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Geithain Bürgermeister Hiensch will in Kohren-Sahlis etwas bewegen
Region Geithain Bürgermeister Hiensch will in Kohren-Sahlis etwas bewegen
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18:54 28.02.2018
Viertklässler in der Kohren-Sahliser Grundschule. Den Schulkomplex gelte es weiter auszubauen, erklärte Frohburgs Bürgermeister Wolfgang Hiensch. Quelle: Jens Paul Taubert
Frohburg/Kohren-Sahlis

Dass ihn die Kohren-Sahliser nicht zu ihrem Bürgermeister gewählt haben und dazu auch keine Gelegenheit erhalten werden, das machte Wolfgang Hiensch (UWG) am Dienstagabend gleich zu Beginn seiner launisch-pointierten Ausführungen vor den Frohburger Neu-Bürgern klar.

Zum einen wurden die Kohrener zu Jahresbeginn in den großen Nachbarn eingegliedert. Zum anderen endet für Hiensch, seit 1990 Stadtoberhaupt, in vier Jahre die letzte Amtszeit. „In der will ich aber noch etwas bewegen, auch in Kohren“, sagte er. Der Zusammenschluss beider Kommunen sei sehr wichtig für die Entwicklung des Kohrener Landes. Er verhehlte nicht, „dieser Schritt kam nach meiner Meinung 15 Jahre zu spät“.

Rund Hundert Zuhörer

Das Haus der Begegnung war bis auf wenige Stühle in Reihe eins voll besetzt. Ein rundes Hundert Einwohner wollte Hienschs Pläne hören und nach dem mehr als einstündigen Plädoyer Fragen loswerden. Dass er Sparen an der richtigen Stelle für eine unerlässliche Tugend halte, sagte der Bürgermeister gleich zu Beginn. Um zu investieren, müsse jede Fördermöglichkeit konsequent genutzt werden.

Geld gebe es nur für Nachhaltiges. Es gelte, die Eigenverantwortung jedes Einzelnen für das Gemeinwesen zu stärken. „Wer mich kennt, weiß, dass ich auch unbequemen Diskussionen nicht aus dem Weg gehe.“

Rathaus hat Projekte im Blick

Fakt sei, dass sich nicht und schon gar nicht ad hoc alle Wünsche erfüllen ließen, so Hiensch. Doch habe die Stadtverwaltung einige Projekte im Auge, die zügig umgesetzt werden könnten – vorbehaltlich der Zustimmung durch den Stadtrat. Er nannte die Modernisierung des Jahnshainer Feuerwehrdepots, das nicht einmal über eine Toilette verfügt, noch in diesem Jahr.

Für die Instandsetzung der Trauerhalle auf dem Kohrener Friedhof kümmere man sich jetzt um Leader-Fördermittel, hoffe auf einen Baustart 2018 und die Fertigstellung 2019. Das Stück Huckelpiste zwischen Jahnshain und der Flurgrenze Langenleuba-Oberhain lasse sich kurzfristig in Ordnung bringen.

Die alte Heerstraße zwischen Terpitz und Wenigossa, ein überregionaler Radweg, wird mit Fördergeld komplettiert. Spurbahnen sollen künftig auf der gesamten Länge eine touristische, aber auch eine landwirtschaftliche Nutzung besser möglich machen.

Schulkomplex ist weiter auszubauen

„Hervorragende Bedingungen für Ganztagsangebote“ gebe es in der Kohren-Sahliser Grundschule, so Hiensch. Es gelte, den Schulkomplex weiter auszubauen. In die Heizung und in den Brandschutz müsse investiert werden, ebenso in das Lehrschwimmbecken.

Am Gebäude der Kindertagesstätte „Turmspatzen“ seien nach dem für den 29. März erwarteten Gerichtsentscheid Baumängel zu beseitigen. In das Haus der Begegnung müsse man investieren. Was die Straßen betreffe, müsse man Planungen beauftragen, um an Fördermittel zu gelangen. Eine Straße, wo er dringend Handlungsbedarf sehe, sei die Bauerngasse in Gnandstein.

Private Initiative und Kapital erforderlich

Dass private Initiative und privates Kapital unerlässlich seien, um die Stadt und die Ortsteile attraktiv sein zu lassen, machte Wolfgang Hiensch nachdrücklich klar. Wenn die Stadt versuche, ungenutzte kommunale Immobilien loszuwerden, dann aus genau diesem Grund. Zudem seien Ideen und neue Fördermöglichkeiten gefragt, um auch in den städtischen Kern von Kohren-Sahlis in der Zukunft investieren zu können.

Von Ekkehard Schulreich

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