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Geithain Borna: Vater und Sohn leben für den Motocross und fahren viele Trophäen ein
Region Geithain Borna: Vater und Sohn leben für den Motocross und fahren viele Trophäen ein
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10:41 04.02.2016
Tino Eißner aus Zedtlitz möchte auch in der kommenden Saison wieder hoch hinaus. Quelle: KTM-Halle Racing Team
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Borna/Zedtlitz

Seit 60 Jahren gehört Wolfgang Eißners Herz dem Motorsport. Inzwischen 75, geht er nach wie vor mehrmals im Jahr bei Rennen nicht nur in Deutschland auf die Piste. „Es gab kaum ein Jahr, wo nicht mindestens ein großes Ding gelungen ist“, sagt Eißner, verweist auf den viermaligen Sieg des Österreich-Grand-Prix, auf die Weltmeisterschaftsläufe, zu denen die besten Drei eines Landes antreten.

Seine Leidenschaft wird längst geteilt durch seinen Sohn Tino. Der fuhr bei der DJFM (Deutsche Jugendförderung Motorsport) viele Meistertitel in Sachsen und Thüringen ein. Seit Jahren starten Vater und Sohn bei einer Europameisterschaft, die speziell für Rennmaschinen bis Baujahr 1982 ins Leben gerufen wurde. Siebenmal in Folge wurde Tino Eißner Europameister. Diese Erfolge zu sehen, ist für den Vater Genugtuung.

„Motocross- und Straßenrennen bin ich immer gefahren“, blickt Wolfgang Eißner auf eine beispiellose Karriere zurück. Die begann 1956, das Virus Schleizer Dreieck infizierte ihn. Der junge Mann, in Berndorf bei Lucka aufgewachsen, hatte Kfz-Schlosser gelernt, in der Lehrzeit schon Motorräder repariert. Eine HMW konnte er günstig erstehen, trainierte mit ihr in der Sandgrube hinter dem Dorf („Manch Älterer spricht mich darauf heute noch an!“). Eißner trat in den MC Borna ein, fuhr republikweit, wurde zum Armeesportklub (ASK) nach Berlin geholt. Von 1962 bis 1967 absolvierte er als Profi Weltmeisterschaftsläufe: „Unter die ersten Zehn sind wir meist gekommen. Das war ordentlich.“

Zurück in die Region, ließ er sich in Steinbach nieder, fuhr Enduro- und Autorennen. Während der Arbeit im Kreisbetrieb für Landwirtschaft erlitt er durch eine Verpuffung schwerste Verbrennungen. „An dem Tag, an dem ich diesen Unfall hatte, ist meine Frau mit dem neu geborenen Sohn aus der Klinik gekommen.“ An Motorsport war über Jahre nicht zu denken. „Ich habe von ganz unten versucht, wieder hochzupaddeln“, sagt Eißner. Invalidisiert, setzte er durch, in die Bundesrepublik reisen zu können. „Dort fuhr ich zu Autorennen als Mechaniker. Eine glückliche Zeit.“ Für den heranwachsenden Tino schraubte er ein kleines Motorrad zusammen. Er erkannte das Potenzial des Sohnes, das ab Anfang der Neunzigerjahre zum Tragen kommen sollte.

Die Grenzen waren offen, und der Senior, in der Motorsportszene der Bundesrepublik durchaus ein Begriff – nicht zuletzt dank eines Fernsehinterviews, das er und Kollegen überrumpelt einst dem Bayrischen Rundfunk gaben, wider alle Vergatterungen. Wolfgang Eißner begann, historische Maschinen aufzubauen, eine tschechische CZ, Baujahr 1964, mit der er einst WM-Läufe fuhr, eine Maico für den Sohn, eine Gewinner-Maschine!

Der trat in die Fußstapfen des Vaters, was den Rennsport anbetrifft, aber auch den Beruf. Und wie dieser (genauer: seine Mutter Annemarie) betreibt er heute ein Taxigeschäft. „Was mich am Motorsport reizt, ist der Wille zu kämpfen und zu siegen“, sagt Tino Eißner. Er verstehe es als eine Herausforderung, sich mit jüngeren Teilnehmern messen zu können.

Die Siegerkränze und Pokale, die Vater und Sohn eingefahren haben, füllen mehrere Zimmer im Zedtlitzer Elternhaus. Sie zu zählen, dürfte erheblichen Aufwand bedeuten. Dem sich Wolfgang Eißner nicht unterzieht. Denn er ist sicher: 2016 werden weitere hinzukommen – von seinem Sohn Tino und von ihm selbst.

Von Ekkehard Schulreich

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