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DRK baut Kreativwerkstatt in Kohren und richtet Tagespflege in Frohburg ein

Deutsches Rotes Kreuz DRK baut Kreativwerkstatt in Kohren und richtet Tagespflege in Frohburg ein

Das Deutsche Rote Kreuz Geithain zählt zu den großen Arbeitgebern der Region. Das war nach der Wende kaum absehbar. 1991 wurden Behindertenwerkstatt Geithain und Wohnstätte Kohren-Sahlis übernommen, in Frohburg eine Sozialstation aufgebaut. Jetzt entsteht in Kohren ein neues Kreativzentrum, in Frohburg eine Tagespflege.

Der Innenausbau der Kreativwerkstatt in Kohren-Sahlis läuft: Olaf Weihrich von Mothes Bau Zwönitz verlegt Fliesen.

Quelle: Jens Paul Taubert

Geithain . Im Jubiläumsjahr wird erneut investiert: Ein Vierteljahrhundert ist es her, dass der Geithainer Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes 1991 die Wohnstätte Kohren-Sahlis, die Behindertenwerkstatt Geithain und die Sozialstation Frohburg als Träger übernahm. Die Immobilie in Frohburg, die auch eine Rettungswache und eine Begegnungsstätte beherbergt, wird jetzt umgebaut und um ein neues Angebot erweitert: Im Mai soll eine Tagespflege mit zwölf Plätzen eröffnen. Dafür nimmt das DRK 100 000 Euro in die Hand.

„Der Bedarf in der Tagespflege nimmt zu“, sagt Kreisgeschäftsführerin Heidrun Naumann. Tagespflege und Sozialstation an einem Ort zu konzentrieren, mache Sinn. Umgenutzt werden dafür Räume im Erdgeschoss jener einstigen Fabrikanten-Villa, die das DRK in den Neunzigerjahren saniert hatte und in der sich in den oberen Etagen Wohnungen für behinderte Menschen befinden. Außerdem investiert das DRK ein Mehrfaches dieser Summe in eine Kreativwerkstatt, die auf dem Gelände der Wohnstätte in Kohren-Sahlis entsteht. Hier läuft bereits der Innenausbau, die Übergabe ist im Frühjahr vorgesehen.

Beide Investitionen werden abgeschlossen, ehe am 1. Juli groß gefeiert wird: die Übernahme der Trägerschaft für drei große soziale Einrichtungen im damaligen Landkreis Geithain. Und die Erweiterung des Profils, das den Geithainer Kreisverband heute zum führenden in Sachsen in punkto Behindertenbetreuung machte – und zu einem der größten Arbeitgeber in der Region. 250 angestellte Mitarbeiter kümmern sich um die verschiedenen Bereiche: das Wohnen im Heim in Kohren-Sahlis, in Außenwohngruppen, im ambulant betreuten Wohnen; die Werkstatt in Geithain, die 250 Menschen mit Behinderung eine Tätigkeit ermöglicht; die Sozialstation; den Rettungsdienst; den Fahrdienst; das Altenpflegeheim Kohren-Sahlis.

Hinzu kommen jene Aktivitäten, die vor allem dank der Unterstützung durch Ehrenamtliche gestemmt werden können: von Seniorenarbeit bis Erste-Hilfe-Ausbildung, von Blutspende bis Katastrophenschutz, nicht zu vergessen die Absicherung großer Veranstaltungen wie des Frohburger Dreieck-Rennens. „Es gibt viele, die uns in ihrer Freizeit zur Seite stehen“, sagt Naumann, verweist zudem auf die vier DRK-Ortsvereine in Geithain, Frohburg, Kohren-Sahlis und Roda. „Vieles finanzieren wir aus Mitgliedsbeiträgen. Doch die Mitgliederzahl geht zurück. Das ist für uns ein erhebliches Problem.“ Ehrenamtliche Mitstreiter seien deshalb sehr willkommen. Ein besonderes Beispiel solchen Engagements ist in Roda zu sehen: Hier richten die Mitglieder des Ortsverbandes die ehemalige landwirtschaftliche Versuchsstation zu einem Depot des Katastrophenschutzes her.

Dass die Entwicklung des Geithainer DRK eine Erfolgsgeschichte ist, daran lässt Gottfried Löw keinen Zweifel. Seit einem halben Jahrhundert beim Roten Kreuz, übernahm der heutige Vorstandsvorsitzende im Herbst 1990 als Geschäftsführer des neu gebildeten Kreisverbandes Verantwortung. „Die Aufbruchstimmung war groß. Die Übernahme der Kohrener Wohnstätte war richtig, auch wenn uns westdeutsche Berater dringend abrieten. Doch wir haben unserem Gefühl vertraut und etwas daraus gemacht.“ Mit einer Menge Enthusiasmus und Rückendeckung durch die sich ebenso neu formierende Kreisverwaltung sei es gelungen, die Wohnstätte und die Werkstatt zu sanieren und zu erweitern, die Sozialstation aus den Gemeindeschwestern des bis dato staatlichen Gesundheitswesens zu formieren, Rettungsdienst und Katastrophenschutz aufzubauen. Dass all das gelungen sei, verdanke man vor allem ihnen, sagt Löw: „Unseren aktiven und unseren fördernden Mitgliedern.“

Diesen Dank öffentlich auszusprechen, ist Anliegen einer Festveranstaltung, die aus Anlass der 25-jährigen Trägerschaftsübernahme am 1. Juli stattfindet. Nach einer Feier mit all denen, die das DRK betreut und versorgt, gibt es am Abend einen Empfang für die Ehrenamtlichen und die Mitarbeiter. Dabei ist Heidrun Naumann und Gottfried Löw sehr wohl bewusst, dass es ungebrochen Kraft kostet, das Erreichte zu sichern und in den nächsten Jahren weiterzuentwickeln. Denn der DRK-Kreisverband unterliege wie die freie Wirtschaft der Pflicht, mit jedem Euro weitsichtig und effektiv umzugehen. Dass Leistungen neu ausgeschrieben werden, ist üblich. Beim Rettungsdienst konnte sich der Kreisverband durchsetzen; beim Fahrdienst zu Förderschulen unterlag er im vergangenen Jahr, konnte deshalb elf Mitarbeiter nicht weiterbeschäftigen.

Positiv ist die Ausbildung von Notfallsanitätern, der sich die Geithainer seit 2014 widmen. Die Sanitäter sollen später im eigenen Verband oder in Nachbarverbänden zum Einsatz kommen. Apropos Personal: Vor allem Pflegefachkräfte werden immer stärker gesucht von all jenen Anbietern, die in diesem Bereich tätig sind. Der Zivildienst sei früher eine passable Gelegenheit gewesen, junge Menschen mit Pflegeberufen bekannt zu machen, sagt die Geschäftsführerin. Nun sei es ungleich schwerer, junge Leute für eine solche Ausbildung zu gewinnen. Nachlassen werde man nicht in diesem Bemühen, andererseits aber Sorge tragen dafür, „dass wir ein attraktiver Arbeitgeber sind, damit unsere Mitarbeiter gerne bleiben“.

Von Ekkehard Schulreich

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