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Geithain Bühne frei für den Illusionisten: Axel Pfefferkorn stellt auf Burg Gnandstein aus
Region Geithain Bühne frei für den Illusionisten: Axel Pfefferkorn stellt auf Burg Gnandstein aus
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17:31 19.05.2015
Ganz nah heran an die Exponate von Axel Pfefferkorn (rechts) ging die Schauspielerin Barbara Trommer. Neben ihr Regisseur Ekkehard Dennewitz. Quelle: Jens Paul Taubert

Dass zur Vernissage zahlreiche Theater-Kollegen, mit denen er über Jahrzehnte verbunden ist, nicht nur als stille Betrachter kamen, konnte nicht überraschen. Roland Seiffarth, heute Ehrendirigent der Musikalischen Komödie Leipzig, begleitete am Klavier Bariton Milko Milev und seine "Nacht voller Seligkeit". Schauspieler Friedhelm Eberle, der in Leipzig oft in Pfefferkorns Bühnenbildern agierte, nannte sie launisch "furchtbar": Statt raumgreifenden Schrittes auf die Bühne zu kommen, "mussten wir auf Knien kriechen". Etwa beim "Hamlet" - was ihn veranlasste, Kästners den Theateralltag karikierende Verse "Hamlets Geist" zu deklamieren.

"Ich hatte oft den Eindruck, dass er am Liebsten selbst inszenieren wollte", sagte Regisseur Ekkehard Dennewitz, der den Part des Laudators übernahm. Wenn er Pfefferkorn, einen Illusionisten, bei der Vorstellung seiner Bühnendekorationen ein bisschen gebremst habe, habe der erwidert: Mensch, ist doch nur ne Anregung! - Axel Pfefferkorn, gebürtiger Hohenstein-Ernstthaler (in derselben Straße wie Karl May), Wahl-Rüdigsdorfer, studierte an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden, arbeitete als Bühnen- und Kostümbildner, leitete in den achtziger Jahren die Zentralen Theaterwerkstätten Leipzig, war nach der Wende maßgeblich für das Hessische Landestheater in Marburg tätig - und kann bis heute, der Ausstellungstitel trifft es, von Theater nicht lassen.

Bühnenbild-Modelle, Kostümzeichnungen, Fotografien, Plakate zeichnen im Museum der Burg Gnandstein jetzt seinen künstlerischen Lebensweg nach. "Ich bin sehr froh, dass ich hier mein Lebenswerk zeigen kann", sagte Axel Pfefferkorn. Dass es allenfalls wenige Mosaiksteine sind, die hier Platz finden, ist kein Manko. Es verwundert nicht, wenn man weiß, dass er allein für Marburg mehr als 50 Ausstattungen besorgte. Bulgakows "Meister und Margarita" und Aitmatows "Richtstatt", "Zauberflöte" und "Zerbrochener Krug" - allein diese Exponate aus seiner Leipziger Zeit illustrieren die Bandbreite, zeigen seien künstlerischen Anspruch, die Vielschichtigkeit und Anstößigkeit von Theater, den nicht zuletzt auch politischen Kern.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 25.03.2013

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