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Geithain Breitband-Ausbau: In Geithain klaffen riesige Lücken
Region Geithain Breitband-Ausbau: In Geithain klaffen riesige Lücken
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15:19 06.10.2017
Schnelles Internet gibt es in Geithain längst nicht überall. Quelle: dpa
Geithain

Mit der Breitband-Versorgung hapert es in vielen Bereichen des Geithainer Stadtgebietes. Trotz der erklärten Digitalen Offensive der Bundes- und Landespolitik kommt der Ausbau leistungsfähiger Datenwege nur schleppend voran. „Wir wissen, dass die Telekom einige Bereiche ausbauen will. Doch es entstehen dabei sogenannte Wirtschaftlichkeitslücken“, sagt Kerstin Jesierski von der Geithainer Bauverwaltung. Mit Marktanalyse und Interessenbekundungsverfahren habe die Kommune einen ersten wichtigen Schritt getan. Nun stelle man einen Förderantrag, um besagte Lücke schließen zu können. Die Telekom wolle dann bis 2019 in Geithain investieren, „doch sie haben nicht gesagt, wann sie anfangen“. Und selbst nach diesen Ausbau-Aktivitäten blieben im Stadtgebiet weiße Flecken, in Teilen von Wickershain und Niedergräfenhain, in Mark Ottenhain.

Gar nicht zu reden von den Narsdorfer Ortsteilen, die seit dem Sommer zu Geithain gehören: „Da ist die Situation noch viel drastischer.“ Der Investitionsaufwand sei hier ungleich höher, die Rentabilität aufgrund der geringen Besiedlungsdichte deutlich geringer. Für die Unternehmen sei es angesichts dessen nicht lukrativ, hier in Größenordnungen zu investieren. Die Telekom wolle auch dort Ausbauten vornehmen, doch die weißen Flecken seien südlich von Geithain eher weiße Flächen. „Es ist eine Grundsatzentscheidung zu treffen, wie wir verfahren wollen“, sagt Jesierski. Für die Kommunen – es betreffe ja Geithain mitnichten allein – blieben viele unbeantwortete Fragen: Wird es eine Förderung geben? Wie hoch ist die? Welche Schwierigkeiten tun sich im weiteren Verfahren auf? Wie geht man mit denen um?

„Mit viel Kraft, Energie und finanziellem Einsatz versuchen wir, die Erschließung unserer Städte und Gemeinden mit einem tragfähigen und zukunftssicheren Breitbandnetz zu planen und für die Umsetzung vorzubereiten“, formuliert es der Geithainer Bürgermeister Frank Rudolph (UWG) kürzlich in einem Brief an die sächsische Staatskanzlei und an das Wirtschaftsministerium. Die Erklärung, die von zahlreichen Amtskollegen unterzeichnet ist, kritisiert die Bundes- und Landespolitik zum Breitbandausbau auf dem Land. Die Kommunen seien mit diesem komplexen Thema überfordert.

Viele könnten die Eigenmittel, mit der Förderungen zu unterlegen seien, gar nicht aufbringen. Es entstehe mangels einer zentralen Planung ein Flickenteppich an Technologien. Ländliche Regionen drohten abgehängt zu werden, denn das Fehlen eines hoch effizienten Breitbandnetzes habe weitreichende Auswirkungen nicht nur auf die Wirtschaft, sondern auf die Lebensqualität und damit auf die Bevölkerungsentwicklung. Es brauche deshalb „eine Zukunftsdebatte, die diese Fragen nachhaltig klärt“.

Von Ekkehard Schulreich

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