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Countdown für Eingemeindung nach Geithain: Narsdorfer sind bereit

Verwaltung Countdown für Eingemeindung nach Geithain: Narsdorfer sind bereit

Mit Spannung, aber kaum mit Sorge, blicken die Einwohner Narsdorfs, Ossas und Rathendorfs auf das, was die Eingliederung ihrer Dörfer in die Stadt Geithain bringt. Per 1. Juli verliert die Landgemeinde am Südrand des Landkreises Leipzig ihre Eigenständigkeit.

Die Eingemeindung von Narsdorf nach Geithain wurde bereits besiegelt.

Quelle: Andreas Döring

Narsdorf. Mit Spannung, aber kaum mit Sorge blicken die Einwohner Narsdorfs, Ossas und Rathendorfs auf das, was die Eingliederung ihrer Dörfer in die Stadt Geithain bringt. Per 1. Juli verliert die Landgemeinde am Südrand des Landkreises Leipzig ihre Eigenständigkeit. Sind die Gründe dafür in erster Linie finanzielle und macht der Gemeinderat dafür die sächsische Landespolitik verantwortlich, gibt es jedoch eine Menge Verbindendes mit Geithain. Klar scheint aber auch: Je größer die Verwaltungseinheit, umso wichtiger das bürgerschaftliche Engagement vor Ort. Die LVZ fragte in vier Vereinen nach, wie sie mit dieser Verantwortung umgehen.

„Wir haben und mit der Gründung unseres Vereins schon vor vielen Jahren ein Stück Unabhängigkeit geschaffen. Wir sind also vorbereitet“, sagt Mandy Schmidt vom Vorstand des Feuerwehrvereins Rathendorf. Der zählt 72 Frauen und Männer, aktive und ehemalige Feuerwehrmitglieder, aber auch andere Einwohner. Die Gründung des Vereins 2004 fällt zusammen mit dem Umbau des alten Gasthofes zum Dorfgemeinschaftshaus. Die Kameraden leisteten hier Hunderte Stunden, und heute hat der Verein das viel genutzte Haus in Pflege. „Uns geht es vor allem um das gesellschaftliche Leben im Dorf und um die Förderung der Feuerwehr“, sagt Schmidt. Angesichts des Zusammengehens mit Geithain sei der Verein sehr wichtig. Man freute sich, käme eine gute Zusammenarbeit mit der Stadt und den dortigen Vereinen zustande.

„Wir wollen mit unseren Freizeitsportangeboten und kleinen Events das dörfliche Leben aufrecht erhalten, für die Jugend und Kinder ein bisschen Ausgleich schaffen und das Miteinander pflegen“, sagt Sabine Winkler vom Vorstand des Sportvereins Narsdorf. Der SV zählt 80 Mitglieder in den Abteilungen Volleyball und Fußball; eine neue Fußball-Männermannschaft für die nächste Saison und eine Freizeitsportgruppe für die Jüngsten sind in Planung. Ist Kinder und Jugendsport von der Hallenmiete weiterhin befreit? Welche Kosten kommen auf den Sportverein zu nach der Eingliederung? Bleiben die Kosten so? Bekommen die Vereine finanzielle Unterstützung von der Stadt Geithain? – Winkler sieht zahlreiche Fragen, hofft auf „eine gute Zusammenarbeit mit Geithain und dass die Kosten für die Sportanlagen im Rahmen bleiben“. Schließlich finanziere sich der Verein von wenigen Sponsorengeldern und von den Mitgliedsbeiträgen, lebe maßgeblich von ehrenamtlichem Engagement. „Und da sehe ich mehr unsere Politik aus Bund und Ländern in der Pflicht mehr für unseren Nachwuchssport zu tun und auf mehr Unterstützung für die kleinen Vereine“, sagt Winkler. Im Übrigen: „Es ist eine Schande, wie unsere Politik mit kleinen eigenständigen Gemeinden umspringt, die Zuwendungen verweigert und zu Fusionen zwingt.“

Dass die Narsdorfer Grundschule noch viele Jahre Bestand haben möge, das hofft Sandra Dathe, die Vorsitzende Förderverein Grundschule Narsdorf. Die Schule sei eine für die ländliche Region unverzichtbare Institution. „Wir erwarten, dass der Bürgermeister von Geithain alles dafür tut, sie zu erhalten.“ Immerhin gebe es mit der Fusion ja zwei Grundschulen im Geithainer Stadtgebiet. Der Bürgermeister könne auf der Förderverein setzen: „Wir wünschen uns eine gute Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung, hoffen deren Hilfe und Rat bei anstehenden Problemen, Anfragen und Projekten.“

„Die Region um Narsdorf und Rathendorf profitiert hoffentlich von dem wachsenden Leipzig und der guten Anbindung, so dass es viele junge Familien herzieht, die die Gegend schätzen. Außerdem siedeln sich vielleicht in Zukunft Firmen in der Region an, die Arbeitsplätze und Steuereinnahmen für die Gemeinde bringen“, sagt Axel Harzendorf, Vorsitzender des 82-köpfigen FKK, des Feuerwehr-Karnevalsklubs Narsdorf, ein mit einem Durchschnittsalter von 30 durchaus junger Verein. Der Fasching in Narsdorf sei eine feste Größe, aus dem Dorfgeschehen nicht mehr wegzudenken und erfahre auch über die Ortsgrenzen hinaus großen Zuspruch. „Wir wollen weiterhin in der ländlichen Gegend was Schönes erhalten, was die Leute zusammen bringt und vereint. Dazu sollte die Stadtverwaltung ihren Beitrag leisten“, so Harzendorf und meint vor allem für die Mehrzweckhalle moderate Nutzungsgebühren. Die Vereine der Region sollten gemeinsamzum kulturellen Leben beitragen. „Dabei wird die größte Herausforderung sein, genügend junge Leute für die Vereinsarbeit zu motivieren, die Energie und Ideen miteinbringen.“

Harzendorf und seine Mitstreiter gehen davon aus, dass Narsdorf nicht bloß „ein Anhängsel der Stadt Geithain wird“. Schön wäre es, würde sich Geithain für Investitionen in die Infrastruktur einsetzen. „Die Straße durch Rathendorf ist vollkommen kaputt. und ein Fußweg fehlt. Neue Spielplätze in den eingemeindeten Ort würden den Zuspruch für Familie weiter erhöhen. Wir haben eine Autobahn und eine Zugverbindung nach Leipzig. Das ist super, um junge Familien zu halten und zu gewinnen, aber dazu müssen auch andere Dinge geschaffen werden.“

Von Ekkehard Schulreich

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Geithain in Zahlen

Bundesland: Sachsen

Landkreis: Leipzig

Fläche: 54,24km²

Einwohner: 7378 Einwohner (Dezember 2016)

Bevölkerungsdichte: 136 Einwohner/km²

Postleitzahl: 04643

Ortsvorwahlen: 034341, 034346

Stadtverwaltung: Markt 11, 04643 Geithain

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