städten und Dörfern überall die Finanzierung gezwungenermaßen zu stutzen, fielen glatt durch.

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Viele junge Leute sind zum Jugendhilfeausschuss gekommen, sorgen sich um die Zukunft der Einrichtungen.

Quelle: Günther Hunger

Borna. Der Ausschuss war Mittwoch Abend zu einer Sondersitzung zusammen gekommen, nachdem das sächsische Sozialministerium dem Landkreis Leipzig ad hoc eine Viertelmillion Euro bei der Jugendpauschale gestrichen hatte. „Das ist sowas von verdammt nochmal verlogen“, brach der Unmut aus Winfried Busch (SPD/Grüne) im Jugendhilfeausschuss regelrecht heraus. Die Landespolitik propagiere, die Jugend sei die Zukunft der Gesellschaft, doch sie tue gerade das Gegenteil dessen, was aus dieser Beteuerung erwachse: Sie streiche Geld. Sie vergrößere damit die Bürde des Landkreises, der seinerseits bereits das Kindergeld zurücknehme und die Eltern für den Schülertransport wieder zur Kasse bitte. Busch: „Ich werde nirgendwo zustimmen, wo es um die Kürzung bei unseren Kindern geht.“Damit war die Tonlage vorgegeben, die die erhitzte, dennoch aber sachliche Debatte des Jugendhilfeausschusses prägte. In ihr kamen auch einige der 50 Zuhörer zu Wort, die die Jugendarbeit an der Basis machen und die die Situaion der Heranwachsenden aus erster Hand kennen.Jugendamtsleiter Thomas Pfeifer präsentierte auf drei Seiten einen möglichen Notfallplan der Verwaltung. Zähneknirschend hatte er den Verlust der Viertelmillion Euro im laufenden Jahr eingerechnet. Eine denkbare Konsequenz: Querbeet müssen alle auf acht bis zehn Prozent der vereinbarten Förderung verzichten. Das hieße, bei dem Hauptamtlichen eines Jugendklubs wären 2200 Euro offen, für eine halbe Schulsozialarbeiter-Stelle wäre dieselbe Summe ungedeckt, die Beratungsstellen müssten erheblich zurückstehen, obwohl sie, wie Pfeifer betonte, Pflichtaufgaben wie Erziehungsberatung und Jugendgerichtshilfe erfüllten.Eine lineare Kürzung nach dem Rasenmäher-Prinzip wies Christiane Hennecke von der Kreisarbeitsgemeinschaft der Wohlfahrtsverbände strikt zurück: „Die meisten Mitarbeiter haben schon jetzt keine vollen Stellen.“ Die Qualität der Arbeit sei in großer Gefahr.Der Jugendhilfeausschuss entschied, nicht an Kürzungen herumzudoktern. Vielmehr will er einen Brief nach Dresden schicken, den Widerstand manifestieren und Lösungsvorschläge anfügen. Am 30. März trifft sich der Ausschuss erneut. Bis dahin sind zahlreiche weitere Proteste angekündigt.

Ekkehard Schulreich

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