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Briefwechsel aus dem Ersten Weltkrieg in Sonderausstellung auf Burg Gnandstein

Start für neue Museumssaison Briefwechsel aus dem Ersten Weltkrieg in Sonderausstellung auf Burg Gnandstein

Die Eröffnung einer Sonderausstellung mit dem Titel „...Kämst Du doch bald wieder, ich hab’s so satt, allein zu regieren...“ beendete am Sonnabend die Winterpause des Museums auf Burg Gnandstein. Die Schätze, inklusive des Briefwechsels zwischen Hanns und Elfriede von Einsiedel im Weltkriegsjahr 1916, sind nun wieder täglich zu besichtigen.

Antje Krahnstöver als Elfriede von Einsiedel und Museologe Falk Schulze präsentieren die einfühlsam geschriebenen Briefe aus dem Jahr 1916.

Quelle: Gislinde Redepenning

Kohren-Sahlis. Als sich 2014 der Ausbruch des Ersten Weltkrieges zum einhundertsten Mal jährte, mischte man nicht im Reigen der Gedenkveranstaltungen mit, erklärte Schlossherr Peter Knierriem in seiner Begrüßungsrede. Die Gelegenheit der Rückschau biete jedoch der historisch bedeutsame Briefwechsel der Burgherren und Museumsgründer von 1916. „Es ist ein großes Glück, dass tausende Briefe, die das Leben in dieser Zeit widerspiegeln, so umfassend erhalten sind“, findet Knierriem.

War man 2014 noch mit markigen Sprüchen ins Feld gezogen, hatten sich zwei Jahre später schon Ernüchterung und Kriegsmüdigkeit breit gemacht. Die Ausstellung mit zahlreichen Exponaten zeuge auch vom Wandel eines althergebrachten zum technisierten Krieg, dessen Auswirkungen uns bis heute beschäftigten. Erinnerungen vom Granatsplitter, mit dem Wolf, Sohn der Einsiedels, bei den Jungs im Dorf angeben konnte, bis zum Maschinengewehr, vom Spielzeug bis hin zur Pickelhaube mit Tarnüberzug zeigen eine große Bandbreite.

Dank guter Augen, viel Geduld und unendlicher Beharrlichkeit, mit der Museologe Falk Schulze und Museumsmitarbeiterin Antje Paukert in die archivarischen Tiefen des Thüringischen Staatsarchivs Altenburg tauchten, stehen den handschriftlichen Seiten der Feldpost gut leserliche Auszüge und eine übersichtliche Gliederung der damaligen Begebenheiten gegenüber. Spannend und bewegend entführt der Briefwechsel in die schwierige und leidvolle Zeit. Museumspädagogin Antje Krahnstöver verkörperte ungewollt authentisch im historischen Kostüm Elfriede von Einsiedel, die in den Kriegswirren ganz auf sich gestellt für den Erhalt und Unterhalt von Familie, Arbeitskräften und Burg sorgen musste. Gästeführer Michael Kreskowsky, der traditionell Hanns von Einsiedel verkörpert, musste kurzfristig absagen.

Der Burgherr stand als Rittmeister nie an vorderster Front, während seine Frau zu Hause die Geschäfte managte. „Meine liebste Friedel, du hast es viel schlechter als ich... Man muss ja froh sein, wenn man es so gut hat, wie es hier der Fall ist“, schrieb er am 1. Juni. In Gnandstein wurden derweil Lebensmittel wie alle elementaren Dinge des täglichen Bedarfs knapper oder teurer. Elfriede kümmerte sich nicht nur um die Kinder Sybilla und Wolf, sie erfüllte sogar ihrem Gatten noch Wünsche und schickte ihm am 16. Juli 1916 eine Kiste mit Leckereien sowie „Lokuspapier en masse“. „Sie hat nicht die Hände in den Schoss gelegt, sondern kräftig angepackt“, weiß Antje Krahnstöver. „Die Einsiedels waren ein gutes Team.“

Von Gislinde Redepenning

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