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Campus Bad Lausick: Schule, Hort und Sport in enger Nachbarschaft?

Campus Bad Lausick: Schule, Hort und Sport in enger Nachbarschaft?

Campus, gemeinhin Bezeichnung eines Universitätsgeländes, nennt die Bad Lausicker CDU-Fraktion ihr Projekt, Mittelschule, Grundschule, Hort, Jugendzentrum moderne Turnhalle und Sportplatz binnen der nächsten Jahre an einem Ort zu konzentrieren - im Umfeld der heutigen Mittelschule.

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So könnte die Konzentration aussehen: Links Turnhalle und Sportplatz, daneben das Kinder- und Jugendzentrum. Gelb die neue Grundschule und die alte, in die der Hort einziehen könnte. Rechts die Mittelschule. Entwurf: Axel Höer

Bad Lausick. Ein Vorhaben, das sich der Stadtrat nach breiter Diskussion zu Eigen machte. Allerdings soll bis Jahresende die tatsächliche Machbarkeit abgeschätzt werden.

„Auf Dauer ist es nicht machbar, zwei Schulstandorte und zwei Turnhallen zu unterhalten", sagte Udo Goerke, als er die „Vision" seiner CDU-Fraktion vorstellte. In die Sanierung der Grundschule, die vor einem halben Jahrzehnt in das Gymnasium umzog, müsse man an die 3,5 Millionen Euro investieren. Von der Grundschul-Turnhalle nicht zu reden. An der Mittelschule müsse eine neue Sporthalle her; ein moderner Zwei-Felder-Bau sei für eine zweizügige Mittelschule zu groß. Anders sei das bei einer Schul-Konzentration an diesem Ort. Die ursprüngliche Grundschule könnte Hort werden, für die Grundschule sei ein moderner Bau (Kosten zwei Millionen Euro) anstelle des Speisesaals und anderer Zwischenbauten möglich - unter Beibehalt der kleinen Turnhalle. Die städtische Turnhalle weiche einem kompletten Neubau. Es sei einer erste Idee, so Goerke: „Damit wir nicht immer die Getriebenen von irgend welchen Auflagen sind."

„Visionen - wunderbar", sagte Grundschulleiterin Birgit Geuther. Um dann Aspekte zu nennen, die unbedingt zu berücksichtigen seien. Für rund 500 Grund- und Mittelschüler sei das Gelände insgesamt viel zu knapp bemessen, zumal durch den Grundschul-Neubau Teile des heutigen Schulhofes verloren gingen. Ein großer Pausenspielhof für die Grundschüler sei nicht erkennbar, aber unverzichtbar für Unterrichtsqualität und Ganztagsangebote. Die Verkehrssituation an der Bundesstraße 176 sei heute schon ein Problem; es fehle an Parkplätzen. Darüber hinaus: Die Umsetzung solcher Visionen brauche Jahre, in denen in die heutige Grundschule aber unbedingt investiert werden müsse, in das Dach zum Beispiel und in Schallschutz in den Zimmern.

Zu klein ist das Areal auch nach Auffassung von Reinhard Deuil. „Eine Stadt, die sich entwickeln will, sollte keine solche Grenze setzen", sagte der Mittelschulleiter mit Blick auf die heutige Zweizügigkeit seiner Einrichtung. Wenn man investiere, dann bitte mit der Option Dreizügigkeit, wie sie in diesem Jahr auch die Grundschule verzeichne. Dass sich die Mittelschule erneut auf ihr angestammtes Haus beschränke und künftig nicht mehr Räume der alten Grundschule nutze - hier müsste ja der Hort „Burgspatzen" einziehen -, schloss er aus. Das bekräftigte Timm Grunow, stellvertretender Klassensprecher der 9b. Zudem hält auch er die Verkehrssituation im Schulumfeld für höchst problematisch.

„Eine verlockende Idee" nannte Detlef Lachmann (SPD) das Vorhaben; den aufgeworfenen offenen Fragen wollte er sich nicht verschließen. Das Platzproblem könne man möglicherweise beheben, indem man die neue Turnhalle andernorts baue, zum Beispiel auf der anderen Seite der B 176 auf dem heutigen Gelände einer Gärtnerei, sagte Thomas Drechsler (NPD). Wesentlich schien Cordula Drechsler (FDP) vor allem die Frage, wie die Stadt in der heutigen Grundschule einen Unterricht in hoher Qualität sichern wolle, bis das Campus-Vorhaben in vielleicht fünf Jahren Realität sei. „Zu viele Ungereimtheiten", vor allem auch finanzieller Natur, diagnostizierte Gerhard Köpping (Dorfentwicklung. Hingegen scheine ihm das Sanierungskonzept für die Grundschule im Neubaugebiet schlüssig.

„Es ist schade, dass wir die Idee schon wieder zerreden", warf Tim Barczynski (Linke) ein. Um selbst eine Menge Zweifel zu offenbaren: „Was passiert denn, wenn wir in einem Dreiviertel Jahr merken, das ist doch nicht realisierbar?" Er schlug vor, dem Vorhaben grundsätzlich zuzustimmen unter der Maßgabe, bis zum Jahresende eine Machbarkeitsstudie erarbeiten zu lassen. Erst wenn die vorliege, habe der Stadtrat das letzte Wort.

Skepsis bei Robby Schulze (FDP). Wir müssen aufpassen, dass wir nicht schon im Vorfeld Porzellan zerschlagen", warnte er. Schon heute gebe es viele Eltern, die angesichts dieser Pläne zumindest besorgt seien. Sie alle müsse man mitnehmen in der Diskussion, wenn man Schule in Bad Lausick zukunftsfähig machen wolle. Seinem Vorschlag, die Entscheidung zu vertagen, folgte der Stadtrat nicht. Statt dessen bestätigte er bei drei Gegenstimmen Barczynskis Antrag mit besagter Fristsetzung.

Ekkehard Schulreich

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