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Bürgermeister Andreas Große will seine Arbeit für Narsdorf fortsetzen

Wahl Bürgermeister Andreas Große will seine Arbeit für Narsdorf fortsetzen

Am 28. Februar haben es die Narsdorfer, Rathendorfer, Ossaer in der Hand: Sie wählen den Bürgermeister neu. Auf dem Wahlschein steht lediglich der Name des alten: Andreas Große (parteilos). Es könnte der letzte Bürgermeister für die Landgemeinde sein, denn der finanzielle Druck engt die Handlungsräume immer weiter ein.

Andreas Große ist Narsdorfs ehrenamtlicher Bürgermeister und tritt zur Wahl erneut an.

Quelle: Jens Paul Taubert

Narsdorf . Andreas Große will es noch einmal wissen: Der 47-Jährige, der als Bürgermeister die Geschicke der Gemeinde Narsdorf seit 2009 leitet, kandidiert zur Neuwahl am 28. Februar. Er ist der einzige Bewerber. Ging der Parteilose, der über langjährige Erfahrungen im Gemeinderat verfügt, zu Beginn des Jahrtausends mit einem Mandat der Wählervereinigung Rathendorf an den Start, ist er nun Einzelbewerber. Und da auf den Wahlschein lediglich sein Name gedruckt wird, steht es den Wählern frei, einen zweiten hinzuzufügen. Dass das zu einem zweiten Wahlgang am 20. März führt, ist indes wenig wahrscheinlich.

Die Gemeinde südlich von Geithain, zu der Rathendorf, Ossa und Narsdorf mit weiteren kleinen Ortsteilen gehören, ist nicht auf Rosen gebettet. Zwar wurde der Haushalt für 2016 schon vor Wochen beschlossen; genehmigt hat ihn der Landkreis als Rechtsaufsicht bisher nicht. Er weist eine halbe Million Euro Überschuss aus - aufgrund der Sonderzuweisungen zur Beseitigung der Hochwasserschäden, sagt Andreas Große. Vor dem ordentlichen Ergebnis stehe ein negatives Vorzeichen: minus 184 000 Euro. Die durch die Einführung der doppischen Haushaltführung schlügen zu Buche. Vor allem aber sei es dieses Missverhältnis: 258 000 Zuweisungen vom Land Sachsen reichten nicht einmal, um die an den Landkreis zu zahlende Umlage aufzubringen.

Die Landesregierung tönt vollmundig, sie wolle den ländlichen Raum stärken. Die Realität ist eine andere. Das ärgert mich“, sagt Große. 1,8 Millionen Euro umfasste der aktuelle Etat. Ein Drittel der Summe seien Kreisumlage und Verwaltungskosten für die Gemeinschaft mit Geithain. Ein Drittel ist nötig für den Betrieb der drei mit 170 Kindern voll ausgelasteten Kindertagesstätten. Ein Drittel verbleibe für den erheblichen Rest: Feuerwehren (mit mehr als 100 Aktiven), Grundschule, Mehrzweckhalle, Straßenunterhaltung, Grünpflege, Beleuchtung, Trauerhallen, kommunale Gebäude... „Dass da nichts bleibt, um nennenswert investieren zu können, muss doch einleuchten.“

Trotzdem möchte Andreas Große, der Rathendorfer, der als Leiter der Rechtsabteilung einer Altenburger Wohnungsgesellschaft tätig ist, den ehrenamtlichen Job an der Gemeindespitze weiterführen. „In den vergangenen sieben Jahren ist uns schließlich eine ganze Menge gelungen. Feuerwehren, Vereine, die Kindereinrichtungen, die Schule - viele engagieren sich. Davor muss man den Hut ziehen“, sagt er. Die dörfliche Gemeinschaft sei intakt. Bei aller Geldnot habe die Kommune 2015 in die Kindertagesstätten in Narsdorf und Ossa investiert, in die Dachdämmung der Grundschule, in mehrere kleine Straßen, in die Löschwasserversorgung in Dölitzsch. Und die Verschuldung weiter gesenkt, auf 300 Euro pro Kopf im Jahr; das ist weniger als die Hälfte des Sachsen-Durchschnitts.

Wenn Andreas Große erneut gewählt würde, wäre er wohl der letzte Bürgermeister der eigenständigen Gemeinde. „Aufgrund der Finanzlage kommen wir kaum umhin, in absehbarer Zeit den für uns einzig gangbaren Weg zu gehen. Darüber zu befinden, ist Sache des Gemeinderates. Es wird noch in diesem Jahr zu entsprechenden Diskussionen kommen müssen“, sagt er. Und meint: Eingliederung nach Geithain, in die Stadt, mit der Narsdorf via Verwaltungsgemeinschaft, viel mehr noch aber durch historisch gewachsene Beziehungen verbunden ist.

Von Ekkehard Schulreich

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