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Bunte Meile am Schloss Frohburg

Bunte Meile am Schloss Frohburg

Der Erfolg eines Festes hängt von vielen Faktoren ab: schönes Wetter, kurzweilige Unterhaltung, gutes Essen, Überraschungen und moderate bis keine Eintrittspreise.

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Die Mädchen der Kinder- und Jugendbegegnungsstätte Frohburg tanzen ein Michael-Jackson-Medley.

Quelle: Thomas Kube

Frohburg. Von alledem gab es beim dreitägigen Schloss- und Vereinsfest am Wochenende in Frohburg reichlich: Livemusik, Oldtimerschau, Spiele für Kinder, Tanz und kulinarische Raffinessen. Die bunte Meile und Musikrichtungen deckten viele Altersklassen und Interessen ab. Dennoch blieb die zweite Gemeinschaftsveranstaltung von Schlosscafé Frohburg, Stadtverwaltung, Freundeskreis Schloss Frohburg und Museum weit hinter den Besucherzahlen und Erwartungen vom Vorjahr.

Los ging es am Freitagabend mit einer Kräuterwanderung im Schlosspark. Danach sorgte die Geithainer Big Band für gute Töne, doch der Publikumszuspruch hielt sich in Grenzen. Konstanze Jurzok vom Museum konnte nur Mutmaßen: "Vielleicht lags am Fußball und, dass Deutschland gerade gespielt hat."

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Frohburg. Es gab reichlich beim dreitägigen Schloss- und Vereinsfest am Wochenende in Frohburg: Livemusik, Oldtimerschau, Spiele für Kinder, Tanz und kulinarische Raffinessen. Dennoch blieb die zweite Auflage weit hinter den Besucherzahlen und Erwartungen vom Vorjahr.

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Am Sonnabend standen die Angebote für Familien mit Kindern im Mittelpunkt. Im Schlosshof war ganztags eine große Hüpfburg aufgebaut und auf der Bühne im Park spielte das Blasorchester der Feuerwehr Frohburg zu Kaffee, Kuchen und frisch Gebrutzeltem. Händler, Gewerbetreibende und Vereine waren jedoch weniger gekommen, als gedacht, bedauerte Stadtsprecherin Maren Taubert. "Das ist schade, denn gerade diese Stände locken viele Besucher an."

Nichtsdestotrotz ließ sich Inge Nötzold (60) aus Regis-Breitingen an ihrem Geschenkestand die gute Laune nicht verderben. Sie verwandelt Birkenstämme in fantasievolle Figuren, bemalt und beklebt sie mit Moosgummi zu einem Froschkönig, zu Biene Maja, Maulwürfen, Krokodilen oder einem Brautpaar, oder sie fertigt mannshohe Türsteher aus Holz mit Aufschriften wie "Kuhten Tag" (im Kuh-Design) an. Vor zwei Jahren entdeckte die Kindergärtnerin dieses Hobby für sich und zieht sich nun lieber zum Basteln in ihr Refugium zurück, als sich vor den Fernseher zu setzen. "Ich habe meine Freude daran, kreativ zu sein, und alle Beschenkten haben auch ihre Freude daran. Was gibt es Schöneres? Meine Geschenke aus Holz braucht man nicht pflegen und nicht gießen, man kann sie einfach nur genießen..."

Gleich nebenan hatte Anette Schocke (56) aus Kohren-Sahlis einen Stand mit selbstgemachten 3-D-Karten und Kerzen aufgebaut. Während einer Reha vor zehn Jahren fand sie zu diesem Hobby und hat es mittlerweile zur Perfektion gebracht. "Wenn ich merke, dass es mir nicht gut geht, setze ich mich hin und bastle, und mir geht es sofort besser." Auf Dorf- und Heimatfesten oder Flohmärkten verkauft die Hauswirtschafterin ihre Eigenkreationen. Darüber hinaus leitet Anette Schocke einmal im Monat den Bastelclub in Kohren-Sahlis.

Eine Gruppe der Frohburger Oldtimer- und Schlepperfreunde hatte sich in der Nachbarschaft einen Platz gesichert. Wolfram Taubert, Lars Thielemann und Jürgen Neubauer präsentierten einen Deutz 40.2, Baujahr 1964, sowie einen Allgaier AP 16, Baujahr 1956, in der Sonne. Letzterer bringt es bis auf Tempo 20 und verfügt sogar über ein eingebautes Autoradio. "Ich war früher Landmaschinen- und Traktorenschlosser und hatte schon immer Freude an alten Maschinen", erzählte der Besitzer des Gefährts. "Außerdem will ich nicht, dass sie im Schrott landen." Übers Jahr verteilt besuchen die Frohburger mit ihren fahrbaren Untersätzen Oldtimer- und Schleppertreffen in Bocka, Wyhra, Hohburg, Breitenborn oder Leipzig - und sind damit zu Himmelfahrt unterwegs.

Eine Augenweide waren ferner die kleine Ausstellung des Oldtimervereins Kohren-Sahlis (Mercedes Benz 280 S, Ford A Baujahr 1930 oder ein Trabi-Cabrio) sowie die Kaninchenschau des Frohburger Züchtervereins. 16 Tiere in sieben verschiedenen Rassen hatten Juliane Rudolf aus Prießnitz und Marco Fetzer aus Bad Lausick an ihren Stand mitgebracht. Für die Kinder boten sie kleine Gipsfiguren zum Bemalen an. Ein Stück weiter lud das Team vom Schloss Frohburg zu Spielen wie Fische angeln und Kegeln ein. Die Figuren hatte alle der Holzschnitzer und Kunstgestalter Juri Bondarew selbst angefertigt. Der gebürtige Kasache lebt seit einigen Jahren mit seiner Frau in Frohburg.

Während am Nachmittag die Kinder- und Jugendbegegnungsstätte mit ihren Tänzen für weitere Unterhaltung sorgte, unter anderem mit "Kleine Babuschka" und einem Michael-Jackson-Medley, wurde es gegen Abend hin rockiger. "Die Kurzen" griffen zuerst in die Saiten und übergaben dann an "Leiseschrei".

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 07.07.2014

Kathrin Haase

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