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Geithain Buchheimer fordern Überweg
Region Geithain Buchheimer fordern Überweg
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13:49 05.01.2010
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Buchheim

Doch nach einer Verkehrszählung winkt die Stadt ab: genug Autos, aber – zu wenig Fußgänger.

Das Schreiben, das das Bad Lausicker Ordnungsamt an den Buchheimer Ortschaftsrat schickte, hält André Kipping für einen schlechten Witz: Zwar wurden bei einer Verkehrszählung in Buchheim binnen einer Morgenstunde 350 Fahrzeuge auf der von Bad Lausick Richtung Rochlitz führenden Staatsstraße erfasst. Doch in derselben Zeit versuchten nur 21 Fußgänger, unbeschadet über den Damm zu kommen. Das Fazit der Behörde: 300 bis 400 Autos pro Stunde rechtfertigen einen besonders gekennzeichneten Überweg, doch für gerade mal 21 Nasen sei dieser Aufwand laut Gesetz unvertretbar hoch und damit nicht praktikabel. „Die Stadt erklärt uns, was nicht geht. Sie sollte sich statt dessen besser für ihre Bürger stark machen“, meint Kipping, der im Ortschaftsrat und im Bad Lausicker Stadtrat Buchheimer Interessen vertreten will. Fakt sei doch, dass der Verkehr und die Rücksichtslosigkeit mancher Autofahrer zunehme und dass die lange gerade Strecke von Ebersbach her viele zum Zu-schnell-Fahren geradezu einlade. Um Fußgänger – Schulkinder wie Ältere – zu schützen, müsse umgehend etwas getan werden. Kipping: „Wir möchten uns nicht nachsagen lassen, wir hätten nichts unternommen.“

Das meint auch Siegfried Naumann, der Ortsvorsteher. Die Verkehrszählung habe zu einem ungünstigen Zeitpunkt stattgefunden, ist er überzeugt. Schon seit Jahren kämpfe man um eine sichere Querungsmöglichkeit im Bereich von Haltestelle, Bäcker und Gasthof. Ein erster Schritt zur Temporeduzierung wäre nach Naumanns Auffassung, ein Limit von 70 km/h weiter draußen in Höhe des Siedlerweges aufzustellen, „damit die nicht im Affenzahn in das Dorf reingefahren kommen“. Oder das gelbe Ortseingangsschild zu verrücken. „Aber da wurde uns gleich gesagt: Das geht nicht.“ Naumanns Resümee: „Die Sicherheit steht nicht vorne an. Das ist schlimm.“

Aufgrund der zu geringen Fußgängerfrequenz erlaubten die Richtlinien nicht, einen Fußgängerüberweg einzurichten, sagt der Bad Lausicker Bürgermeister Josef Eisenmann: „Wir kriegen das beim Straßenverkehrsamt nicht durch.“ Andererseits sei die Verkehrsbelastung in Buchheim unbestritten hoch. Deshalb hake man die Sache auch nicht ab, sondern suche nach einer anderen Lösung.

Für André Kipping und die Mitstreiter im Ortschaftsrat darf ein Nein nicht das letzte Wort sein. Auf Paragrafen herumzureiten, führe nicht zum Ziel. „Wir sagen: Buchheim ist ein begründeter Ausnahmefall“, meint er und will die Sache morgen Abend im Technischen Ausschuss erneut ansprechen. Ein Überweg müsse her. Die Straßenbeleuchtung sei vorhanden, „und an zwei Schildern und zwei Eimern Farbe wird es doch wohl nicht scheitern“.

Ekkehard Schulreich

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