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Geithain Colditzer Forst: Holzernte bis Mitte April, dann Anpflanzen auf zehn Hektar
Region Geithain Colditzer Forst: Holzernte bis Mitte April, dann Anpflanzen auf zehn Hektar
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10:59 26.03.2012
Beim Einrichten des Harvesters: Simon Haschke, Falkhard Dau und Sven Neuber, der das Gerät bedient. Quelle: Jens Paul Taubert
Bad Lausick

Nur auf einem knappen Hektar werden Fichten komplett gerodet. Nach dem Fällen kommt das Pflanzen: Zehn Hektar Aufforstung stehen 2012 im Plan.

Spaziergänger und Radfahrer haben es bemerkt: Im Wald rings um den Weißen Stein, im südöstlichen Teil des 1400 Hektar großen Forstreviers Waldmühle, wird seit vergangener Woche Holz gemacht. Eine Harvester genannte Erntemaschine greift sich jene Bäume heraus, die Revierförster Falkhard Dau und Forstinspektor-Anwärter Simon Haschke markiert haben. Die Stämme werden automatisch gefällt, von Ästen befreit, auf Länge geschnitten und am Weg aufgestapelt. An die 70 Jahre alt ist ein Teil des Eichenbestandes, in dem sich die Maschine bewegt. „Hier wird noch mal ordentlich Luft gemacht, damit die verbleibenden Bäume weitere 60, 80 Jahre ungestört wachsen können", erläutert Dau. In den jüngeren Beständen geht es darum, Z-Bäumen, den Zukunftsbäumen, genügend Raum zu geben. Solche Durchforstungen stünden in der Regel aller zehn Jahre an, sagt der Revierförster: „Wir müssen uns jetzt sputen. Die Fällung sollte beendet sein, ehe die Eichen in den Saft kommen und neu austreiben."

Die Holzernte ist für Simon Haschke eine Bewährungsprobe. Der gebürtige Jenaer, der sein Studium als Diplom-Forstwirt abgeschlossen hat, absolviert jetzt im Staatsbetrieb Sachsenforst einen neunmonatigen Vorbereitungsdienst. Falkhard Dau, seit einem Jahrzehnt Ausbildungsförster, hat ihm das Auszeichnen der Bäume, das Einweisen des Forstunternehmens, die Abrechnung der Ernte übertragen. „Er erwirbt bei uns sachsenspezifisches Fachwissen und kann sich damit auf eine spätere Tätigkeit als Revierförster vorbereiten", sagt Dau. Das ist das Ziel des 24-Jährigen: „Klassischer Revierleiter zu sein, das wäre genau meine Sache. Was ich hier mache, ist das, was ich mir vorgestellt habe von meinem Beruf."

Der Holzeinschlag und die dann folgende Abfuhr bringt in den nächsten Wochen noch Einschränkungen für die Erholungssuchenden mit sich. Sperrungen würden bereits an Weggabelungen angezeigt, um die Waldbesucher nicht in Sackgassen laufen zu lassen, sagt Falkhard Dau: „Die Leute sollten die Sperrungen akzeptieren, denn wenn Bäume fallen, ist das kreuzgefährlich." Das Gros der Stämme wird zu Parkett, Paletten und Bauholz weiterverarbeitet; ein Teil landet als Industrieholz im Schredder. Parallel zur Ernte wird gepflanzt. Im Schnitt bringt Dau in seinem Revier jährlich auf zehn Hektar Bäume in den Boden. Bis zum Sommer rechnet er damit, dass die Forsteinrichtung bestätigt ist, der Wirtschaftsplan, der bis 2022 gilt und der abbildet, was wo ihn seinem großen Revier zu geschehen hat.

Dass der Waldumbau weg von Fichten-Monokulturen hin zu Laubmischwald ihn auch in den nächsten zwei Jahrzehnten beschäftigen wird, ist dem Förster klar. Unter dem Schirm großer Lärchen und Kiefern pflanzt er dieses Jahr vor allem Rotbuchen und Douglasien. Auf größeren Freiflächen kommen Rot- und Stieleichen in den Boden.

Ekkehard Schulreich

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