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Geithain Buchheim: Mängelliste wird kaum kürzer
Region Geithain Buchheim: Mängelliste wird kaum kürzer
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18:46 01.03.2018

. Die unschöne Seite: der geschlossene Gasthof, das verkommende Thalmann’sche Gut, die versandeten Bemühungen um ein wirkliches Dorfgemeinschaftshaus, den Wildwuchs auf der URD-Kompostieranlage.

„Die vielen kleinen Dinge sind es, die stören, die ins Auge fallen. Und die nicht abgestellt werden, obwohl sie so banal sind, dass wir kaum groß drüber reden müssten." Siegfried Naumann ist müde. Lange schon ist er Ortsvorsteher in Buchheim. Zu lange schon hat er in den Bad Lausicker Stadtratssitzungen vorgetragen, wo die Probleme liegen. Lang und länger ist die Mängelliste, die beim Dorfrundgang, den die Stadtverwaltung einmal jährlich in jedem Ortsteil anberaumt. Einen Haken kann er nur hinter weniges setzen. Das zermürbt. Ab 16. April hat das Rathaus die nächste Ortsteilbegehung angesetzt.

In der Alten Straße 1, dem Haus, in dem der bekannte Mediziner Friedrich Küchenmeister geboren wurde, hat der Ortschaftsrat ein Zimmer. Es war vor Jahrzehnten eine liebevoll eingerichtete Heimatstube. Muffig ist es, die Tapete löst sich. Ein Haus für die Dorfgemeinschaft hätte es werden können, so der Wunsch des Gremiums. Er stieß auf Widerstände bei der Stadt. Seit Jahren nichts Neues, so Naumann: „Das ist gestorben für Buchheim."

Dass aber nicht einmal die Putzschäden an der feuchten Rückfront des Hauses beseitigt würden, kann er nicht verstehen. „Schön, dass die Feuerwehr ihr Haus und das Gelände dahinter in Ordnung hält. Das ist unser kulturelles Zentrum."

Bad Lausicks Bürgermeister Josef Eisenmann (CDU) versteht den Unmut nicht: „Für eine Renovierung und neue Heizlüfter hat der Ortschaftsrat Mittel beantragt. Die werden auch kommen."

Apropos Zentrum: Seit der Gasthof geschlossen ist, fehlt dem Gemischten Chor, dem Männerchor und der Sportgruppe die angestammte Bleibe. Ihr Glück, dass Petra Steinbach, die Chefin der DJH-Jugendherberge, ihnen die Türen geöffnet hat. Auch die monatliche Rentnerrunde hat sich hier etabliert.

Die Straßen seien weitgehend in Ordnung. Doch der Ziegeleiweg, frequentierter Zugang zum Colditzer Forst für Herbergsgäste wie Ausflügler, werde über- und unterspült, weil der Graben daneben zugesetzt sei. Die alte nach Ballendorf führende Straße könnte eine reizvolle Verbindung für Spaziergänger und Radler sein, doch sie ist eine steinige Piste. Die vorbeiführt an der vor Jahren abgedeckten und mit kleinen Bäumen bepflanzten Ausfülle: „Um die Pflege der Bäume hat sich nie wieder einer gekümmert." Üppiger grünt es an der Staatsstraße auf der Kompostieranlage, Hinterlassenschaft des inzwischen liquidierten Unternehmens URD. Wasser rinnt oder sickert vom Gelände auf ein nahes Feld; dass der Landkreis einen Bord aufmauern ließ, um das zu verhindern, zeigt nur bedingt Wirkung. Mit zig Giftstoffen belastete Bahnschwellen sind auf dem Gelände für alle sichtbar ins Erdreich gerammt. Oft schon hat der Ortschaftsrat auf die Gefährungen hingewiesen, sagt Siegfried Naumann: „Es interessiert keinen."

In der Dorfmitte, wo der gelbe Briefkasten hängt und wo viele Ältere auf dem Weg zum Friedhof mal eine Pause einlegen würden, wollte der Ortschaftsrat eine Bank aufstellen lassen. Noch steht sie nicht. Der Zustand des Thalmann’schen Gutes gegenüber ist seit zwei Jahrzehnten ein Ärgernis; weder Eigentümer noch Behörden sehen sich imstande, Grundsätzliches daran zu ändern. Von der Friedhofsmauer brökelt Putz auf den Asphalt. „Viele Buchheimer, die machen was an ihren Häusern. Sie sorgen dafür, dass es schön aussieht im Dorf", betont der Ortsvorsteher. Die öffentliche Hand aber, die werde viel zu wenig wirksam.

Ekkehard Schulreich

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