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Geithain Brücke zehn Jahre gesperrt: Für Beucha ist das (k)ein Grund zu feiern
Region Geithain Brücke zehn Jahre gesperrt: Für Beucha ist das (k)ein Grund zu feiern
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17:03 27.07.2016
Unmittelbar vor dem Dorf Beucha ist für jeden Schluss, der mit einem Fahrzeug von Flößberg her kommt. Quelle: Jens Paul Taubert
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Bad Lausick/Beucha

Man muss die Feste feiern, wie die Brücken fallen: Diese – zugegebenermaßen etwas verfremdete – Volksweisheit macht sich der Festverein Beucha zu Eigen. Und erinnert am 31. Juli mit einer Feierstunde an ein Ereignis, das nicht nur für die Beuchaer betrüblich und belastend ist. Zehn Jahre ist es dann her, dass das Landratsamt die Brücke über die Eula kurzerhand sperrte. Seither ist die Ortsverbindungsstraße gen Flößberg abgeschnitten. Die Brücke über den parallel verlaufenden Mühlgraben ist zwar längst wieder nutzbar, doch die Vollsperrung unmittelbar am südlichen Dorfrand bleibt.

„Hunderten sowjetische Panzern, 50 Tonnen schwer, hielt die Brücke einst stand“, sagt Rudolf Linke vom Vorstand des Festvereins mit Blick auf Zeiten, da die Rote Armee zu Manövern in das nahe Fürstenholz zog und dabei mit klirrenden Ketten das Dorf und die nur drei Katzensprünge lange Eula-Überquerung passierten. Passiert sei damals nichts, aber „seit Juli 2006 darf selbst ein Kinderfahrrad nicht mehr darauf“.

Wobei, Hand aufs Herz, sich nicht jeder Zeitgenosse daran hält. Und es sind nicht nur PKW-Fahrer, die die Sperrschilder ignorieren und die Überfahrt wagen; es wurden auch schon weit schwerere Vehikel gesichtet. Aktenkundig freilich ist solcher Frevel nicht, und Linke formuliert es deshalb diplomatisch: „Fast täglich sieht man Pendler, Anwohner, Rettungsfahrzeuge und selbst die Polizei am Sperrschild wenden.“

Ein solches Zurück aber soll es an diesem 31. Juli nicht geben: 16 Uhr lädt der Festverein zum Rostergrillen mitten über dem Strom ein, und auch Getränke soll es geben. Kraftfahrzeuge sind natürlich vor der Brücke abzustellen, doch der geballten Macht des Beuchaer und Flößberger Volks samt willkommener Gäste sollte das Bauwerk wohl widerstehen.

„Wir wollen dazu auch den Bürgermeister und den Landrat einladen“, sagt Rudolf Linke und beendet das Herumflachsen: „Es ist ja nicht abzusehen, dass sich etwas tut.“ Doch es könne nicht für alle Zeiten so bleiben.

In der Verantwortung zu bauen, steht die Stadt Bad Lausick. Doch weil ein Neubau heutigen Maßstäben – vor allem auch den Festlegungen des Hochwasserschutzes – genügen muss, sah sich die Kurstadt außerstande, die Riesensumme dafür auch nur ansatzweise aufzutreiben. Die Abgeschnittenen hoffen dennoch, dass das launige Fest-Motto nicht mehr als eine Latrinenparole ist: „Gesperrt in Ewigkeit, Amen!“

Von Ekkehard Schulreich

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