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Geithain Bornaer machen Druck für Badestrand am Bockwitzer See – Wasser ist noch zu sauer
Region Geithain Bornaer machen Druck für Badestrand am Bockwitzer See – Wasser ist noch zu sauer
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06:00 19.02.2016
Luftaufnahme vom Bockwitzer See. Am Nordufer, links im Bild, soll ein Badestrand entstehen. Aber derzeit erlaubt die Wasserqualität noch kein grünes Licht zum Baden. Quelle: LMBV
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Borna

Still ruht der Bockwitzer See. Nur vereinzelt verirren sich bei Temperaturen im einstelligen Bereich Fahrradfahrer auf den Rundweg um das ehemalige Tagebaurestloch im Osten von Borna. Der Parkplatz, der 130 Stellplätze bietet, ist in dieser Jahreszeit ebenfalls verwaist. Aber das wird sich ändern, wenn mit dem Frühling die Natur erwacht.

„Die Bornaer haben ein touristisches Kleinod vor der Haustür“, sagte Brigitta Ast, Stadtratsmitglied (Bürger für Borna/Freie Wähler Borna) und im Ausschuss für die Entwicklung der touristischen Naherholung am Bockwitzer Sees tätig. Neben Ausflügen durch das Naturschutzgebiet weckt der See natürlich auch Begehrlichkeiten zum Baden. Wer sich jedoch in die Fluten begibt, übertritt ein Verbot. Viele Bornaer nehmen das in Kauf, die Stadt schaut weg. „Das müssen wir ändern“, so Ausschussvize Günter Kolbusa (SPD/FDP). Die Mitglieder des Ausschusses würden jetzt Druck machen. Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke) müsse beauftragt werden die Weichen zu stellen, damit am Nordufer des Sees endlich ein Badestrand entstehen könne.

Die Anstrengungen, die dazu unternommen worden sind, lassen am Willen aller Beteiligten keinen Zweifel aufkommen. Nach der Flutung des Restloches hatte der Bergbausanierer LMBV eine Initialneutralisation des Bockwitzer Sees vorgenommen. Dabei war mit hohem Aufwand Soda in den See gepumpt worden. Eine nachhaltige Stabilisierung der Wasserqualität konnte jedoch nicht erreicht worden. Sobald der Soda-Nachschub ausblieb, kippte das Gewässer wieder. „Nach einer Kosten-Nutzen-Abwägung begann 2012 ein Großversuch zur natürlichen Rückversauerung des Sees“, sagte Claudia Gründig, Vizesprecherin der LMBV. Wegen der in die Millionen reichenden Kosten für den Sodaeintrag wurde in Abstimmung mit der Landesdirektion der See vorerst sich selbst überlassen. Wie Gründig versicherte, sei der Abfluss des sauren Wassers in die Eula unschädlich.

Für das Staatsunternehen LMBV sind bis zum heutigen Tag die notwendigen Aufgaben zur Renaturierung des Tagebaurestloches erledigt. Das Gewässer gilt als saniert und ist heute von einem Rundweg aus zu beobachten. Die Verbindungsstraße zwischen Borna und Dittmannsdorf, von der eine Stichstraße zum See abgeht, ist im vorigen Jahr fertig geworden. Über ein Monitoring werde Gründig zufolge derzeit die Gewässerqualität und die Einleitung in die Eula überwacht.

Dass der See aus eigener Kraft keine Badewasserqualität erreicht, hat in den umliegenden Kommunen für einen herben Dämpfer gesorgt. Auch ein aktuelles Statement des Umweltamtes im Landkreis Leipzig, das die Willensbekundung der Stadt Borna zur Bewirtschaftung des Sees skeptisch beurteilt, sorgt nicht gerade für frischen Wind. So sieht die Behörde vorerst von der Einleitung eines Verwaltungsverfahrens ab, in dem ein sogenannter Gemeingebrauch der Stadt Borna am Bockwitzer See geprüft wird. „Aber sie lehnt es auch nicht rundweg ab“, stellte Kolbusa fest. In dem Schreiben an die Stadt Borna wird auf den niedrigen pH-Wert des Wassers und die hohe Sulfatkonzentration verwiesen. „In welchem Umfang und ob überhaupt der Gemeingebrauch am Bockwitzer See ausgeübt werden kann, ist noch nicht abschließend geprüft“, heißt es darin. „Das Glas ist nicht halb leer, sondern halb voll“, so das Fazit von Ast.

Deshalb will der Ausschuss nicht locker lassen. „Wir sehen die LMBV in der Pflicht“, so Kolbusa. In den Verwaltungsabkommen zur Sanierung der Berbau-Altlasten sei eine touristische Nutzung des Nordufers am Bockwitzer Sees vorgesehen. Deshalb müsse das Unternehmen die Voraussetzungen dafür schaffen. Und das umgehend. „Uns läuft die Zeit davon“, befürchtete Kolbusa. Denn überall dort, wo sich die Natur Flächen zurückerobert hätte, würde der Mensch kaum noch einen Fuß hinbekommen. „Wir müssen verhindern, dass die Natur schneller ist als die Verwaltung“, sagte Ast.

Von Birgit Schöppenthau

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