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Bundesfreiwilligendienst in der Kindertagesstätte: Bad Lausickerin gefällt es

Bundesfreiwilligendienst in der Kindertagesstätte: Bad Lausickerin gefällt es

Wenn Romy Jendrossek Tag für Tag in die Bad Lausicker Kindertagesstätte „Schwanenteich" geht, dann nicht nur, um ihre Töchter Nele und Lily abzugeben. Seit Monatsbeginn greift die 35-Jährige dem Team der Einrichtung unter die Arme: Sie absolviert hier für anderthalb Jahre den Bundesfreiwilligen-Dienst.

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Romy Jendrossek in ihrem Element - und in ihrem Amt auf Zeit.

Quelle: Jens Paul Taubert

Bad Lausick. „Die Große freut sich, wenn wir uns tagsüber im Kindergarten sehen. Die Lily aber wollte in den ersten Tagen nicht so gern von meiner Seite", sagt Romy Jendrossek und lacht. Mutter zu sein und Bundesfreiwilligendienst-Leistende in Personalunion zu sein, ist für sie kein Problem. Nele (5) und Lily (3) haben sich inzwischen daran gewöhnt. Und ihre Mutter bringt es so auf den Punkt: „Das ist nicht viel anders als zu Hause, wenn man zwei Kinder hat." Unter Menschen zu sein, mit ihnen zu arbeiten, kleinen und großen, die Bad Lausickerin genießt es.

Bürokauffrau ist sie von Hause aus, hat später auch ein paar Jahre als Köchin gearbeitet, bis sie wegen der Kinder pausierte. Ins Berufsleben zurückzukehren, zwei kleine Mädchen an der Seite und einen Mann, der auf Montage ist - für Romy Jendrossek eine schwierige Sache, dies sich bisher nicht lösen ließ. Der Freiwilligendienst ist ihr da eine willkommene Möglichkeit, sich einzubringen - übergangsweise, bis sich wieder eine reguläre Stelle findet.

„Für uns ist sie auf jeden Fall eine Bereicherung", sagt Ines Boden, die die Kindertagesstätte „Schwanenteich" leitet. Sie hatte Jendrossek angesprochen und deren Intentionen genau getroffen. „Ich hatte selbst schon im Internet nach einer solchen Stelle gesucht", sagt Romy Jendrossek. Seit Anfang Dezember und wohl noch bis Ende Mai 2013 wird sie nun in der Einrichtung tätig sein, überall dort helfen, wo sie gebraucht wird: in der Küche, als zweite Betreuerin in einer Gruppe, beim Frühstück machen für die Krippenknirpse, in Bodens Büro. „Zum Weihnachtsbasteln musste ich natürlich auch - aber als Mutti!"

Junge Leute, die ihren Zivildienst ableisteten, gab es in den vergangenen Jahren in der Kindereinrichtung nicht. Dass jetzt Ältere kommen mit ihrer Berufs- und Lebenserfahrung, Ines Boden betrachtet das als Bereicherung. Und als schöne Ergänzung zu den jungen Frauen, die als künftige Erzieherinnen und Sozialassistenten im Haus Praktika absolvieren. Die Leiterin möchte im neuen Jahr gern eine zweite Mutter gewinnen und zudem eine geringfügig Beschäftigte engagieren. Nicht nur, um in vielen Bereichen zu helfen, „sondern auch, damit sie ihre Ideen und ihre Kreativität einbringen können". Deshalb plant der Träger, die Volkssolidarität Leipziger Land/Muldental, die Bundesfreiwilligen durch mehrere Bildungstage zu schulen: in puncto Sächsischen Bildungsplan, ihre Rolle in der Einrichtung, ihr Einbringen in den pädagogischen Alltag.

„Als der Bundesfreiwilligendienst ins Gespräch kam, hatten wir großer Bedenken: Würde sie überhaupt jemand melden?", gesteht Monika Thomas. Inzwischen weiß die Geschäftsführerin der Volkssolidarität, dass diese Sorge unbegründet war. Bereits 35 Stellen hat der Verein in der Region inzwischen besetzen können: in Kindereinrichtungen vor allem, aber auch in der stationären Pflege und bei der Betreuung an Demenz Erkrankter. „Das funktioniert hervorragend", sagt sie. Deshalb stocke der Träger das sogenannte Taschengeld, das der Bund zahle, um 93 Euro auf, so dass die Freiwilligen je nach Arbeitszeit in Summe auf 300 Euro oder etwas mehr im Monat kommen.

Kein Geld, um davon leben zu können; dessen ist sich Romy Jendrossek bewusst. Darauf komme es ihr aber auch nicht in erster Linie an. Die Stelle sei eine Brücke, biete ihr eine wohltuende Perspektive für anderthalb Jahre: „Und sollte ich bis dahin schon wieder eine feste Arbeit finden, würde ich natürlich ja sagen."

Ekkehard Schulreich

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