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Geithain Colditzer Paar feiert in seiner Wahl-Heimat Geithain eiserne Hochzeit
Region Geithain Colditzer Paar feiert in seiner Wahl-Heimat Geithain eiserne Hochzeit
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07:00 04.04.2017
Seit 65 Jahren ein Paar: Darauf haben Thea und Martin Mießler am Montag angestoßen. Quelle: Jens Paul Taubert
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Geithain/Colditz

Beinahe hätte Thea Mießler tiefgestapelt: „Ich habe erst gedacht, wir feiern unsere Diamantene Hochzeit“, sagte die 88-Jährige. Dabei sind es nicht 60, sondern schon 65 Jahre, die ihr Martin (89) und sie ein Paar sind. Das bemerkenswerte Jubiläum der Eisernen Hochzeit feierten beide, die den Großteil ihres gemeinsamen Lebens in Colditz verbrachten, im Geithainer Seniorenheim Am Stadtpark (SAS). Hier sind sie seit zwei Jahren zu Hause.

Montagvormittag gratulierten die Leitung des Hauses und Mitbewohner, der Heim-Chor inklusive, dem Thea Mießler mit Freude angehört. Am Nachmittag kam dann die Familie zusammen, um Kaffee zu trinken. Zwar blieben sie ohne eigene Kinder, doch die Schar der Nichten und Neffen ist groß. Zu beiden Kreisen gehört Nichte Katrin Becker, Pflegedienstleiterin im SAS, die das Paar nach Geithain holte, um ihnen das Treppensteigen hinauf in den dritten Stock ihrer Colditzer Wohnung künftig zu ersparen.

„Kennengelernt haben wir uns beim Tanz“, erzählte Martin Mießler, im Ortsteil Thumirnicht aufgewachsen. In den Nachkriegsjahren war das, von denen er zwei als Kriegsgefangener in einem belgischen Bergwerk verbringen musste. Thea, aus Schönbach gebürtig, und er heirateten 1952 in der Schönbacher Bergkirche; die Witwe jenes Pfarrers, der die Trauung vollzog, lebt heute hochbetagt mit Mießlers in Geithain unter dem selben Dach.

Ein halbes Jahrhundert verkörperte Martin in Colditz die Deutsche Post. Dort lernte er vor dem Krieg, dort hatte er über Jahrzehnte die Leitung des Postamtes inne – zehn Landpoststellen und in besten Zeiten bis zu 100 Mitarbeiter inklusive. Thea bestellte den Haushalt des großen Mode- und Ausstattungshauses Schneider, ehe sie zur Post wechselte („Die brauchten einfach Leute!“) und sich dort unter anderem um Lotto-Toto kümmerte. Gern erinnert sich der Jubilar an seine Abordnungen zur Frühjahrs- und Herbstmesse nach Leipzig: Dort hatte er in Messehäusern vier Jahrzehnte lang Sonderpostämter zu betreuen.

„Als ich geheiratet habe, hab‘ ich den Fußball aufgegeben“, so Martin Mießler. Fortan widmete er sich dem Kegeln; die Postler waren kreisweit auf Achse, mischten in der Bezirksliga mit. Jetzt ist er nicht mehr so gut zu Fuß unterwegs. „In unserem ersten Geithainer Jahr sind wir mit unseren Rollatoren noch regelmäßig in den Stadtpark gekommen“, sagt seine Frau. Das falle inzwischen schwer, doch zum Glück befinde sich unmittelbar vor dem Fenster ihres geräumigen Zimmers die Terrasse, die sie beide jetzt gern wieder nutzen.

Im hohen Alter noch zusammen und gut beieinander zu sein, genießen sie: „Wir kommen gut zurecht. Was der eine nicht kann, macht der andere. Wir brauchen nur selten Hilfe, aber wenn, bekommen wir sie.“

Von Ekkehard Schulreich

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