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Geithain DRK Geithain: Michael Meisel und Harald Kortschlag gehen in den Ruhestand
Region Geithain DRK Geithain: Michael Meisel und Harald Kortschlag gehen in den Ruhestand
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16:03 06.03.2017
DRK-Kreisgeschäftsführerin Heidrun Naumann dankt Michael Meisel für sein Engagement im Beruf und seinen ehrenamtlichen Einsatz. Quelle: DRK
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Geithain/Kohren-Sahlis

Er stand nicht nur knapp zwei Jahrzehnte an der Spitze des Rettungsdienstes und des DRK-Fahrdienstes in Geithain, er baute beides in den Nach-Wende-Jahren selbst Stück für Stück mit auf: Jetzt verabschiedete der Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes Michael Meisel aus dem Berufsleben. „Sie hatten in unserem Kreisverband viele und wichtige Funktionen inne. Ihre Arbeit genießt viel Wertschätzung und Anerkennung, nicht nur bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des DRK“, sagte Geschäftsführerin Heidrun Naumann. Über mehr als ein Vierteljahrhundert war Meisel für viele in Geithain, Frohburg, Kohren-Sahlis ein bekanntes Gesicht. Und ganz von Bord geht der heute 62-Jährige nicht: „Ich bleibe als Ehrenamtlicher dem Ortsverband Geithain erhalten.“ Einem Verband, den er selbst lange leitete.

Als Michael Meisel zum DRK kam, lag die Öffnung der Berliner Mauer fünf Wochen zurück. Meisel, gebürtiger Vogtländer, tauschte sein Studium an einer Kaderschmiede gegen einen Job als Krankentransporteur beim Kreiskomitee Geithain – wie es damals hieß – und startete neu durch: „Ich wollte raus, habe das von der Pike auf gelernt.“ An der Landesrettungsschule qualifizierte er sich zum Rettungssanitäter, wurde mit dem Frohburger Udo Hecht 1994 Rettungsassistent: „Wir waren die Ersten vom Geithainer DRK.“ Der Abschluss als Lehr-Rettungsassistent ermöglichte es ihm, selbst junge Leute auszubilden, Erste-Hilfe-Kurse und ähnliches anzubieten. Nach neuerlicher Qualifikation übernahm er 1998 den Rettungsdienst, an dessen Aufbau er bereits teilhatte, die Etablierung einer Rettungswache in Frohburg inklusive.

Später kam noch der Notarzt-Standort Bad Lausick hinzu, „unbedingt notwendig, um in kürzester Zeit einen Notarzt heranzuführen“ – in dem Fall den in der Kurstadt niedergelassenen Internisten und Notarzt Mathias Günther. Als Fahrdienst-Leiter koordinierte Meisel bis Ende vergangenen Jahres 30 Fahrzeuge und mehr als 50 Mitarbeiter. „Das hat alles sehr viel Spaß gemacht, das muss ich sagen“, meint Meisel. Woran er sich immer erinnern werde, seien die Einsätze während der beiden großen Hochwasser in der Region: „Da habe ich ganz unmittelbar gespürt, wie gut es ist, Menschen helfen zu können.“

Verabschiedet hat das Geithainer DRK mit Harald Kortschlag außerdem einen Mann, der sogar mehr als vier Jahrzehnte tätig war. Schon 1976 hatte er die Regie in der Küche des Pflegeheims für psychisch Erkrankte in Kohren-Sahlis übernommen. Er erlebte und gestaltete die Neuausrichtung und den Umbau zur DRK-Wohnstätte in den Neunzigerjahren mit. Mehr als 40 Jahre stand er in Kohren am Herd, versorgte mit seinem Team längst nicht mehr nur die Bewohner hier, sondern auch die DRK-Behindertenwerkstatt und das Essen auf Rädern mit schmackhafter Kost; bis zu 400 Portionen kamen da pro Tag zusammen.

Von Ekkehard Schulreich

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